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Was mit dem Geld entstehen konnte

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist ein ungewöhnliches Bild: Ein Reisecar fährt durch das Grosse Moos und macht Halt beim Biotop Krümmi. Die Reisenden sind mit gutem Schuhwerk, Rucksäcken und Kameras ausgerüstet. Es sind die Kommissionsmitglieder des Fonds Landschaft Schweiz (FLS) und sie kommen aus der ganzen Schweiz. Sie alle wollen sich vor Ort ein Bild davon machen, wie sich das Biotop-Projekt auf dem Boden der Gemeinde Ried bei Kerzers entwickelt hat.

«Es ist das erste Mal, dass der FLS in corpore schauen kommt», freut sich Martin Johner aus Kerzers. Er habe das Projekt initiiert, erzählt der pensionierte Lehrer. «Das Land gehörte damals der Ersparniskasse Murten.» Wegen der anstehenden Fusion mit der Valiant-Bank habe die Ersparniskasse das Land loswerden wollen. «Und auch der ehemalige Pächter war gerne bereit, den Boden abzugeben», erklärt Johner. Denn es sei schlechtes Land gewesen, um Gemüse anzubauen. «Weil hier der alte Aarelauf war, ist der Boden sehr durchnässt und bei Regen sind die Maschinen regelmässig stecken geblieben». Die Bodenverbesserungskörperschaft (BVK) Kerzers habe den Landkauf im Jahr 2000 abgeschlossen. Damit war der Weg frei für den Biotopverbund Grosses Moos: Seit über 20 Jahren setzt sich die Stiftung Biotopverbund Grosses Moos für die Schaffung naturnaher Flächen im «Gemüsegarten der Schweiz» ein und arbeitet dabei mit dem FLS zusammen. Insgesamt hat der FLS bisher etwa 2,18 Millionen Franken für Projekte im Grossen Moos bereitgestellt. Eines davon ist das 2001 geschaffene Feuchtbiotop Krümmi mit einer Grösse von rund 70 000 Quadratmetern.

Ein Tintenfass im Boden

Albert Lüscher, Präsident der Stiftung Biotopverbund Grosses Moos, wirft in seinem Vortrag bei der Krümmi einen Blick in die Vergangenheit: «Anfangs des 19. Jahrhunderts waren die Leute hier sehr arm, und es wurde das Auswandern propagiert.» Auch nach der ersten Juragewässerkorrektion 1867 sei es noch nicht möglich gewesen, im Grossen Moos Gemüse anzubauen. «Das dauerte noch fast 100 Jahre.» Die Berner hätten den Abfall ins Grosse Moos gebracht, «deshalb lassen sich auch heute noch Dinge wie zum Beispiel ein Tintenfass im Boden finden.» Doch der Berner Pferdemist und auch die Schlacke aus den Öfen seien gut gewesen für den feuchten Boden.

Stephan Strebel aus Ins ist Biologe und berät den Biotopverbund seit 25 Jahren. Auch er ergriff das Wort vor den Kommissionsmitgliedern des FLS. «In der Krümmi lassen sich über 230 Vogelarten beobachten.» Zehn davon befänden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Auch der Singvogel Dorngrasmücke habe hier einen Lebensraum gefunden. «Wir haben eine grosse Artenvielfalt, dazu gehören auch Amphibien». Die Krümmi sei in dem Netz von Biotopen national von Bedeutung, ist Strebel überzeugt. «Es ist zudem auch ein Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel», erklärt der Biologe. Dennoch seien Defizite feststellbar und Massnahmen notwendig. «Wir können steuern, wer sich hier ansiedelt, das zeigte sich gerade auch bei der Dorngrasmücke». Die FLS-Mitglieder genossen den Ausflug sichtlich und machten sich kurz darauf auf zu ihrem nächsten Ziel, der ehemaligen Aareschlaufe «Hinterem Horn».

Zahlen und Fakten

Über 90 Projekte im Kanton

Seit seiner Gründung anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft 1991 hat der Fonds Landschaft Schweiz (FLS) im Kanton Freiburg über 90 Projekte zur Erhaltung und Aufwertung naturnaher Kulturlandschaften mit insgesamt gut vier Millionen Franken unterstützt. In der FLS-Kommission, deren 13 Mitglieder vom Bundesrat gewählt werden, wirkt seit 2008 als Vertreter von Freiburg Franz-Sepp Stulz aus Tafers mit. Er präsidiert den Projektausschuss 1, der die Gesuche aus der westlichen Landeshälfte begutachtet. Schweizweit hat der FLS seit seiner Gründung über 142 Millionen Franken für rund 2500 Projekte zur Verfügung gestellt. Oft leistet der FLS Anschubfinanzierungen und kann damit Investitionen in dreifacher Höhe auslösen.

emu

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