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Wenn Hunde knurren statt wedeln

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer ein verhaltensgestörtes Tier sieht, macht in der Regel einen grossen Bogen darum. Nicht so Jasmin Joller: «Ich habe ein Faible für verhaltensgestörte Tiere», sagt die diplomierte Tiertherapeutin in Fachrichtung Hundepsychologie in ihrem breiten Ostschweizer Dialekt, der trotz der fünf Jahre in Freiburg noch deutlich zu erkennen ist.

Vor einigen Jahren habe sie beschlossen, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und mit Tieren zu arbeiten, erzählt die Büroangestellte, die ihre Wohnung im Freiburger Beaumontquartier neben ihrem Freund auch mit einem Hund und zwei Katzen teilt. Die Ausbildung zur Tierpflegerin daure vier Jahre und die Arbeitsplätze seien sehr beschränkt. «Deshalb entschied ich mich für eine zweijährige, berufsbegleitende Basisausbildung zur Tiertherapeutin, so quasi der alternativen Variante zur Veterinärmedizin.» Die Ausbildung zur Hundepsychologin dauerte noch weitere 14 Monate.

Im Prinzip bei allen gleich

Ihre Tätigkeit als Tiertherapeutin übte Jasmin Joller bisher stets nebenberuflich aus. Dabei hatte sie schon mit allen möglichen Viechern zu tun. Neben den üblichen Haustieren wie Hunden, Pferden und Katzen behandelte sie auch schon Ratten, einen Graupapagei und eine Echse; auch einen wilden, flugunfähigen Raben hat sie mit püriertem Fleisch, Farblichttherapie und Energiearbeit (Pranic Healing) gesund gepäppelt. «Im Prinzip ist die Behandlung bei allen Tieren dieselbe. Die Frage ist nur, wie gut sie hinhalten», meint sie lachend.

Trotzdem wird sie sich künftig vor allem auf Hunde konzentrieren: Ab Herbst übernimmt sie die Leitung eines Hundehorts in Bern. Parallel dazu bietet sie Kurse für überforderte Hundehalter an.

Entspannen bei Gefahr

Bei einer Therapie sei die Mitarbeit des Besitzers enorm wichtig, sagt Jasmin Joller. «Dieser ist die grösste Vertrauensperson des Hundes, und es braucht tägliche Übungen. Zu mir kommen die Tiere hingegen nur alle paar Wochen.»

Dass Jasmin Jollers Therapie funktioniert, zeigt sich etwa in der Mitte des Gesprächs, als ihr Freund vom Joggen nach Hause kommt–in Begleitung der Hündin Peggy. Sobald die Wohnungstür offen ist, rennt diese zu ihrer Besitzerin und beschnuppert dann freundlich die Gäste.

Als sie Peggy vor rund vier Jahren von einer Tierschutzorganisation übernommen habe, sei die Hündin wegen früherer Misshandlungen völlig verängstigt gewesen und habe insbesondere Männer und Kinder immer angeknurrt. «Alle dachten, Peggy sei ein aggressiver Hund. Das war sehr schwierig, manchmal peinlich–und ich war oft überfordert», erzählt die 29-Jährige rückblickend. Dann habe sie mit Vertrauensübungen begonnen. So habe sie Peggy Situationen ausgesetzt, die ihr Angst machten, also beispielsweise in die Nähe eines Mannes gebracht. «Durch Spielen und Massagen–namentlich T-Touches und Akkupressur–habe ich sie aber so abgelenkt und entspannt, dass sie merkte: Auch wenn ‹Gefahr› droht, kann ich locker bleiben.»

Nach drei Monaten machten sich die ersten Fortschritte bemerkbar. Nach zehn Monaten war Peggy zu einem umgänglichen Hund geworden. Natürlich gebe es immer noch Stresssituationen und vor Gewittern habe Peggy nach wie vor Angst, sagt Jasmin Joller. «Wenn ich aber sehe, welche Fortschritte sie gemacht hat, weiss ich, dass es sich gelohnt hat, nicht aufzugeben.»

Methoden: Lippen lecken und Telepathie

U m einem verhaltensgestörten Hund zu helfen, wendet die diplomierte Tiertherapeutin Jasmin Joller verschiedene Methoden an. Neben einfachen Übungen, bei welchen der Hund seinem Besitzer vertrauen muss und dann dafür eine Belohnung erhält, kennt sie sich mit verschiedenen Massagemethoden oder mit den sogenannten Calming Signals, also beschwichtigenden Signalen, aus. «Ist ein Hund aufgeregt, beginne ich zum Beispiel, übertrieben zu gähnen oder die Lippen zu lecken. Das sieht zwar doof aus, aber es wirkt.»

Um die Ursache für gestörtes Verhalten herauszufinden, bedient sich Jasmin Joller auch der Tierkommunikation. Dabei versucht sie – auch auf Distanz – , eine telepathische Verbindung zu den Tieren zu schaffen. «Gelingt dies, visualisiere ich zum Beispiel den Gegenstand, vor dem das Tier Angst hat, und frage es, warum das so ist. Sofern das Tier mitmachen will, bekomme ich immer eine Antwort. Aber auch Tiere haben ihren eigenen Willen und manchmal keine Lust», erklärt sie. Ab und zu werde sie schon schräg angeschaut, wenn sie von ihrer Arbeit erzähle, meint sie, betont aber: «Ich bin überhaupt nicht esoterisch angehaucht; vieles ist wissenschaftlich erwiesen.» Könne sie dies vermitteln, merkten viele: «Die ist gar nicht so gaga – da muss was dran sein.» rb

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