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Weniger Verkehr im Stadtzentrum

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Autor: Mireille Rotzetter

Insgesamt hat der Verkehr nach der Einführung der Einbahnstrasse vor dem Bahnhof im Stadtzentrum von Freiburg um gut drei Prozent abgenommen. Dies zeigt eine Studie des Gemeinderates, welche Ammann Pierre-Alain Clément, Gemeinderat Thierry Steiert und der für den Verkehr zuständige Dienstchef Jean-Charles Bossens gestern den Medien vorstellten.

Im April 2010 und 2011 wurden an verschiedenen Standorten Autos gezählt. Die Zählungen fanden an durchschnittlichen Tagen statt, also nicht an Ferien- oder Feiertagen. Der Vergleich der Resultate zeigt, dass die Verkehrsabnahme in der Bahnhofallee selbst am höchsten ist. In den Strassen um den Bahnhof (Südallee, Affrygasse, Europaallee und Cardinal-Unterführung) hat der Verkehr jedoch zugenommen. «Besonders in der Affrygasse werden wir etwas unternehmen müssen», sagte Dienstchef Bossens. Konkrete Massnahmen seien aber noch nicht geplant.

Quartiere weniger belastet

Die Studie zeigt, dass der Verkehr in den meisten Quartieren, die von der Einführung der Einbahnstrasse direkt oder indirekt betroffen sind, abgenommen hat – dies entgegen vielen Befürchtungen und Beschwerden. «Die subjektive Wahrnehmung vieler Leute deckt sich erstaunlicherweise nicht mit den Ergebnissen der Studie», sagte Gemeinderat Thierry Steiert. Gerade in der Altstadt, wo sich viele Anwohner über eine Zunahme des Verkehrs beklagten, zeige sich eine solche gar nicht.

Anne Folly, Co-Präsidentin des Quartiervereins der Au, hatte gestern noch keine Kenntnis von der Studie. Auf Anfrage sagte sie jedoch: «Die Anzahl erfasster Autos kann ich nicht anzweifeln. Es geht aber nicht nur darum. Im Quartier sind die Automobilisten oft zu schnell unterwegs und respektieren die Begegnungszonen nicht.» Sie werde die Studie nun genau anschauen und sich zusammen mit dem Quartierverein eine Meinung bilden. Eine Zunahme des Verkehrs wurde in den Zufahrtsstrassen zur Stadt, also beispielsweise der Jura-, der Murten- oder der Bernstrasse, gemessen. «Das ist ein Ziel der Verkehrspolitik», sagte Steiert. Das Stadtzentrum werde umfahren. Die Zunahme sei zudem nicht nur mit der Einführung der Einbahnstrasse zu begründen, sondern könne auch an der Verkehrszunahme insgesamt liegen.

Lärm hat abgenommen

Laut Studie hat die Einbahnstrasse positive Effekte auf die Lärm- und die Luftbelastung. Beispielsweise bei der Südallee und der Affrygasse wurden die Strassenbeläge als Begleitmassnahme durch lärmarme Beläge ersetzt.

Bezüglich der Luftbelastung liegen keine Messungen vor. Bossens hielt fest, dass weniger Autos automatisch auch weniger Luftverschmutzung bedeuteten. Das Amt für Umwelt untersuche alle zwei Jahre die Luftqualität; diese Untersuchungen würden dann genaue Zahlen liefern.

Es gibt wieder Ampeln

Eine Erkenntnis aus der Studie ist, dass die Ampeln an der Bahnhofallee wieder eingeführt werden müssen. «In Zusammenarbeit mit den TPF sind wir zu diesem Entschluss gekommen», sagte Ammann Pierre-Alain Clément. Für die Busfahrer sei die Situation am Fussgängerstreifen zwischen Fribourg-Centre und Bahnhof unbefriedigend, ja gefährlich. «Es ist sinnvoll, die Ampeln wieder zu montieren, selbst wenn es zum Nachteil der Fussgänger geschieht», sagte Bossens. Die Ampeln sollen allerdings nur zu den Stosszeiten eingesetzt werden. Bis es so weit ist, dauert es noch eine Weile. «Der technische Aufwand ist gross, im Laufe dieses Jahres werden wir die Ampeln aber aufstellen», sagte Steiert.

Die Fussgänger haben sich an das freie Überqueren der Bahnhofstrasse gewöhnt.Bild Corinne Aeberhard

Kritik: Die Resultate überzeugen die FDP Freiburg überhaupt nicht

Vincent Jacquat, Präsident der FDP Freiburg, zweifelt die Resultate der vom Gemeinderat Freiburg durchgeführten Studie zu den Auswirkungen der Einbahnstrasse vor dem Bahnhof stark an. «Da das Amt für Mobilität die Studie durchgeführt hat, ist sie überhaupt nicht unabhängig», sagt er. Ihm fehlen zudem genaue Zahlen. «Die Luftqualität wurde nicht gemessen.» Es sei falsch, davon auszugehen, dass weniger Autos automatisch weniger Luftverschmutzung bedeuten würden. «Wenn Autos im Stau stehen, gibt es viel mehr Abgas, als wenn sie fahren können.» Allgemein seien die Resultate zu wenig detailliert und auch unvollständig. «Die Vignettazstrasse wurde in der Studie zum Beispiel nicht beachtet.» Es sei insgesamt nicht klar, mit welcher Methode vorgegangen wurde.

Den Entscheid zur Wiedereinführung der Ampeln begrüsst Jacquat, er findet aber, diese sollten stets und nicht nur zu den Stosszeiten in Betrieb sein. «Ausserdem sind die Ampeln nicht nur für die Bus-Chauffeure, sondern auch für die Sicherheit der Fussgänger wichtig.»

Die FDP Freiburg will nun vom Gemeinderat genauere Zahlen fordern. Zudem wartet sie noch auf einen Entscheid des Kantonsgerichts: Die FDP hat Anfang 2011 bei der Gemeinde die Initiative «Mehr Verkehrsfluss, weniger Einbahnstrassen» eingereicht, unterschrieben von 3700 Bürgern. Im Oktober 2011 wurde diese für ungültig erklärt, was die FDP angefochten hat. mir

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