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Welche Rolle spielt die Sprache im Spital?

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«Die Qualität der medizinischen Behandlung ist nicht sprachunabhängig», dies sagte Jean-François Steiert, SP-Nationalrat und Vizepräsident der Schweizerischen Patientenvereinigung, am Donnerstagabend in einem Konferenzsaal des Kantonsspitals in Freiburg. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion debattierte er zusammen mit Pauline de Vos Bolay, Direktorin des Freiburger Spitals, und Marc-Antoine Gamba, CVP-Grossrat und Allgemeinmediziner, über die Zweisprachigkeit im Freiburger Spitalwesen. Jean-François Steiert sagte aber auch, dass die Sprachendiskussion von der Diskussion um die Strukturen des Spitals getrennt werden müsse. «Unabhängig davon, wo und wie viele Spitäler es in Freiburg geben wird, im Bereich der Zweisprachigkeit braucht es einen Effort.»

Ausgangspunkt für die Debatte um die Sprachenfrage ist die laufende Reform des Freiburger Spitals, die unter anderem vorsieht, die Akutpflege am Standort Tafers möglicherweise aufzugeben. Ein Argument der Gegner ist, dass damit ein wichtiges Angebot für die Deutschsprachigen des Kantons, insbesondere für die Senslerinnen und Sensler, verloren ginge.

Geht nicht nur um Sensler

Dass im Bereich Zweisprachigkeit ein Effort nötig ist, bekräftigte HFR-Direktorin Pauline de Vos Bolay. Sie erklärte, dass seit 2009 bereits Sprachkurse für die Angestellten angeboten würden, dass viele Ärzte zweisprachig seien, dass es aber beim Personal noch grosse Verbesserungen brauche. «Man muss handeln», sagte auch Marc-Antoine Gamba, der seine Praxis in der Stadt hat. Es gehe ja nicht nur um die Sensler Bevölkerung, sondern auch um die deutschsprachigen Stadtfreiburger und um die Seebezirkler.

De Vos Bolay betonte am Donnerstagabend immer wieder, dass die Qualität der medizinischen Behandlung Priorität habe. Es sei nicht einfach, zweisprachiges Personal zu finden. Dieses Argument führte die Debattierenden und das Publikum zum Gedanken, dass es sich lohnen könnte, Zwei- oder Mehrsprachige besser zu entlöhnen als solche, die die Partnersprache nicht beherrschen.

«Grandios gescheitert»

Der Düdinger Allgemeinmediziner Franz Engel–er setzt sich vehement für die Erhaltung des Standortes Tafers ein–sass am Donnerstagabend im Publikum. «Seit 25 Jahren kämpfe ich dafür, dass Patienten im Freiburger Spital zweisprachig aufgenommen werden», sagte er. Er glaube langsam nicht mehr daran, dass sich die Situation jemals verbessern werde. «In der Psychiatrie in Marsens, wo es so wichtig wäre, dass Leute in ihrer Sprache behandelt werden können, ist die Zweisprachigkeit grandios gescheitert.» Er könne deshalb nicht verstehen, dass man den Standort Tafers, der das Sprachproblem entschärfe, womöglich schliessen wolle.

 Konkrete Lösungen wurden am Donnerstagabend keine gefunden; als Ansätze hoben die drei Debattierenden jedoch den Lohnzuschlag, die Sprachkurse und die Möglichkeit einer deutschsprachigen Abteilung am Kantonsspital hervor.

Fast nur Deutschsprachige

 Der Direktor von Radio Fribourg-Freiburg, Markus Baumer, moderierte die Debatte, die vom Forum Partnersprachen Freiburg organisiert wurde. Zum Schluss fragte er die knapp 50 Anwesenden, wer deutscher und wer französischer Muttersprache sei. Weniger als zehn Französischsprachige hoben die Hand. Die Debatte wurde von den Podiumsgästen zumindest im zweiten Teil mehr oder weniger zweisprachig geführt, im ersten Teil herrschte Französisch klar vor.

«Die Qualität der Behandlung ist nicht sprachunabhängig.»

Jean-François Steiert

SP-Nationalrat

«In Marsens ist die Zweisprachigkeit grandios gescheitert.»

Franz Engel

Arzt für Allgemeinmedizin

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