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Weniger Jobs – mehr Arbeit fürs RAV

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Regula Saner

Carole Blanc arbeitet seit 13 Jahren beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV Zentrum/Saanebezirk. Seit 2008 hat sie dort auch die Leitung inne. Kurz vor dem Interviewtermin um 14 Uhr bildet sich vor den RAV-Räumlichkeiten an der Zeughausstrasse bereits eine Menschenschlange: Männer und Frauen ohne Arbeit.

Diese vielen Menschen hier, ist das immer so?

Ja, kurz vor Öffnung der Büros gibt es immer eine Ansammlung von Leuten vor der Tür. Aber ich muss schon sagen: Jetzt ist es extrem. Im Monat Dezember hatten wir täglich 25 Neueinschreibungen. Einmal hatten wir sogar 50 Personen an einem einzigen Tag.

Haben Sie eine solche Situation in ihrer 13-jährigen Karriere beim RAV schon einmal erlebt?

Hohe Arbeitslosigkeit gibt es immer wieder. Aber normalerweise verhält sie sich entsprechend den saisonalen Schwankungen immer gleich: In den Sommermonaten ist sie tiefer als in den Wintermonaten. Die Anzahl Neueinschreibungen beginnt im November in der Regel zu zuzunehmen, zwischen Januar und Februar geht dann die Arbeitslosigkeit langsam zurück. Nicht so dieses Jahr. Seit vergangenem September stieg die Kurve der Neueinschreibungen überdurchschnittlich stark an und erreichte im Dezember ihren Höhepunkt. Und die Arbeitslosenquote ist, anstatt zu sinken, im Januar/Februar weiter angestiegen. Es ist dieser abrupte Anstieg der Arbeitslosigkeit, welchen ich so noch nie erlebt habe.

… was auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen ist …

Nicht nur. Wir hatten dieses Jahr einen besonders strengen Winter und deshalb konnte auf dem Bau nicht gearbeitet werden. Erst wenn der Winter vorbei ist, können wir sagen, welche Auswirkungen die Krise auf den Arbeitsmarkt wirklich hat.

In der Stadt Freiburg ist die Arbeitslosenquote mit 6,2 Prozent besonders hoch, wie ist das zu erklären?

Zuerst ist wichtig zu sagen, dass die Arbeitslosenquote nur diejenigen Personen einschliesst, welche überhaupt nicht arbeiten können. Nimmt man die Stellensuchenden dazu, d. h. jene Leute, welche in einem Zwischenverdienst tätig sind oder an einer Umschulung teilnehmen, dann haben 9,5 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Stadt keinen definitiven Job. Dieser Prozentsatz wiederum ist ebenfalls zu relativieren, da die erwerbstätige Bevölkerung auf Zahlen der Volksbefragung vom Jahr 2000 beruht und die Bevölkerung seither stark zugenommen hat.

Zurück zu Ihrer Frage: In der Stadt gibt es mehr Ausländer, mehr unqualifizierte Arbeitnehmer und mehr Frauen, die Teilzeit arbeiten. Und diese Kategorien von Arbeitnehmern sind von der Arbeitslosigkeit stärker betroffen.

Eine Erholung der Konjunktur dürfte noch einige Zeit auf sich warten lassen. Für die RAV bedeutet das viel Arbeit, wie haben Sie sich darauf eingestellt?

Normalerweise betreut ein RAV-Berater oder eine RAV-Beraterin 120 Arbeitslose. Derzeit sind es 160. Der Kanton Freiburg hat auf die sich abzeichnende Entwicklung sehr schnell reagiert. Beim RAV des Saanebezirks ha- ben wir bereits im Sommer 2008 begonnen, neues Personal einzustellen. Derzeit laufen noch einige Bewerbungsgespräche, total werden beim RAV Saanebezirk acht zusätzliche Stellen geschaffen. Unser Team zählt sodann 50 Mitarbeitende. Im ganzen Kanton wurden insgesamt 17 neue RAV-Berater eingestellt.

Reicht das, um den Ansturm zu bewältigen?

Nein, zusätzlich müssen wir klare Prioritäten setzen. In erster Linie geht es darum, die Neueinschreibungen vorzunehmen, die Stellensuchenden auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen und ihnen die Unterlagen für die Auszahlung des Arbeitslosengeldes zu übergeben. Sodann müssen wir gucken, dass die Saisonniers so schnell wie möglich ihre Arbeit wieder aufnehmen können und dass wir die anderen Arbeitslosen mit einem Beschäftigungsprogramm bei einer öffentlichen Körperschaft oder bei einer gemeinnützigen Institution im Arbeitsleben halten können. Erst wenn die Arbeitslosigkeit wieder zurückgeht, können wir uns um Wiedereingliederungsmassnahmen kümmern und eine zusätzliche Begleitung der Arbeitslosen leisten.

Das heisst, gegen die jetzige Arbeitslosigkeit kann das RAV nichts tun?

Nein. Was wir aber können, ist die Wiedereinstellungen durch Unternehmen unterstützen.

Wie das?

Indem wir versuchen, die Leute in irgendeiner Form im Arbeitsprozess zu halten. Und mit Hilfe unserer internen «Stellenvermittlung». Drei Mitarbeiter des RAV sind in ständigem Kontakt mit rund einem Viertel der Unternehmen, die es im Saanebezirk gibt. Sie kennen ihre Bedürfnisse genau und können so die erwünschten Arbeitskräfte vermitteln, sobald eine Stelle frei wird. Gerade in Krisenzeiten verlieren auch gut qualifizierte Arbeitnehmer ihren Job, weshalb das RAV entgegen vieler Vorurteile den Unternehmen auch gute Dossiers unterbreiten kann.

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