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Wenn der Vollmond Fische weckt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Schwarm Egli jagt durch den Murtensee. Sonnenlicht fällt durch das Wasser auf die gestreiften Körper, und doch sind sie nah genug am Schilf, um sich in Sekundenschnelle verstecken zu können. Die Oberfläche des Sees ist ein Wechsel aus Licht und Schatten – doch spielen diese Lichtverhältnisse für seine Bewohner überhaupt eine Rolle?

An diesem sonnigen Spätsommermorgen ist der Egli­schwarm auf der Suche nach Plankton. Dieser ist dort zu finden, wo Licht ist, und wo Plankton ist, sind auch Fische, erklärt Fischereiaufseher Elmar Bürgy. Es gibt aber auch Fischarten, die bei der Jagd die Dunkelheit nicht scheuen: Der Wels beispielsweise sieht nicht so gut, dafür hat er einen umso ausgeprägteren Tast- und Geruchssinn. Damit sucht er im Dunkeln den Seegrund nach Nahrung ab.

Auch der Karpfen ist eher in der Nacht anzutreffen. Man könne aber keine genaue Aussage machen, sagt Elmar Bürgy: «Die Aktivitäten von tag- und nachtaktiven Fischen überschneiden sich.» Im Dunkeln orientieren sich Fische dank dem Nervensystem, welches entlang ihrer Flanken an den sogenannten Seitenlinien verläuft, an Schallwellen im Wasser und an der Druckwahrnehmung.

Sonnenpause auf dem See

22 Grad hat das Wasser, für die Egli fast zu warm, sagt Elmar Bürgy. Das bestätigen zwei Fischer, die etwas weiter draussen auf dem See in ihrem Fischerboot hin und her schaukeln. Auf Bürgys Frage, ob sie am Fischefangen seien, rufen sie lachend zurück: «Nein, wir sind am Hoffen!» Routiniert lenkt der Fischereiaufseher sein Boot näher an das der beiden Fischer. Er kontrolliert einen Behälter, in dem einige Egli zappeln, und vergleicht ihre Anzahl mit dem Kontrollheft, in das die Fischer ihren Fang eintragen: Pro zehn Egli wird am entsprechenden Tag ein Kreuz gesetzt. Ausserdem überprüft Bürgy die Angelruten, die Köder und ob die Fischer das Mindestschonmass von 15 Zentimetern eingehalten haben. Alles in Ordnung, die beiden winken, die Fahrt geht weiter.

Und auch wenn die Fischerboote an diesem Tag eher meditativ vor sich hin dümpeln, die langen Angelschnüre reglos auf der Wasseroberfläche liegen: Der Murtensee ergibt schweizweit pro Hektare am meisten Fische. 2017 lag der Fangertrag laut der Schweizerischen Fischereistatistik bei fast 204  000 Fischen. Jährlich werden etwa 1500 Patente für Angelfischer ausgestellt. Auf dem Murtensee sind ausserdem vier Berufsfischer tätig.

Mit seinem Fischreichtum hat der See übrigens auch einen tierischen Fischliebhaber auf sich aufmerksam gemacht: den Kormoran. Die Bestände des schwarzen Vogels mit dem hakenförmigen Schnabel hätten sich vergrössert, sagt Elmar Bürgy: «Die haben auch gemerkt, wie schön es hier ist und wie viele Fische es hat. Also bleiben sie da.» Dass die Vögel pro Tag bis zu 400 Gramm Fisch fressen, ist für Berufs­fischer besorgniserregend.

Ein Idealfall

Verdenken kann man den Kormoranen ihre Wahl aber nicht: Himmel und Wasser ein leuchtendes Blau, Seeschwalben ziehen ihre Kreise, und eine Lachmöwe balanciert auf einer gelben Boje, die den Beginn der Uferschutzzone des Naturschutzgebiets Chablais markiert. «Das hier ist der Idealfall», sagt Elmar Bürgy mit einer ausladenden Geste, die das Ufer und den See einschliesst, «genau so sollte ein See aussehen.» Ein grosses Teichrosenfeld und hohes Schilf bieten den Wasserlebewesen Schutz vor Feinden, die Bäume des Auwalds werfen kühlenden Schatten auf das Wasser. «Und was natürlich ebenfalls ideal ist», fügt Bürgy lächelnd hinzu: «Kein Mensch ist da.»

Schatten und Mond

Nachts ruhen die tagaktiven Fischarten, versteckt zwischen Wasserpflanzen wie Teichrosen und Algen. Manche reagieren auf Vollmond: In hellen Nächten werden sie aktiv, wenn sich das Mondlicht im dunklen Wasser bricht. Tagsüber begeben sich einige Fischarten auf Nahrungssuche, suchen aber zum Schutz vor Feinden oder zu viel Sonne Unterschlupf unter Totholz, das zum Teil bis zu 300 Jahre alt ist. Auch Wasserpflanzen sind tagsüber ein beliebtes Versteck. Diese breiten sich immer weiter im See aus: «Theoretisch könnte der Murtensee in 5000 Jahren voll davon sein», sagt Elmar Bürgy. In der Fachsprache spricht man von Verlandung, wenn der See sich über Jahrhunderte hinweg mit Pflanzen und Sediment wie Kies und Sand füllt. Dies sei ein ganz natürlicher Vorgang, sagt Elmar Bürgy, denn auch das schaffe wieder Lebensraum für Tiere.

Ausstellung

Das Licht und der See in der Fotografie

Mit dem Thema Licht und Fische befasst sich unter anderem auch die aktuelle Wechselausstellung «3 Seen», die seit Juni in Murten zu sehen ist. Über ein Jahr lang erkundeten die beiden Fotografen Michel Roggo und Etienne Francey die Gegend rund um den Murten-, den Neuenburger- und den Bielersee. Bis am 6. Oktober sind Bilder von Tieren, Wasser, Pflanzen und magischem Licht im Museum Murten zu betrachten.

Museum Murten, Ausstellung bis am 6. Oktober. Infos unter www.museummurten.ch

 

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