Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Wechsel sind meist unproblematisch»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Urs Perler ist seit acht Jahren Vorsteher der deutschsprachigen Abteilung am Kollegium Heilig Kreuz in Freiburg. Der 40-jährige Schmit­tner ist neben seiner Vorstehertätigkeit auch Lehrer für Wirtschaft und Recht. Mit den ZiG-Reportern spricht Perler über ein unter Gymnasiastinnen und Gymnasiasten heiss diskutiertes Thema: den Kollegiumswechsel.

Urs Perler, wie kommt es zu einem Kollegiumswechsel?

Wechsel zwischen den Gymnasien können insbesondere beim Übergang vom ersten ins zweite Gymnasialjahr eintreten. Dann wählen die Lernenden ihr Schwerpunktfach. Die drei Kollegien der Stadt Freiburg haben zusammen den Auftrag, das Angebot an Schwerpunktfächern zu gewährleisten, um so auch seltener gewählte Schwerpunktfächer anbieten zu können. Da man ein Schwerpunktfach nicht mit zwei oder drei Lernenden eröffnen kann, muss man, je nach Jahrgang, die Einschreibungen von zwei oder drei Schulen zusammennehmen. So kann es sein, dass einzelne Lernende die Schule wechseln, um ihr Schwerpunktfach besuchen zu ­können.

Ist es schwierig, einen solchen Wechsel zu bewerkstelligen?

Solche Wechsel sind in den allermeisten Fällen unproblematisch. Es braucht jedoch eine gute Koordination unter den Schulen und den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern.

Ist der administrative Aufwand dafür gross?

Der administrative Aufwand hängt nicht so sehr mit den wenigen Kollegiumswechseln zusammen, sondern viel eher mit dem ganzen Einschreibeprozess, der bei uns jedes Jahr stattfindet. Beim Übertritt ins erste Gymnasialjahr findet die Kollegiumszuteilung und die Wahl der Kunstfächer statt, beim Übertritt ins zweite Gymnasialjahr insbesondere die Wahl der Schwerpunktfächer, beim Übertritt ins dritte Jahr erfolgt dann die Wahl der Ergänzungsfächer und der Maturaarbeiten.

Wie wird entschieden, an welches Kollegium ein Schüler geschickt wird?

Im Kanton Freiburg gibt es grundsätzlich keine freie Kollegiumswahl, da alle Gymnasien das gleiche kantonale Grundprogramm und vergleichbare Rahmenbedingungen bieten. Zudem haben wir das Glück, dass wir in Freiburg über drei sehr gute Gymnasien verfügen. Die zentrale Frage, mit der ein Schulwechsel beim Übergang vom ersten ins zweite Gymnasialjahr zusammenhängt, ist eher die, an welchem Kollegium ein bestimmtes Schwerpunktfach eröffnet werden kann. Bei dieser Entscheidung, die von der Rektorenkonferenz gemeinsam mit der Erziehungsdirektion getroffen wird, achtet man unter anderem auf die Anzahl Einschreibungen pro Fach und Kollegium. Es sind manchmal jedoch auch weitere Faktoren, wie zum Beispiel bestehende Anstellungsverhältnisse und viele andere Aspekte miteinzubeziehen.

Wie stark wird die persönliche Meinung der Lernenden berücksichtigt?

Es ist zentral, dass die Lernenden sich Gedanken darüber machen, was ihnen in ihrer Ausbildung wichtig ist. Zu diesen Gedanken gehört eben auch die Wahl des Schwerpunktfachs. Die Lernenden sollen ihre eigene Wahl treffen und sich nicht in erster Linie nach den Freunden und ähnlichen Kriterien richten. Wie ihre gleichaltrigen Kameraden, die etwa eine Berufslehre absolvieren, sind auch unsere Schüler mit zunehmendem Alter selber verantwortlich für ihre Wahl in der Ausbildung. Wenn man deren weiteren Weg bedenkt, kann man übrigens beobachten, dass auch an der Universität der geografische Ort der Ausbildung heute weniger wichtig ist als die Qualität der angebotenen Ausbildung. Die Mobilität der Schweizer Uni-Studierenden ist heute deutlich grösser als früher. Auf diese Realität müssen wir unsere Schülerinnen und Schüler vorbereiten.

Wie wird vorgegangen, wenn beim Wechsel Probleme auftreten?

Wir bereiten die Schülerinnen und Schüler schon vor ihrem Eintritt ins Gymnasium auf die Möglichkeit eines Kollegiumswechsels vor. Mit den Lernenden, die bereits bei uns am Gymnasium sind, sind wir zudem im persönlichen Gespräch. Bevor jemand das Kollegium wechselt, organisieren wir häufig auch noch einen vorgängigen Besuch an der neuen Schule, damit eine erste Bekanntschaft geschlossen und eine erste Angewöhnung stattfinden kann.

Wie viele Lernende wechseln pro Jahr das Kollegium?

Solche Wechsel betreffen eine geringe Anzahl von Schülern, das kann von 0 bis 15 pro Jahrgang gehen.

Inwiefern belastet ein Kollegiumswechsel die jeweiligen Vorsteher?

Zu unserer Rolle als Vorsteher kann man sagen, dass wir für die Entscheidungen über Schulzuteilung und Eröffnung von Kursen nicht verantwortlich sind. Wir können manchmal persönlich bedauern, dass wir ein Fach ein Jahr lang bei uns nicht führen können. Aber wir vertrösten uns dann auf ein anderes Jahr. Was den Schulwechsel einzelner Schüler angeht: Natürlich bedauern wir es, wenn jemand unsere Schule verlässt, wir wissen jedoch auch, dass es wichtiger ist, dass unsere Schüler das Fach wählen können, das ihnen wirklich entspricht. Wir wissen auch, dass das Partnergymnasium sie gut aufnehmen wird. Nicht selten melden sie sich später wieder bei uns, um zu erzählen, wie es ihnen geht. Meistens erfahren wir dann erfreuliche Neuigkeiten.

Zahlen und Fakten

Mehr Wahlfreiheiten sorgen für mehr Wechsel

In der Stadt Freiburg sind drei öffentliche zweisprachige Gymnasien für Mädchen und Knaben ansässig: das Kollegium Gambach, das aktuell rund 780 Schülerinnen und Schüler besuchen, das Kollegium Heilig Kreuz mit rund 790 Schülerinnen und Schülern und das Kollegium Sankt Michael, das zurzeit rund 1150 Schülerinnen und Schüler umfasst. Die Kollegien unterstehen allesamt der Direktion für Erziehung, kulturelle Angelegenheiten und Sport des Kantons Freiburg. Sie stehen Schülerinnen und Schülern offen, die zuvor ihre neunjährige obligatorische Schulzeit mit mindestens drei Jahren Orientierungsschule erfolgreich abgeschlossen haben. Vereinzelte Schulwechsel zwischen den Stadtfreiburger Kollegien gab es schon immer, sie wurden jedoch seit der Einführung der sogenannten Neuen Matura etwas häufiger. Die Maturitätsreform löste ab 1998 das alte System der Maturitätstypen A, B, C, D und E ab und eröffnete den Lernenden damit unter anderem mehr Wahlmöglichkeiten, die es ihnen erlauben, ihr gymnasiales Programm verstärkt selber zu bestimmen. Damit können die Gymnasiasten von heute ein Schwerpunkt- und ein Ergänzungsfach nach ihren eigenen Interessen wählen.

Saphira Deuble, Noemi Lerch, Yentl Fasel und Joel Bregy

Mehr zum Thema