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Wenn das Essen Kummer macht…

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Ernährungsberater müssen sich immer öfter mit Kindern befassen

Ein Bild des Suppenkaspars bildete den Beginn des Vortrages von Dr. med. Bettina Isenschmid, Ärztin an der Psychiatrischen Polyklinik des Inselspitals in Bern. Weshalb verweigert ein Kind plötzlich jegliche Nahrungsaufnahme? Was kann man dagegen tun? Im Falle des Suppenkaspars verläuft die Magersucht schliesslich tödlich. Doch nicht immer muss die Nahrungsverweigerung so dramatisch enden.

Kulturelle Bedeutung des Essens

In unserer Gesellschaft nimmt das Essen einen immer grösseren Stellenwert ein. Ein Fest ohne Festessen kann man sich gar nicht mehr denken. Essen wird daher auch oft als eine Art der Kommunikation interpretiert. Ist also die Nahrungsverweigerung eine Abgrenzung von der Umwelt?

Es gibt aber auch noch andere Betrachtungsweisen, ausgehend vom modernen Schlankheitsideal. «Im Sommer geraten die jungen Mädchen unter Druck. Sie wollen in ihren Bikinis eine möglichst gute Figur machen und greifen daher zu unkonventionellen Mitteln», erklärte Bettina Isenschmid.
Es gibt schliesslich auch genug Vorbilder, die magersüchtig sind. Die ehemalige Miss Schweiz, Sonja Grandjean, zum Beispiel wog bei ihrer Wahl gerade einmal 54 Kilogramm bei einer Körpergrösse von 1,74 Metern.

Abnehmen gilt als schick

Dazu kommt noch, dass Abnehmen heute auf grosse Anerkennung stösst. Und Komplimente haben ja schliesslich noch niemandem geschadet. Interessant ist jedoch, dass es vor allem junge Frauen sind, die unter einer Magersucht leiden.

Männer scheinen weniger Probleme mit ihren Idealen zu haben. Doch aus dem Sport sind erstaunliche Fakten zu vernehmen: Im Boxen und im Ringen wird in verschiedenen Gewichtsklassen gestartet. So kommt es vor, dass die Sportler vor dem Wettkampf den Muskelaufbau für eine höhere Gewichtsklasse betreiben, jedoch vor dem Wettkampf mit Erbrechen und Abführen ihr Körpergewicht senken. Winkt am Schluss noch ein Sieg, so scheint dieser Aufwand gerechtfertigt. Nach dem Wohlbefinden fragt niemand. Man geht davon aus, dass an die 2 Prozent der Frauen zwischen 12 und 30 Jahren an einer Magersucht leiden. Bei etwa fünf Prozent ist die Krankheit nicht ganz ausgeprägt. Die Bulimie, die sogenannte Ess- und Brechsucht, hat höhere Zahlen zu verzeichnen: Es werden mit bis zu acht Prozent gerechnet.
Die Magersucht macht sich auf verschiedene Weisen bemerkbar. In allen Fällen aber fühlen sich die zum Teil stark untergewichtigen Frauen noch immer zu dick und wollen weiter abnehmen. Ausserdem bleibt die Menstruation aus, durch die einseitige Ernährung ist die Eiweissversorgung nicht mehr gewährleistet, und die Betroffenen leiden an Untertemperatur. Oft geht die Magersucht auch mit Zahnproblemen einher, die unbedingt ärztlicher Behandlung bedürfen.

Eine Reaktion auf Probleme?

Die jungen Menschen sind heute von allen Seiten sehr stark gefordert. Plötzlich müssen sie die eigenen Ziele hinten anstellen und es wird von ihnen erwartet, dass sie sich in allen Situationen richtig zu verhalten wissen. Es kommt vor, dass sie resignieren und glauben, den Forderungen nicht gerecht werden zu können. In einem nächsten Schritt stellen sie sich vor, wie viel einfacher es wäre, wenn sie einem Ideal entsprechen würden. Wer gut aussieht, hat Erfolg. Dann, denken sie, werde alles besser.

Zwischen normal und krankhaft

«Die Kontrolle ist das Mass», informiert Magali Volery, diplomierte Ernährungsberaterin und Psychologin FSP aus Genf. «Solange man die Menge der Nahrungsaufnahme unter Kontrolle hat und das Verhältnis zwischen Hunger und Appetit ausgeglichen ist, liegt keine Essstörung vor.» Bei der Magersucht verspürt man zwar Hunger, aber keine Lust; und bei der Bulimie siegt die Lust über den Hunger.

«Man könnte es als Zwang bezeichnen, der im Kopf der Betroffenen anzusiedeln ist und nicht mit den körperlichen Bedürfnissen zusammenhängt», so Volery.
Die Arbeit der Ernährungsberaterinnen bestehe in erster Linie darin, die Patienten über diese Zusammenhäge aufzuklären und sie nicht in ihren Diätwünschen zu unterstützen. Übergewicht ist die am weitesten verbreitete «Zilvilisationskrankheit». Immer häufiger sind auch Kinder und Jugendliche davon betroffen. «Doch», so Dr. med. Sandro Giambonini, Pädiater aus Lugano, «Übergewicht ist nicht in erster Linie ein psychologisches Problem, sondern vielmehr liegen die Gründe in den Genen. Kinder von übergewichtigen Eltern sind selber oft auch übergewichtig.»
In der Vergangenheit überlebte, wer die Energie am besten aufnehmen, speichern und verwerten konnte. Es ging darum, unter härtesten Bedingungen zu bestehen, so dass sich eine natürliche Selektion einstellte. Doch die Umwelt hat sich seither sehr stark gewandelt, im Gegensatz zu den menschlichen Genen.
Nahrung ist heute im Überfluss vorhanden, und durch die Sesshaftigkeit konnte sich auch ein gewisser Luxus etablieren. «Die Gene sind überflüssig geworden. Es wäre an der Zeit für eine neue Selektion», schmunzelt Giambonini.

Arbeit mit Kindern

Sonja Mannhard, diplomierte Oecotrophologin aus Basel, legte in ihrem Referat die Bedeutung von kindergerechter Behandlung bei Übergewicht dar. «Man kann Kindern nicht die Verdauung erklären, das interessiert sie nicht. Vielmehr muss man mit ihnen über konkrete Dinge sprechen. Denn Kinder essen kein Fett, Kinder essen Kuchen, Guetsli und Pommes-frites.»

Die Kunden der Ernährungsberaterinnnen und Ernährungsberater, werden immer jünger, deshalb gilt es, sich neu zu orientieren, um auch Kindern die nötige Hilfe im Kampf gegen die Pfunde anbieten zu können.

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