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Was wäre, wenn Deutschfreiburg den Aufstand proben würde?

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Aufbegehren gegen die zunehmende Unterdrückung durch die Französisch sprechende Übermacht? Deutschfreiburg als eigener Kanton mit Grenzkontrollen in Flamatt? André Perler, Matthias Schafer und Marco Koller haben den Gedanken um mögliche und unmögliche Unabhängigkeitsgelüste der Deutschfreiburger Bevölkerung aufgenommen, weiterentwickelt und daraus ein Theaterstück gemacht, das sie am Mittwoch in Tafers aufführen.

Muntere Spielfreude

Für die drei Studenten ist es nicht das erste Mal, dass sie sich an ein Politkabarett wagen. Bereits vor einem Jahr haben sie am 5-Jahr-Jubiläum des Kulturvereins Wier Seisler das Stück «Die Senslermacher» aufgeführt, und auch am Dada-Abend in Tafers vor zwei Jahren liessen sie ihrer Fantasie und ihrer Spielfreude freien Lauf. Wie bei den «Senslermachern» haben sie sich auch dieses Mal von rea­len Begebenheiten und Vorkommnissen inspirieren lassen, sie in sechs Sketchen zugespitzt und ihren Gedanken unter dem Motto «Was wäre, wenn …» freien Lauf gelassen. Ideenlieferant war dieses Mal ein Politiker, der bei einer Umfrage der Handelskammer über die künftige Aufteilung der Freiburger Bezirke bedauert hatte, dass nie die Frage nach einem eigenen Kanton Deutschfreiburg gestellt werde. «Das war sozusagen eine Steilvorlage», sagt der Stadtfreiburger Marco Koller.

Viele Hürden

Ausgehend von diesem Grundgedanken haben die drei Jungkabarettisten einen roten Faden entwickelt sowie Ideen dazu, wie eine Interessengemeinschaft Deutschfreiburg aus Senslern, Seebezirklern und deutschsprachigen Städtern entstehen könne. Welche Hürden müsste ein eigener Kanton bei der Umsetzung nehmen, und wie könnten «Ent­romanisierungsaktionen» aussehen? Das Ende sei nicht verraten, doch zeigen die drei auch auf, dass es halt doch nicht so einfach ist, eine neue Deutschfreiburger Einheit und Identität aufzubauen.

Jeder der drei Jungkabarettisten hat je zwei Sketche geschrieben und sie den Kollegen zum Lesen und Redigieren geschickt. «Das Schreiben ging relativ leicht von der Hand», sagt der Wünnewiler André Perler. Sobald der rote Faden mal da gewesen sei, hätten die Ideen nur so gesprudelt, ergänzt ­Matthias Schafer aus St. Ursen. «Es ist ein sehr offenes Thema, das viele inhaltliche Anknüpfungspunkte ermöglicht.» Das Trio wird in den Sketchen denn auch in diverse Rollen ­schlüpfen.

Beim Stückeschreiben haben es die drei aber nicht belassen. Sie sind mit der Videokamera auf die Strasse gegangen und haben Örtlichkeiten aufgenommen und Persönlichkeiten zum «Fall Deutschfreiburg» befragt. Diese Filmchen werden als Videoeinspieler das Geschehen auf der Bühne ergänzen.

Etwas Improvisation

«Wir bleiben beim Spielen schon aus Zeitgründen natürlich auf Amateurniveau, haben auch alles ohne Regisseur inszeniert», sagt Marco Koller. Doch gewisse Ansprüche haben sich die drei gesetzt: «Wenn wir schon vor Publikum auftreten, dann wollen wir auch etwas bieten», so André Perler. Er verrät aber auch, dass sie sich als Schauspieler nicht ganz so ernst nehmen. Deshalb sei es gut möglich, dass es nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne den einen oder anderen Lacher gebe. «Etwas Improvisation liegt durchaus drin», umschreibt es Marco Koller. Zum Beispiel, wenn der eine oder andere sich nicht ganz an den Text im Drehbuch halte und seine Bühnenkollegen so aus dem Konzept bringe.

Der Anlass ist im Programm als «satirisch-vergnüglich» angekündigt. Auf die Frage, wie böse sie denn seien, meint Marco Koller: «Diejenigen, die es am meisten angeht, werden unser Stück kaum zu sehen bekommen, nämlich die Welschen.» Für André Perler hätten einige Anspielungen und Pointen sogar noch etwas härter sein können. «Wir sind ein bisschen böse, aber nicht grundböse.»

Gasthof St. Martin, Tafers. Mi., 12. September, 20 Uhr. Reservation: info@gasthofstmartin.ch oder 026 494 53 13.

«Kanton Deutschfreiburg»

Es soll eine Fantasie bleiben

«Die Idee eines eigenen Kantons Deutschfreiburg ist eine Fantasie und soll auch eine bleiben», sagt Matthias Schafer. Er persönlich halte eine solche Absplitterung für Humbug. Deutschfreiburg sei derzeit institutionell und gesellschaftlich gut organisiert, eine Änderung sei nicht notwendig.

Ähnlich sieht es auch André Perler, Präsident des Vereins Jugend und Politik Sense. «Es ist aber interessant, sich mit der Frage auseinanderzusetzen.» Zumal in einigen Regionen Europas seit einigen Jahren regio-nationalistische Tendenzen zu spüren seien, etwa in Schottland oder in Katalonien.

Er sei aber überzeugt, dass 98  Prozent der Deutschfreiburger gegen die Idee eines eigenen Kantons wären. «Weil wir die Welschen ja eigentlich gar nicht so ungern haben, uns manchmal aber etwas mehr Beachtung und Respekt wünschten.» André Perler glaubt auch, dass die Deutschfreiburger zuallererst einmal Freiburger seien: «Wir sind für Gottéron und nicht für den SCB.»

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«Wir sind ein bisschen böse, aber nicht grundböse.»

André Perler

Jungkabarettist

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