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Wenn der Rababou zu King Kong mutiert – Leslie Umezaki verbindet in ihren Illustrationen Peru, Japan und Freiburg.

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Eigentlich leidet Leslie Umezaki an einer Farballergie. Kommt sie mit Ölfarbe in Kontakt, tränen die Augen und trieft die Nase. Während ihres Kunststudiums in der peruanischen Hauptstadt Lima, in der sie einen grossen Teil ihres Lebens verbracht hat, musste sie deswegen fast täglich leiden – sechs Jahre lang. Denn an der Katholischen Universität wurde sehr viel mit Ölfarbe gemalt: «Ich war sozusagen immer krank!», erinnert sich die Künstlerin.

Photoshop statt Pinsel

Heute lebt die 46-Jährige in Freiburg. In einem Altstadthaus hat sie sich ihr eigenes Reich geschaffen. Die Ölfarbe hat ausgedient: Längst ist die Illustratorin auf Acrylfarbe und Gouache umgestiegen – oder sie malt mit einem Spezialstift über ein Grafik-Tablet direkt auf Photoshop. «Damit kann ich die Farben mit wenigen Klicks anpassen oder Objekte verschieben», erklärt die Künstlerin. Auch Handgemaltes erhält am Ende noch einen digitalen Schliff. Der Computer ist zu ihrem wichtigsten Arbeitsgerät geworden, wie Leslie Umezaki im Video zeigt:

 

Rababou mutiert zu King Kong

Leslie Umezaki hat sich über die Zeit ein beeindruckendes Repertoire an Stilen und Techniken angeeignet. Doch am liebsten malt sie mit starken, leuchtenden Farben. Viele ihrer Illustrationen zeigen Welten, die aus Träumen stammen könnten. Die bunten Kleider der Figuren und die Landschaften sind vom Geburtsland der Künstlerin und von der Vielfalt der peruanischen Flora inspiriert. Der Wald neben dem Funiculaire in Freiburg verwandelt sich in einen Urwald, Wilhelm Tells Sohn Walterli mutiert zu einem Stier, und der knallrote Rababou terrorisiert die Unterstadt wie sein in Japan populäres Pendant King Kong einst New York.

Einen Albtraum, der wohl auf die Zeit an der Uni und ihre Farballergie zurückgeht, hat Leslie Umezaki in einem Selbstporträt festgehalten:

Den japanischen Nachnamen, mit dem die gebürtige Peruanerin ihre Bilder unterschreibt, hat ihr Vater an sie weitergegeben. Dessen Eltern waren 1935 aus der japanischen Stadt Fukuoka nach Peru ausgewandert und liessen sich in Lima nieder.

Nach ihrem sechsjährigen Kunststudium erhielt Leslie Umezaki eine Festanstellung bei einer Zeitung. «Ich hatte geregelte Arbeitszeiten, arbeitete acht Stunden am Tag. Damit habe ich meinen Lebensunterhalt bestritten», erzählt sie zurückblickend. Mit der Zeit wurden auch Verlage auf die Künstlerin aufmerksam, für die sie Kinder- und Schulbücher illustrierte. So kam sie erstmals in Kontakt mit Illustrationen für Kinder.

Japanisch für Anfänger

2008 erhielt die damals 38-Jährige ein Stipendium an einer japanischen Universität zugesprochen – in Fukuoka, der Heimat ihrer Grosseltern. Eine Woche vor Studienbeginn erfuhr sie dann, dass sie aufgrund von Platzbeschränkungen von der öffentlichen Universität an die private Kyushu-Sangyo-Universität versetzt werde. Über die schönen Räumlichkeiten und den hohen Standard freute sie sich – darüber, dass der Unterricht nur auf Japanisch durchgeführt wurde, weniger. Schnell merkte sie, dass ein Photoshop-Kurs so ein wenig komplizierter ist – trotz ihrer Grundkenntnisse des Japanischen: «Wenn der Dozent auf Photoshop etwas demonstrierte, zählte ich einfach von links nach rechts ab, auf welchen Menüpunkt er geklickt hatte, und klickte dann in der englischen Version auf den Menüpunkt an derselben Position.» In der Folge verlagerte sie ihren Fokus auf eher handwerkliche Unterrichtsfächer.

Nach ihrem einjährigen Aufenthalt in Japan ging Leslie Umezaki noch einmal nach Peru, «um dort die Koffer zu packen» – denn die Liebe zog sie in die Schweiz nach Neuenburg. Ihr Freund arbeitete an der dortigen Universität an seinem Doktorat. Kurze Zeit später folgten die Hochzeit in New York und der Umzug nach Freiburg. Den französischen Logopäden hatte sie 2008 auf Reisen kennengelernt.

Zurück auf Anfang

Alles, was Leslie Umezaki bis dahin erreicht hatte, zählte in der Schweiz plötzlich nichts mehr. Während sie in Peru gut mit den Verlagshäusern vernetzt war, kannte sie in Freiburg niemanden. Die mangelnden Französischkenntnisse erschwerten die Situation zusätzlich.

Erst 2013 erschien ihr erstes Kinderbuch auf Französisch – bei einem kleinen Verlag in Frankreich. Es folgten weitere Aufträge und Ausstellungen. Anders als in Peru kann Leslie Umezaki in Freiburg auch heute nicht allein von ihren Illustrationen leben. Seit 2013 gibt sie im Rahmen der ausserschulischen Aktivitäten der Stadt Freiburg Kunstkurse für Kinder. An der Primarschule Burg und der Primarschule Villars- Vert in Villars-sur-Glâne unterrichtet sie zudem zweimal pro Woche.

Die Ruhe genossen

Während der Betrachter von Leslie Umezakis Bildern immer auch gedanklich reist, fühlt sich die Illustratorin zu Hause am wohlsten: «Ich gehe nicht viel raus. Wenn ich das Haus verlasse, dann um Ateliers zu leiten oder mit meinem Hund spazieren zu gehen.» Aus diesem Grund waren die Corona-Massnahmen für sie persönlich kein grosser Schock. Sie habe es genossen, dass ein bisschen weniger los war.

Beruflich war die Corona- Pandemie jedoch ein grosser Einschnitt für Leslie Umezaki. Alle ihre Kurse mussten abgesagt werden. Viele weitere Projekte wurden verschoben oder abgebrochen. «Ich bin froh, dass ich in dieser Zeit einen fixen Lohn erhalten habe. Ohne meinen Mann wäre es aber schwierig geworden, die Miete zu bezahlen.»

Mit einer befreundeten Philosophin arbeitet Leslie Umezaki zurzeit an einem Projekt mit Kindern. Die Idee: Die Teilnehmer reflektieren, wie sie die Corona-Krise erlebt haben, und bringen ihre Erfahrungen dann gemeinsam mit der Illustratorin zu Papier. Das Projekt ist eines von 13 Projekten, die von der Stadt Freiburg un-ter 47 Vorschlägen ausgewählt und im Rahmen einer Corona-Hilfsaktion mit 5000 Franken unterstützt wurden. Am Ende werden die Bilder in einer Ausstellung präsentiert. Zwei weitere Arbeiten von Leslie Umezaki stehen kurz vor dem Abschluss: Im November erscheint ihr nächstes Kinderbuch «Mystérieuse histoire du surf à Hawaï» und im Herbst dann der Adventskalender der Notschlafstelle La Tuile.

In einer Serie widmen sich die FN den Kunstschaffenden im Kanton. Das Interesse gilt allen Kunstformen: der bildenden, darstellenden, musikalischen und literarischen Kunst. Nach dem Corona-Lockdown soll den Künstlern so ein wenig der ihnen gebührenden Aufmerksamkeit zurückgegeben werden.

 

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