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Weniger Geld trotz AHV-Zustupf

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Ständerat und Nationalrat haben sich für die Umsetzung der Rentenreform «Altersvorsorge 2020» entschieden. Die Parlamentarier haben damit grünes Licht für wichtige Änderungen in der ersten und zweiten Säule gegeben. Die Volksabstimmung erfolgt am 24. September 2017. Dies wird Konsequenzen auf die Höhe der künftigen Renten aus AHV und Pensionskasse haben.

Sinkender Umwandlungssatz

Der Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge (BVG) soll von 6,8 auf 6 Prozent sinken. Mit diesem Satz rechnen die Pensionskassen die Altersguthaben in eine Rente um. Durch die Reform schrumpfen die Renten im BVG-Obligatorium um rund 10 Prozent.

Tatsächlich müssen sich künftige Pensionierte aber auf noch tiefere Renten einstellen. Der Grund: Viele Pensionskassen verwalten «umhüllend» auch Guthaben, die über den obligatorisch versicherten Lohn von 84 600 Franken hinausgehen. Im Überobligatorium können sie selbst entscheiden, wie viel Zins sie zahlen und mit welchem Umwandlungssatz sie Erspartes in Renten umwandeln, solange sie die obligatorischen Leistungen erbringen.

Wegen der tiefen Zinsen senken immer mehr Pensionskassen den Umwandlungssatz im Überobligatorium, damit sie die Anforderungen im Obligatorium erfüllen können. Schon heute beträgt der «umhüllende» Umwandlungssatz bei einigen Kassen nur noch rund 5 Prozent – dadurch sinken die Renten in vielen Fällen um rund 20 Prozent.

Zusätzliche Kosten

Eine weitere Massnahme des Reformpakets ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent. Damit soll die Finanzierungslücke bei der AHV geschlossen werden. Mit 180 Franken fallen die zusätzlichen Kosten in unserem Beispiel bescheiden aus, wenn man annimmt, dass ein 55-jähriger Mann jedes Jahr 30 000 Franken ausgibt für mehrwertsteuerpflichtige Konsumgüter. Insgesamt nehmen die jährlichen Kosten aber um rund 680 Franken zu.

Der Grund: Der Arbeitnehmer zahlt wegen des tieferen Koordinationsabzugs höhere Beiträge in die Pensionskasse; zudem steigen seine AHV-Beiträge um 0,15 Prozent.

70 Franken mehr AHV

Mit der Rentenreform erhalten Neurentner jeden Monat 70 Franken mehr AHV. Damit sollen die Einbussen ausgeglichen werden, die durch die Senkung des Umwandlungssatzes im Obligatorium entstehen. Unter Umständen bekommt ein künftiger Pensionierter trotzdem weniger Rente. Ein Beispiel: Ein 55-Jähriger erhält künftig eine jährliche AHV-Rente von 29 040 Franken. Mit dem AHV-Zuschlag von 840 Franken pro Jahr kann er die Einbussen in der Pensionskasse nicht kompensieren – unter dem Strich erhält er über 1800 Franken weniger Rente.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass man selber in die eigene Vorsorge investiert. Spätestens mit 55 Jahren sollte man mit der Planung seiner Pensionierung beginnen. Im Zentrum steht die Frage, ob die Leistungen aus Pensionskasse und AHV zusammen mit dem Vermögen ausreichen, um die künftigen Ausgaben zu decken. Werden Lücken ersichtlich, gibt es Möglichkeiten, diese zu schliessen. So kann es sich etwa lohnen, eine Säule 3a aufzubauen. Erwerbstätige mit Pensionskasse können dieses Jahr bis zu 6768 Franken in die Säule 3a einzahlen und den ganzen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Zudem gelten Einkäufe in die Pensionskasse als eine der effektivsten Möglichkeiten, um Steuern zu sparen – vorausgesetzt, man kauft sich in den Jahren vor der Pensionierung ein und bezieht den freiwillig einbezahlten Betrag wieder in Kapitalform. Vorsicht: Wer sich das einbezahlte Geld als Kapital auszahlen lassen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vor dem Bezug einkaufen.

Der Autor

Elmar Cosandey ist Finanzplaner mit eidgenössischem Fachausweis und Niederlassungsleiter des VZ VermögensZentrums in Freiburg.

uh

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