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Wein, der in Kerzers wächst

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Wein, der in Kerzers wächst

Leset im Rebberg der Familie Rufer in der «Arne»

Im Rebberg von Rudolf und Birgitta Rufer-Eriksson in der «Arne» Kerzers herrschte Anfang Woche fröhliches und emsiges Treiben: Zusammen mit Freunden lasen die beiden die Trauben ihres Rebberges.

Von UELI GUTKNECHT

Wein aus Kerzers? Ja, das gibt es tatsächlich. Und wer jetzt verächtlich die Nase rümpft, muss sich eines Besseren belehren lassen. Rufers «Kerzers Regent» gibt es seit neun Jahren und viele Kerzerser servieren ihn ihren überraschten Gästen. Er hat sich inzwischen auch bei Skeptikern einen Namen gemacht. «Fruchtig», «vollmundiger Geschmack» sind nur zwei der Adjektive, mit denen er inzwischen bedacht wird.

Ein «Jahrhundertwein»?

Die Ernte fand auch bei Rufers gegenüber den letzten Jahren zwei bis drei Wochen früher statt. Wird der heurige «Kerzers Regent» auch zum viel zitierten «Jahrhundertwein»? «Unsere Trauben haben zwar 90 Öchslegrade. Normalerweise sind es 83 bis 85. Wichtig für die Beurteilung ist aber auch das Verhältnis von Öchsle zu Säure. Wie harmonisch der Wein ist, erweist sich erst nach der zweiten Gärung. Nach Neujahr werden wir wissen, ob es ein Jahrhundertwein wird», relativiert der Hobbywinzer Rufer die allgemeine Euphorie seiner professionellen Berufskollegen. Degustieren kann man aber schon vorher: Nämlich den Jahrgang 2002. Er ist auch nicht von schlechten Eltern.

Rufers erster «Leset» fand 1996 statt. Im Jahr 2000 betrug die Ernte von ihrem 800-Quadratmeter-Rebberg 700 Kilo Trauben. Bruno Martin in Ligerz gewann daraus 150 Flaschen Rosé und 550 Flaschen Rotwein mit rund zwölf Volumenprozent Alkoholgehalt. Heute geschieht die Vinifikation (Keltern, Pflege, Abfüllen) bei der renommierten Winzerfamilie Hämmerli in Ins.

Eine Neuzüchtung aus Deutschland

Rufers Rebensorte «Regent» ist eine aus Diana und Chamboursin gewonnene Neuzüchtung vom deutschen Institut für Sortenzüchtungen Geilweilerhof Siebeldingen. Sie zeichnet sich aus durch teilweise Resistenz gegen echten und falschen Mehltau. Und sie ist weniger anfällig auf Traubenfäule. Die noch junge Sorte kommt mit zwei bis drei Pflanzenschutzbehandlungen pro Jahr aus. Bei den konventionellen Sorten sind es zwischen sechs und acht. Beim Pflanzenschutz halten sich Rufers an die Devise «so viel wie nötig, so wenig wie möglich».

Rebbau-Tradition in Kerzers

In seinem 1951 erschienenen «Kerzersbuch» schrieb der damalige Pfarrer Franz Vollenweider, dass 1720 in Kerzers auf 22 Jucharten Reben gediehen. Der grösste Komplex waren die Arnenreben, wo Rufers Weinberg liegt. Von den von einem Rebenhirt gehüteten 22 Jucharten musste der Zehnten an die Obrigkeit abgeliefert werden. Nur die vor den Häusern wachsenden Reben waren von der Abgabe befreit. Die Rebbau-Ära ging 1895 mit dem Ausreissen der Rebstöcke zu Ende.

Der Arne-Südhang liegt auf einer durch den Rhonegletscher gebildeten Randmoräne. Der Moräneboden gibt Rufers Wein im Zusammenspiel mit der Sorte «Regent» und den Bedingungen der Natur das besondere Etwas.
Es ist ein tiefroter Wein mit Violettnote, mit blumigem, an Cassis erinnernden, fruchtigem Duft. Der kräftige Geschmack erinnert an Weine aus Südfrankreich. Ergänzt wird Rufers Angebot durch den gleichnamigen hellroten leichten Rosé.

In Schweden gibts keine Reben

Rudolf Rufer, dem «Hobbywinzer im Unruhestand», kommt seine Ausbildung und Erfahrung im Gemüsebau zustatten. Als Ergänzung dazu hat er den dreiteiligen, acht Tage dauernden Hobby-Winzerkurs in Wädenswil besucht. «Gepackt» hat es auch seine Frau Birgitta. In ihrer Heimat Schweden gibts keine Reben. Doch seitdem auch sie den Kurs besucht hat, ist sie Weinbaufan.

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