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Wegen Corona: Überlebenskampf statt Aufbruchstimmung bei Gottéron

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Gottérons Generaldirektor Raphaël Berger blickt zuversichtlicher als auch schon in die Zukunft.
Charly Rappo

Trotz A-fonds-perdu-Beiträgen und Darlehen vonseiten des Bundes wird Gottéron die Saison 2020/21 mit einem Verlust abschliessen. Eine Überschuldung kann aber verhindert werden.

«Die Meisterschaft 2020/21 hätte nach fünf Jahren der Planung und zwei Jahren Arbeiten an der neuen Halle für uns eine spezielle sein sollen», sagte Gottérons Generaldirektor Raphaël Berger am Dienstag gegenüber den Medien. Sie wurde es tatsächlich. Aber nicht, weil die Zuschauer dem neuen Stadion Leben einhauchen und von den modernen Einrichtungen profitieren konnten, sondern weil die Covid-Krise so gut wie alles auf den Kopf stellte. «Statt unsere ambitionierten Ziele so richtig lancieren zu können, befinden wir uns in einem Überlebenskampf.»

Defizit von 12,5 Millionen Franken

Vor Wochenfrist beendete Gottéron seine Saison im Playoff-Viertelfinal mit einer 0:5-Heimniederlage gegen Servette – bis auf die ersten beiden Heimspiele wie immer vor leeren Zuschauerrängen. Die Auswirkungen der Geisterspiele schlagen sich in der Buchhaltung des Clubs verheerend nieder. Im Vergleich zum ursprünglichen Finanzplan vor der Corona-Krise hatte Gottéron den Umsatzverlust für die Saison 2020/21 zunächst auf rund 16 Millionen Franken geschätzt, was einem tatsächlichen Defizit von 12,5 Millionen Franken entspricht. Dank diversen Massnahmen ab dem Frühjahr 2020 konnte der prognostizierte Verlust auf 10,1 Millionen Franken beschränkt werden. Der Club reduzierte unter anderem die Gehälter der Mitarbeitenden (Sport und Administration) und führte Kurzarbeit ein. Zudem willigte die L’Antre AG, die Bauherrin des Stadions, zu einer Mietreduktion ein. Wie hoch dieser Betrag ist, darüber hüllte Berger den Mantel des Schweigens.

In der Höhe von 8,7 Millionen Franken wurden für die Meisterschaft 2020/21 Leistungen an Sponsoren und Abonnenten verkauft, die letztlich wegen der Corona-Einschränkungen vom Club nicht erfüllt werden konnten, führt der Generaldirektor weiter aus. «Dank der Solidarität der Sponsoren und Fans sind mehr als 3,5 Millionen Franken in die Kasse des Vereins geflossen.» Das entspreche einem Anteil von mehr als 40 Prozent der Leistungen, die dank dem Wohlwollen der Partner nicht rückerstattet werden müssten, so Berger. «55 Prozent übertrugen ihren Beitrag auf die nächste Saison, fünf Prozent wollten ihr Geld zurück, was völlig legitim ist.»

A-fonds-perdu-Beiträge unverzichtbar

Der Verlust reduziert sich somit auf 6,6 Millionen Franken. Ein Teil davon wird durch die A-fonds-perdu-Beiträge des Bundes sowie der kantonalen Subventionen für Härtefälle – im Fall von Gottéron für die Gastronomie – gedeckt. Wie hoch diese Beiträge ausfallen werden, ist noch nicht abschliessend festgelegt. Die A-fonds-perdu-Beiträge dürften sich aber auf rund 3 Millionen Franken beziffern, sagt Gottéron-Präsident Hubert Waeber. Dieses Geld sei für den Club unverzichtbar. «Sonst hätten wir einen zu hohen Verlust und wir würden uns überschulden, was die Verweigerung der Spiellizenz nach sich ziehen würde.»

Den Vereinen stehen bei den A-fonds-perdu-Beiträgen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Erstattet werden vom Bund entweder die Hälfte oder drei Viertel der Matcheinnahmen aus der Saison 2018/19. Das ist aus Sicht der Freiburger ärgerlich, weil die Erträge in der alten Halle deutlich geringer waren, als sie im neuen Stadion ausgefallen wären. Wird die Hälfte des Ausfalls beansprucht, darf die Lohnsumme der Saison 2019/20 die nächsten fünf Jahre nicht überschritten werden, bei drei Vierteln muss sie um 20 Prozent gesenkt werden. «Wir sollten mit den 50 Prozent auskommen. Klar ist, dass wir mit den Spielern aber weitere Lohndiskussionen führen müssen», erklärt Waeber, weil mit dem Einzug ins neue Stadion das Budget der laufenden Saison erhöht wurde, und die Lohnsumme deshalb trotz bereits erfolgten Gehaltsreduktionen weiter gekürzt werden müsse.

Bergers Appell

So bleibt eine Summe von 3,6 Millionen, die es noch zu decken gilt. Deshalb hat Gottéron einen Covid-Kredit des Bundes über 4 Millionen Franken aufgenommen. «Dieses Geld ist bereits auf unserem Konto.» Ein Teil dieser Summe wird in der Bilanz als Eigenkapital und mit Rangrücktritt per 30. April 2021 figurieren. Rückzahlbar ist das Darlehen auf zehn Jahre. Ziel des Clubs ist, die 4 Millionen in den nächsten drei Jahren zurückzuzahlen, um weitere Auflagen im Zusammenhang mit der Lohnsumme umgehen zu können. «Wir hatten vorgesehen, dass wir dank der neuen Halle pro Jahr einen Gewinn von einer Million erzielen», führt Waeber aus, gibt gleichzeitig aber zu bedenken, dass Gottéron bereits Kredite in der Höhe von gut 10 Millionen Franken aufnehmen musste, um sein Mobiliar und Installationen für das neue Stadion anschaffen zu können.

Die finanzielle Situation sei trotz der Kredite und einem noch nicht genau zu beziffernden Saisondefizit im Grossen und Ganzen unter Kontrolle, so Berger. «Sie bleibt aber angespannt.» Deshalb richtet der Generaldirektor einen Appell an die Behörden. «Noch einmal eine solche Saison zu überstehen, ist nicht möglich. Es muss alles dafür getan werden, dass wir die Halle so schnell wie möglich wieder füllen können. Sollten die Einschränkungen nächste Saison anhalten, dann müssen uns die Behörden weiter unter die Arme greifen.»

Eishockey

Dubé: «Nicht alles war schlecht»

Gottéron zog am Dienstag nicht nur eine wirtschaftliche Saisonbilanz, sondern auch eine sportliche. «Ich bin ein emotionaler Typ, und unmittelbar nach dem Aus gegen Servette schwang viel Frust mit. Ich hatte Angst, was Falsches zu sagen», erklärte Trainer und Sportchef Christian Dubé. Eine Woche später seien die Gedanken klarer. Mit einem Platz in den Top 6 der Qualifikation und der gezeigten Konstanz seien wichtige Ziele erreicht worden. Dass die Beurteilung der Saison jetzt auf den letzten drei Spielen im Viertelfinal fusse, empfindet Dubé als ungerecht. «Nicht alles war schlecht. Wir konnten die Qualifikation vor Teams wie Lausanne, Zürich oder Biel beenden.» Hätte das Powerplay in den Playoffs funktioniert, sähe der Diskurs heute anders aus, ist er überzeugt. «Aber es ist so: Genf hat im Gegensatz zu uns in den Schlüsselmomenten besser gespielt.» Warum etwa die Ausländer in den Playoffs völlig untergetaucht sind, kann sich auch Dubé (noch) nicht erklären. «Wir werden die Antworten finden und daran arbeiten.»

Tauschgeschäft mit Aebischer?

In Sachen Kaderplanung für die Saison 2021/22 stehen bisher der Zuzug von Raphael Diaz und die Abgänge von Marc Abplanalp und Viktor Stalberg fest. Zudem zeichnet sich ein Wechsel des jungen Verteidigers David Aebischer ab, der aktuell mit Ajoie um den Aufstieg in die National League spielt. Ein Tauschgeschäft mit einem anderen Club steht im Raum. Ergänzt wird das Team mit eigenen Junioren wie Verteidiger Colin Bochud oder Dominik Binias, derweil andere wie Timotée Schaller in die Swiss League ausgeliehen werden sollen. Der fehlende Handlungsspielraum bei den Transfers ist für Dubé kein Handicap. «Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft. Sie wird ihre Lehren aus dieser Saison ziehen.

Am 17. Mai wird Gottéron das Training wieder aufnehmen. Ende August startet die Champions Hockey League, für die sich die Freiburger mit dem dritten Rang in der Regular Season qualifizieren konnten. fs

 

Kommentar (1)

  • 27.04.2021-Julmymiette fribourg

    Spieler halber Lohn gleich wie halbe Tore schiessen sonst auf dem Bau Nickel und Schaufel ,statt das wir arme nicht steuern bezahlen müssen für diese scheiss Eisbahn. Basta !!!!

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