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Wenn der Wein beim Einschlafen hilft

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Eigentlich trinkt er nur Wein, wenn er in Gesellschaft ist. Unter der Woche öffnet er nie eine Flasche. Doch dann wurde Anfang letzten Jahres der Druck im Büro auf Pascal* fast unerträglich: Viel zu viel Arbeit sollte in zu wenig Zeit erledigt werden. Der Kadermann kam spät nach Hause, war gereizt und hatte Mühe, einzuschlafen. «Mit Wein schlafe ich aber bestens ein», sagt er – und so griff er immer häufiger zur Flasche. «Ich zog mich ins Schlafzimmer zurück und trank», sagt der Mittvierziger. Auf der Strecke blieben seine Frau und seine Kinder im Teenageralter. «Wir hatten kein Familienleben mehr», sagt Pascal.

«Ich habe das im Griff»

Seine Frau sprach ihn mehrmals auf sein Alkoholproblem an. «Ich sagte immer, ich hätte das im Griff», erzählt Pascal. Und er glaubte auch daran: So verbrachte er letztes Jahr eine Ferienwoche mit seiner Frau, ohne auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben. Und er beendete sein einsames abendliches Trinken auch, als der Stress im Büro nachliess. Doch Anfang dieses Jahres verlangte die Arbeit wieder zu viel – Pascal griff erneut zum Schlafmittel Wein. Er trank regelmässig abends eine bis eineinhalb Flaschen Wein.

Den Konsum mässigen

Da machte ihn seine Frau auf das neue Angebot der Stiftung Le Torry im Spital Tafers aufmerksam: Im Programm «Kontrolliertes Trinken» lernen die Klientinnen und Klienten in zwölf Einzelsitzungen, weniger zu trinken. «Unser Zielpublikum sind Menschen, die sich mit ihrem Alkoholkonsum kritisch auseinandersetzen möchten und nach Verbesserungen suchen», sagt Doris Ledergeber, die das deutschsprachige Programm «Kontrolliertes Trinken» leitet.

Das Ziel des Programms ist nicht die totale Abstinenz: Die Klientinnen und Klienten sollen lernen, ihren Alkoholkonsum zu mässigen – dabei können sie durchaus noch am Samstagabend mit ihren Freunden anstossen. «Unsere Klienten setzen sich selber Ziele», sagt Doris Ledergerber. So kann sich jemand vornehmen, in der folgenden Woche zwei alkoholfreie Tage einzulegen, oder die maximale Konsummenge festlegen. Ein Tagebuch, in dem jeder Alkoholkonsum notiert wird, hilft, die Übersicht zu behalten und den Konsum im Voraus zu planen.

Laufen statt trinken

Pascal hat sich sofort angemeldet: «Ich hatte gemerkt, dass ich es alleine nicht schaffte.» In den Gesprächen mit Doris Ledergerber erzähle er viel von sich. «Das tut gut.» Er hat sich eigene Strategien zurechtgelegt, um in stressigen Situationen nicht zur Flasche zu greifen: «Komme ich genervt nach Hause, gehe ich laufen oder lese ein Buch.»

«War nicht einfach»

Seit Mitte April ist Pascal im Programm, und er hat es geschafft, sein Trinkverhalten zu verändern. «In den ersten Wochen war es nicht einfach», sagt der Kadermann. Manchmal hätte er gerne jemanden angerufen, um zu sagen, dass er nun eine Flasche öffnen werde – um Halt zu haben und die Flasche doch stehen zu lassen. Warum hat er nicht seine Frau um Hilfe gefragt? «Aus Scham», sagt Pascal. Für Doris Ledergerber ist klar: «Unsere Klienten müssen mit Einbrüchen rechnen; unsere Begleitung kann helfen, dass sie nicht aufgeben, sondern weiter nach Lösungen suchen.»

Pascal sagt, er habe das Trinken nun im Griff. «Und wir haben wieder ein Familienleben», sagt er. Denn auch dies habe ihn dazu bewogen, sich zum Programm anzumelden: «Ich habe Kinder, und sie verdienen das Beste, das wir ihnen geben können.»

* Name geändert.

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