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Wenn Jugendliche schwarzsehen

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Seit kurzem sind Netze an der Zähringerbrücke angebracht – sie sollen Suizide verhindern. Patrick Haemmerle, Präsident des Vereins Suizid-Prävention Freiburg, ist froh darüber. Seit die Brücke für den Privatverkehr gesperrt sei, hätten sich die Fälle von Suiziden dort gehäuft. Auch von Jugendlichen.

Nicht unbedingt depressiv

Suizid ist bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren die häufigste Todesursache. Suizidgefährdete junge Leute zeigten nicht unbedingt die depressive Befindlichkeit, die bei erwachsenen Suizidgefährdeten typisch sei, sagt Haem­merle. Sie gingen auch seltener zum Arzt oder zu Psychologen. Deshalb sei es so wichtig, dass Angehörige, Lehrpersonen oder Freunde besonders hellhörig seien. Suizidgefährdete Jugendliche seien häufig lustlos, müde oder wirkten abwesend. Gerade Buben und junge Männer zeigten auffälliges Verhalten und seien nicht selten aggressiv, was von ihrer inneren Befindlichkeit ablenken könne. Wenn sie diese Aggressivität gegen sich selbst richteten, werde es gefährlich. «Ein Suizid ist ja immer eine Attacke gegen den eigenen Körper.»

Ein Problem ist zunehmend Cyber-Mobbing. «Wenn Jugendliche sowieso fragil sind und dann im Internet noch gemobbt werden, steigt das Risiko für suizidales Verhalten.» Denn für Jugendliche sei es sehr wichtig, dazuzugehören. Da könne Mobbing fatal sein. Umso wichtiger sei es, dass Eltern und Lehrerinnen oder Lehrer den Jugendlichen nahe blieben, um solche Dinge mitzubekommen.

Wie sie das tun, können sie beim Kinder- und Jugendpsychiater Haemmerle und weiteren Mitgliedern des Vorstands von Suizid-Prävention Freiburg lernen. Sie halten regelmässig Referate und bieten Weiterbildungen für Schulen an. Zum Welttag der Suizidprävention heute organisiert der Verein auch dieses Jahr eine Tagung für Fachpersonen sowie einen öffentlichen Vortrag.

Haus für Jugendliche

Bei beiden Anlässen wird der französische Kinderpsychiater Marcel Rufo vor Ort sein – er ist im frankofonen Raum sehr bekannt, tritt dort im Fernsehen auf und hat zahlreiche Bücher geschrieben. Er hatte die Idee zu sogenannten «Häusern der Jugend», wo Jugendliche zusammenkommen, aber auch Hilfe erhalten können – sei es, weil sie psychische oder körperliche Probleme haben. In Freiburg werde schon länger über ein solches «Haus für die Jungen» nachgedacht, sagt Haemmerle. Daneben gebe es aber bereits gut funktionierende Hilfsangebote wie die «Dargebotene Hand» oder das Sorgentelefon von «Pro Juventute» – oder eben den Verein Sui­zid-Prävention Freiburg, der auf Institutionen und Anlaufstellen verweist. Zudem hat er eine Broschüre für Lehrer und Betreuungspersonen konzipiert. Eine App für Jugendliche ist derzeit in Planung.

Öffentlicher Vortrag: Marcel Rufo, «L’adolescence comme deuxième chance: ne pas la rater!». Aula des Kollegiums Sankt Michael, Freiburg. Mo., 10. September, 18 Uhr. Freier Eintritt. Der Vortrag wird in französischer Sprache gehalten. Weitere Informationen: www.fr-preventionsuicide.ch

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