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Wenig Gespür für hohe Symbolkraft

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Brief an die FN

Wenig Gespür
für hohe Symbolkraft

Seltsam, in der Stadt Freiburg aufzuwachsen: Freiburgs Kinder besuchen Schulen, an denen deutsch und französisch unterrichtet wird. Sie leben in Häusern und Gassen, in denen deutsch und französisch gesprochen wird. Sie kaufen in Läden ein, in denen Sie deutsch und französisch bedient werden. Sie schätzen die Kathedrale, die Ambiance und den Charme Freiburgs. Sie fiebern mit dem HC Gottéron. Für Cardinal gehen Deutsch und Welsch gemeinsam auf die Strasse. Beide Sprachgruppen verstehen sich als Freiburgerinnen und Freiburger. So soll es auch sein. So will es auch das Volk.

Regiert wird Freiburg hingegen von einem Syndic und einem Gemeinderat, die die pragmatische Zweisprachigkeit propagieren, aber auf der juristischen Einsprachigkeit der Stadt beharren. Das hat Tradition: Erst nach jahrelangen Diskussionen liessen Freiburgs Politiker zu, dass am Bezirksgericht Saane auch deutsch gesprochen werden darf. Die Zähringerstadt zählt nach zähen Verhandlungen ca. 40 Gassen und Plätze, die nun deutsch und französisch angeschrieben sind. Mehr steht nicht zur Diskussion und wäre unzumutbar.
De Buman warb unglaubwürdig und dementsprechend erfolglos mit dem Trumpf der Zweisprachigkeit in Bern, als es darum ging, das Verwaltungsgericht nach Freiburg zu holen. Er verhinderte aber bestimmt und erfolgreich, dass am Bahnhof die Stadt zweisprachig angeschrieben wird. Nach dieser Tradition sind Deutschfreiburgerinnen und Deutschfreiburger als zahlende Mitbürgerinnen und Mitbürger geduldet und werden als Untergebene behandelt.

Wer wie das «FNAC» von aussen kommt, beschriftet selbstverständlich alles zweisprachig. Hier gilt ein aufgeklärtes Gesetz: Französisch- und Deutschsprachige werden beide willkommen geheissen und als Könige bedient.

Der derzeitige Syndic Bourgknecht hat eingestanden, er sei ob seiner Aussage im DRS-Regionaljournal selbst erschrocken. Die Stadt Freiburg sei natürlich zweisprachig. Ist dieses Eingeständnis nun seiner Einsicht oder seiner Sorge um die juristisch existenten Stimmen der deutschsprachigen Stadtbevölkerung und der politisch zentralen Agglomerations-Gemeinden Tafers und Düdingen zuzuschreiben?

Hat er wohl realisiert, dass er in seinem Amt eine öffentliche Person und damit ein Aushängeschild der Stadt Freiburg ist, genauso wie das Schild am Bahnhof? Der gesamte Gemeinderat der Stadt Freiburg zeigt seit Jahren wenig Gespür für die hohe Symbolkraft seiner Entscheidungen und Verlautbarungen. Als offizielle Behörde der zweisprachigen Stadt kommuniziert er wiederholt nach aussen, dass Freiburg juristisch einsprachig ist und ist dann erstaunt, wenn dies zur Kenntnis und auch ernst genommen wird. Die andern Politiker schweigen um der «delikaten Sprachenfrage» willen …
Merke: Wer sich der Zweisprachigkeit schämt oder Angst vor ihr hat, soll unbeholfen weiterwerkeln, kleinkariert formaljuristisch argumentieren und sich weiterhin blamieren. Wer hingegen stolz auf die Zweisprachigkeit ist und wie ein Wirtschaftsunternehmen über Weitsicht, Grosszügigkeit und Selbstbewusstsein verfügt, soll hinstehen und seine Pflicht tun: Unausgegorene Gesetze und sprachpolitische Fehlentscheidungen sind zum Widerrufen und zum Verbessern da.

Beat Bertschy, Düdingen

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