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Was macht eigentlich eine Musikerzieherin?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sie kennen die Tonarten Dur und Moll. Sie tanzen und reagieren auf Crescendo und Decrescendo. Sie kennen die musikalischen Begriffe Moderato, Prestissimo, Lento. Sie singen die Tonleiter rauf und runter. Sie schlagen den Rhythmus mit Stäben. Mal leise, mal laut. Ganz auf den Klavierton abgestimmt. Was die Musikerzieherin den kleinen Knirpsen beibringt, versetzt einem ins Staunen. Und dabei sind die Kinder erst fünf beziehungsweise sechs Jahre alt. Kindergärteler und Erstklässler also. Sie besuchen in Düdingen den Kurs Musikalische Früherziehung. Einmal pro Woche empfängt sie Marguerite Gay Schmid im grossen Singsaal des Schulhauses Wolfacker.

Da steht ein grosser Flügel. Marguerite Gay spielt, sechs Kinder tanzen im grossen, lichtdurchfluteten Saal, immer der Interpretation der Musik folgend. Mal mit grossen kräftigen Schritten, mal sanft tänzelnd, mal zart, mal schwungvoll. Je nachdem ob die Musikerin laut, leise, langsam oder mit zügigem Tempo spielt.

Hören lernen

Tanz und Bewegung ist ein wichtiger Aspekt der Musikalischen Früherziehung. «Die kindliche Freude an der Bewegung ist da, und damit lässt sich Hören und Rhythmus auf spielerische Weise lernen», betont die Musikerzieherin. Die Stunde ist abwechselnd und spannend. Die Übungen meist von kurzer Dauer: «Kinder in diesem Alter müssen alle fünf, sechs Minuten etwas anderes machen können, da sie sonst die Aufmerksamkeit verlieren», sagt die 43-jährige Walliserin. Die Kinder nennen sie Magui. Jetzt sitzen sie mit geschlossenen Augen gegen die Wand. Magui steht hinter ihnen und spielt auf einer Lotusflöte (Flöte ohne Löcher). Durch Ziehen eines Stabes erzeugt sie drei gleiche Töne, gefolgt von Glissandi mit ab- und aufsteigender Tonfolge. Die Kinder zeigen mit einer Handbewegung, was sie gehört haben. Dann schreiben sie Linien und Töne auf die Wandtafel. Für jedes Kind spielt Magui ein anderes Tonmuster. «Eine exzellente Hör-und Konzentrationsübung», bemerkt die ausgebildete Musikerzieherin. Zum Schluss spielt sie ein Motiv zwei Mal und ändert es beim dritten Mal ab. «Wer findet heraus, wo der Fehler ist», fragt sie die Kinder. Nicht alle strecken.

«Es gibt Unterschiede in der Begabung und im Interesse.» Die Musikerzieherin versucht den Kindern gerecht zu werden, indem sie den Fortgeschrittenen eine schwierigere Aufgabe stellt.

Freude am Zusammenspiel

Zwei Erstklässlerinnen – sie sind bereits zum dritten Mal im Kurs – spielen am besagten Montag auf dem Xylofon das Marronilied, das die Lehrerin für die Kinder komponiert hat. Mit beiden Händen bereits? «Wenn sie später ein Instrument lernen, müssen sie auch gleich beide Hände einsetzen», meint Gay Schmid. Für das Instrumentalspiel sitzen die Kinder am Tisch. Vier Kinder mit ihrer Mundharmonika. Auch das können die Fünfjährigen schon. Magui übt mit ihnen den Anfang des Marroniliedes: Do-Mi-Do-Mi-Sol. Einzeln und zusammen. Die Xyolofon-Mädchen schliessen sich an. Grossartig, dieses kleine Orchester, die leuchtenden Kinderaugen. Die Freude am Zusammenspiel ist gross.

Auch das Instrumentalspiel ist Teil der Methode «Nichts geht über das Selbsttun», betont Marguerite Gay. Eingesetzt werden vor allem Orff-Instrumente. «Xylofon wie Mundharmonika sind Instrumente, die die Eltern nicht allzu viel kosten.» Die Musikerzieherin hat aber auch eine Menge Glocken mitgebracht. Die Kinder lernen damit Klänge und Tonfarben zu unterscheiden.

In der Musikalischen Früherziehung ist die Gehörbildung, das Erkennen von hohen und tiefen Tönen elementar. Und natürlich darf das Singen nicht fehlen. Im Kreis singen sie, üben das neue Marroni-Herbstlied: singendes Erleben der Welt. «Musikerzieherin ist ein faszinierender Beruf», meint Magui lächelnd.

Instrumentenkunde

Der Zyklus Musikalische Früherziehung dauert drei Jahre und richtet sich an Vier- bis Sechsjährige. Doch was wird nachher? Sind die Kinder motiviert ein Instrument zu lernen? «Die Hälfte der Kinder entscheidet sich dafür», sagt die Mutter von zwei Schulkindern. Und wie kann ein Kind sein Lieblingsinstrument finden? Auch Instrumentenkunde ist Teil des Kurses. Die ausgebildete Musikerzieherin und Musiktherapeutin unterrichtet in Misery und seit vier Jahren auch in Düdingen auf privater Basis. Pro Stunde bezahlen die Eltern zwölf Franken.

Vor zehn Jahren ist Marguerite Gay Schmid mit ihrer Familie nach Düdingen gezogen, weil ihr Deutsch sprechender Mann als stellvertretender Generalsekretär im Grossen Rat eine Stelle gefunden hat und ihre zwei Kinder so bilingue aufwachsen: «Zu Hause sprechen wir mit den Kindern Französisch, in der Schule lernen sie Deutsch.»

Alternatives Angebot

Gruppenunterricht am Freiburger Konservatorium

Seit vielen Jahren bietet auch das Konservatorium Freiburg «Musikalische Früherziehung und Grundschule» an. Der Zyklus mit Gruppenunterricht umfasst vier Jahre mit jeweils zwei Jahren Musikalische Früherziehung und zwei Jahren Grundschule, wo das Gelernte beim Musizieren auf dem Glockenspiel praktisch angewendet wird. Der Kurs ist eine geeignete Vorbereitung auf den Instrumentalunterricht. Marguerite Gay hat nach der Matura in Lausanne den dreijährigen Studiengang «Musikalische Früherziehung» belegt und liess sich anschliessend in Genf während vier Jahren noch zur Musiktherapeutin ausbilden. So arbeitet Gay Schmid auch im Sonderschulheim Les Buissonnets mit schwerstbehinderten Kindern.

il

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