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Wenn der Hausarzt in Pension geht

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Wenn der Hausarzt in Pension geht

Autor: Pascale HOfmeier

Mit den Sorgen seiner Patienten ist Richard Buchli täglich konfrontiert. Seit bekannt ist, dass er am 31. Juli in Pension gehen will, sind es auch Ängste, Bedauern und Besorgnis. «Einige fühlen sich im Stich gelassen, haben aber gleichzeitig Verständnis, dass auch ein Arzt in den Ruhestand gehen darf.»

Richard Buchli, 68-jährig, seit 27 Jahren Hausarzt mit Praxis in Überstorf, hat zehn Jahre lang nach einem Nachfolger gesucht. Zuerst sah es so aus, als ob seine Tochter die Praxis übernehmen würde. Diese hat sich aber für die Arbeit in einem Entwicklungsland entschieden.

Ärztenetz springt in Lücke

Buchli suchte in Deutschland, im Internet, im Bekanntenkreis und bei den Assistenzärzten, die in seiner Praxis einen Teil der Ausbildung absolvierten. Ohne Erfolg. Nach zehn langen Jahren hat er nun doch eine Lösung gefunden: Die Swiss-Med-Net AG aus Alpnach übernimmt die Praxis.

Hinter dem Firmennamen steht ein Ärztenetz, das in der Schweiz bisher sieben allgemeinmedizinische Praxen betreibt. Das System funktioniert folgendermassen: Das Netzwerk übernimmt die Praxis und sucht nach einem neuen Hausarzt. Dieser erhält einen Anstellungsvertrag mit der Option, die Praxis nach einigen Jahren definitiv zu übernehmen. Das erleichtert den Start: Es besteht kein finanzielles Risiko, weil die Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Und die Administration wird den jungen Ärzten abgenommen. «Viele lassen sich wegen der Administration von der Hausarztmedizin abschrecken», sagt Thomas Eldner, der die Firma gegründet hat.

Unterstützung mit Wissen

Die Swiss-Med-Net könne auf bewährte Infrastrukturen zurückgreifen, seien dies Computerprogramme für die elektronische Patientendokumentation oder gar erfahrenes Praxispersonal, das zur Verfügung gestellt wird. «Wir können den Ärzten Arbeit abnehmen.» Die Ärzte sind mit einem gewinnbeteiligten Lohn über das Netzwerk angestellt. «Medizinisch sind sie unabhängig», sagt Eldner. Für die Patienten ergäben sich keine Änderungen – ausser, dass sie von einem neuen Arzt behandelt werden. «Es ist nicht so, dass jede Woche ein anderer Arzt die Praxis führt. Die Patienten haben weiterhin einen festen Hausarzt», sagt Eldner, räumt aber ein, dass ein Wechsel nach einigen Jahren möglich sei.

Nationales Politikum

«Obwohl ein Nachfolger kommen wird, sind die Patienten sehr verunsichert», sagt Buchli. Und dies nicht ganz unberechtigt: Der Hausärztemangel in der Schweiz ist längst auf die politische Agenda gerückt. In der Schweiz werden insgesamt zu wenig Ärzte ausgebildet. Und weil die Hausarztmedizin sowohl finanziell als auch vom Arbeitsaufwand her für junge Ärzte unattraktiv ist, verwaisen immer mehr Hausarztpraxen auf dem Land.

Die Schweizer Hausärztevereinigung hat darum die Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin» lanciert und in kurzer Zeit mehr als 200 000 Unterschriften gesammelt. Diese wurden im April eingereicht. Die Initiative fordert, die Hausarztmedizin und deren Förderung in der Bundesverfassung zu verankern.

Auch auf kantonaler Ebene ist der Hausärzteschwund ein Politikum. Zum Beispiel Waadt, Genf und Thurgau unterstützen bereits Weiterbildungen für Hausärzte. In anderen Kantonen – auch im Kanton Freiburg – sind Vorstösse hängig, die Gruppenpraxen in ländlichen Gebieten fördern sollen, damit die allgemeinmedizinische Grundversorgung aufrechterhalten werden kann (siehe Interview). «Beide Ansätze sind sinnvoll, die Förderung von Ärztenetzen und Gruppenpraxen», sagt François Héritier, Präsident der Schweizer Hausärztevereinigung. Es könne sonst passieren, dass es nur noch Ärzte in den Städten gebe, «wie vor ein paar Generationen».

Auch Ärztenetz hat Mühe

Wenig erstaunlich ist es vor diesem Hintergrund, dass auch das Ärztenetzwerk Mühe hat, einen Hausarzt für die Praxis in Überstorf zu finden. «Wir sind in der Endphase bei der Auswahl der Bewerber. Wir hätten aber lieber schon früher einen Nachfolger präsentiert», sagt Eldner von Swiss-Med-Net. Die Praxis werden die Nachfolger wohl erst auf Anfang 2011 übernehmen.

Richard Buchli wird nun seine Praxis so lange weiterführen, bis ein passender Arzt seine Zusage gibt. «Es muss jemand sein, der Leistungsorientiert und menschlich kompetent ist», sagt Buchli. Denn seine Patienten im Stich lassen, das kommt für ihn nicht in Frage.

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