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Was wäre, wenn die Uhr zurückgedreht würde?

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Was wäre, wenn die Uhr zurückgedreht würde?

Theater in Freiburg präsentiert «Drei Mal Leben»

Die Uhr zurückdrehen und schauen, was geschehen wäre, wenn man im Leben anders reagiert hätte. Niemand kann es im Leben – auf der Bühne hingegen ist das möglich. Am Dienstag hat das Euro Studio Landgraf in der Aula der Uni Freiburg drei Versionen hervorragend dargestellt.

Von IRMGARD LEHMANN

Die Ehe sei eine Notwendigkeit, um durch das Leben zu kommen. Das sagte einst der bekannte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Doch nachdem man sich das Theaterstück «Drei Mal Leben» angesehen hat, weiss man, dass dies so nicht stimmt. Im Gegenteil. Die zwei Ehepaare auf der Bühne haben nur ein Ziel: einander fertig machen. Zwischen den vier Menschen folgt Schlagabtausch auf Schlagabtausch. Der Mann weiss um die Schwachstellen seiner Partnerin. Die Frau weiss, wie ihr Mann kaltzustellen ist, weiss, wo er verletzbar ist: Alles Geschichten, die das Leben schrieb.

Drei Versionen einer Begegnung

«Drei Mal Leben» zeigt drei Versionen einer Begegnung und bringt mit den Themen Kindererziehung – Karriere – Ehe drei Mal Zündstoff auf die Bühne.

Zu Beginn der Aufführung plagen sich die Eltern – Henri, der Astrophysiker, und Sonja, die Wirtschaftsanwältin – in ihrer Wohnung mit ihrem nicht schlafenden Sohn herum und streiten sich, ob das Kind nach dem Zähneputzen noch einen Keks oder eher einen Apfel essen darf: Ein harmloser Disput über Erziehung, der sich als Endphase eines Ehekriegs entpuppt.

Beziehungen und Karriere

Fortführung der Szene: Chef Hubert, ebenfalls Astrophysiker, und seine Gattin, die Hausfrau Inès, treffen einen Tag zu früh bei Henri und Sonja ein. Hubert verkündet seinem angeblichen Freund, dass ein anderer Henris Forschungen zuvorgekommen sei und bereits publiziert habe. Eine bittere Botschaft für den Forscher. Drei Jahre Arbeit werden zur Makulatur, die Hoffnung auf eine wissenschaftliche Karriere zunichte gemacht. Auch mit der Beförderung durch Chef Hubert wird wohl nichts. Was sollen also in einer solchen Situation all die Höflichkeiten und Bücklinge, die man sich so zu eigen gemacht hat? Es gibt nichts mehr zu verlieren. Jetzt darf man das wahre Gesicht zeigen. Zwischen den vieren bröckelt die Fassade, erst vorsichtig, dann immer hemmungsloser.

Als hintersinnige Komödie hat die französische Erfolgsautorin Yasmina Reza das Stück Leben aufgezeigt. Ein Spiegelbild für die Zuschauerinnen und Zuschauer? Das Publikum jedenfalls ist begeistert und spendet anhaltenden Applaus. Kein Wunder. Denn die Komödie zeigt köstliche Situationen und ist ein Werk voller geschliffener Dialoge, hinter deren Banalität die Autorin der Frage von Macht und Ohnmacht in Beziehungen nachspürte.

Hervorragende Schauspielleistungen

Regisseur Uwe Eric Laufenberg (früher Mitarbeiter des Zürcher Schauspielhauses) zeigt ein Ränkespiel, bei dem die Ehepartner einander erniedrigen und wie Hyänen übereinander herfallen. Hubert (Rainer Wöss) gelingt eine faszinierende Darstellung des «Schönlings» und Machos. Hemmungslos macht er sich an die kühl kalkulierende Karrierefrau Sonja (Marita Marschall) heran, die dem Stück eine besondere Note verleiht.

Differenziert zeigt sich auch Inès (Christa Pasch), die auf der Flucht vor den Demütigungen ihres Mannes immer tiefer ins Glas blickt. Und nicht zuletzt die grossartige schauspielerische Leistung von Henri (Siemen Rühaak). Gekonnt schwankt er zwischen Unterwürfigkeit und Aggressionsausbrüchen hin und her. Auch in phonetischer Hinsicht ist dem Team ein Lob auszusprechen. Kaum ein Wort ging unverstanden über die Bühne.
Die Quintessenz: Ein äusserst kurzweiliger Abend, weil es schliesslich kaum Amüsanteres gibt als Szenen einer Ehe.

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