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Weitere Tuberkulose-Fälle möglich

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kantonsveterinär Grégoire Seitert hat ein Ziel vor Augen: dass die Schweiz wieder frei ist von Rindertuberkulose (TB). Nach dem ersten Fall bei einer Red-Holstein-Kuh in der Region Gibloux (Saanebezirk) wurden weitere Fälle auf einem zweiten Betrieb im Glanebezirk entdeckt. Seitert gab gestern bekannt, dass es gar einen dritten betroffenen Hof geben könnte, ebenfalls im Glanebezirk. «Der Verdacht ist noch nicht bestätigt, und ich will das Ergebnis so rasch wie möglich wissen.» Über den Hof wurde eine Milchliefersperre verhängt.

Das Problem: Es handelt sich um eine Krankheit, die sich nur langsam verbreitet und wenig ansteckend ist. Man sieht sie den Tieren nicht an; diese sind fast symptomfrei, essen gut, geben gut Milch und scheinen gesund zu sein. Nun schwärmen die Veterinäre wieder aus. Die Mission: auch jene Kühe zu testen, die Kontakt mit den kranken Tieren hatten, zum Beispiel auf einer Alp. Seitert stellte die Dimensionen klar: 4500 Tiere auf 120 Höfen in zehn Kantonen. Die Hälfte der Betriebe sind im Kanton Freiburg. Solange kein Fall bestätigt ist, sind keine Massnahmen nötig. Er schätzt, dass die Tests sechs Wochen dauern. Bis dahin könne er das Dossier nicht zu den Akten legen.

«Wir müssen den Status der TB-Freiheit behalten», betonte Seitert. Vor allem, um die Käseexporte nicht zu gefährden. Das Label «seuchenfrei» sei wichtig für den Handel. «Die Tiergesundheit in der Schweiz ist sehr gut. Das soll so bleiben.» Es gebe weder eine Impfung noch eine Behandlung für die betroffenen Tiere. Allerdings gebe es keine Anzeichen dafür, dass jemals Menschen gefährdet waren, zum Beispiel durch den Verzehr von Produkten aus der Milch der betroffenen Kühe. Dafür gebe es gute Schutzmassnahmen.

Ein radikaler Schritt

Der Anteil der angesteckten Kühe auf dem Ursprungshof war so hoch, dass Seitert beschloss, die ganze Herde vernichten zu lassen–87 Tiere. «Wir mussten eine radikale Massnahme ergreifen und die Sache beenden.» Einzelne Tests hätten zu lange gedauert. Zwei Drittel der getöteten Tiere waren infiziert. Auf dem zweiten Hof wurden vier Tiere vernichtet. Die Betriebe werden nun gereinigt. In drei Wochen sollte der Bauer auf dem Ursprungshof seine Arbeit mit neuen Tieren wieder aufnehmen können. Aussagen darüber, wie viel die Bewältigung der Seuche kostet, machte Seitert nicht. Die auf seine Order hin vernichteten Tiere würden vom Bund entschädigt. Die Kosten für die Arbeit der Veterinäre trügen die Kantone und die Nutztierversicherungen. Es sei nicht billig, wenn die Experten kreuz und quer im Land herumreisen und 4500 Tiere testen müssten. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Kosten, wenn weitere Krankheitsfälle auftauchten.

Tuberkulose-Krise: Ein ganzes Amt im Ausnahmezustand

G régoire Seitert stellte gestern klar, dass das öffentliche Interesse an seiner Arbeit und derjenigen seiner Mitarbeiter verständlich, aber nicht immer angenehm sei. Seit Beginn der Tuberkulose-Krise werde sein Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen von Anfragen überschwemmt. «Ich kann nicht einfach den Schreiber und das Messer ablegen, um Interviews zu geben.» Sein Amt arbeite auf Hochtouren, seine Leute seien Tag und Nacht unterwegs und verzichteten gar auf ihre Ferien. Und dies alles neben der eigentlichen Arbeit, wie Seitert betonte. Immerhin: Sein Team und er wurden nicht infiziert.

Die Familie des betroffenen Bauern werde psychologisch betreut, so Seitert. «Es ist eine schwierige Zeit für sie, emotional wie ökonomisch.» Immerhin wurden auch sie offenbar nicht angesteckt. fca

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