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Wenn Liebe zur Belästigung wird

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Wenn Liebe zur Belästigung wird

Irakerin vom Polizeirichter des Saanebezirks verurteilt

Drei Wochen Gefängnis unbedingt lautete das Urteil für eine 30-jährige gebürtige Irakerin. Sie wurde wegen Beschimpfungen und Drohungen verurteilt. Der Polizeirichter hat zwei vormalige Verurteilungen in sein Urteil einbezogen.

Von JEAN-LUC BRÜLHART

Am Montag stand eine Frau vor dem Polizeirichter des Saanebezirks, die ihrem Umfeld seit einigen Jahren die Hölle heiss macht. Sie hat nicht nur verbal zwei Frauen belästigt und ihnen gedroht – wofür sie auch verurteilt wurde -, sie ist auch einem Mann, mit dem sie vor vier Jahren einmal eine Affäre hatte, per SMS-Terror auf die Nerven gegangen. Alle drei Kläger mussten wegen den andauernden Belästigungen bereits ihre Telefonnummern und sogar den Wohnort wechseln.

Keine Belästigung bei der Arbeit

Nach Aussagen des verzweifelten Mannes – er ist Buschauffeur bei den freiburgischen Busbetrieben – geht die Belästigung noch viel weiter. Sie soll ihn regelmässig auf seinen Fahrten mit dem Bus (Stadtnetz) verfolgt und gefährlich schikaniert haben. Diese Anklage hat der Präsident Nicolas Ayer in seinem Urteil nicht berücksichtigt, da die Beweislage nicht eindeutig war. Auch einem Zeugen, ebenfalls Buschauffeur, gelang es nicht, den Präsidenten von der Omnipräsenz der Frau zu überzeugen.

Zurechnungsfähig

Ein psychiatrischen Gutachten attestiert der Verurteilten unter anderem eine instabile Persönlichkeit, ein passiv-aggressives Verhalten und pervers-narzistische Züge. Die Wahrscheinlichkeit von Wiederholungstaten wird als erheblich beschrieben. Sie verfüge aber über die volle Zurechnungsfähigkeit. Noch vor Gericht nannte sie die Kläger Lügner und Eifersüchtige, stellte sie sich als Opfer dar und stritt auch Offensichtliches ab. «Ich kenne dich besser als du dich selbst», liess sie sogar eine Anklägerin wissen. Sie ist seit 2002 mit einem Schweizer verheiratet. Gemäss ihrer Aussage haben sie aber nie gemeinsam gewohnt. Ihr Ehemann widersprach dem.

«Verrückt nach dem Mann»

Nach zwei vormaligen Verurteilungen 2003 wegen zum Teil denselben Vergehen nimmt sie nun psychiatrische Hilfe in Anspruch; dies obwohl das Gutachten keine Heilungschancen sieht. «Die Psychiaterin hat gesagt, ich sei verrückt nach dem Mann», sagte die Verurteilte. Deshalb solle sie Abstand nehmen von ihm. Dies gelingt aber nach dessen Aussagen nur mässig. SMS und Verfolgungen am Arbeitsplatz scheinen an der Tagesordnung zu sein.

Vier schwierige Jahre

«Sie hätten sich, was meinen Mandanten betrifft, am besten nie kennen gelernt», sagte Louis-Marc Perroud, Anwalt des Buschauffers, in seinem Plädoyer. In den vier Jahren hätten die Belästigungen per SMS, durch Besuche, Telefonate und bei der Arbeit zugenommen. Seinem Mandanten gebühre grossen Respekt für seine Geduld. «Aus einer Nacht wurden vier schwierige Jahre», fasste Perroud die Situation zusammen. Er hat sich auf das Gutachten gestützt und eine Gefängnisstrafe gefordert.

Jean-Claude Morisod, der Verteidiger, wollte nicht verstehen, wie seine Mandantin gleichzeitig über eine instabile Persönlichkeit verfügen und voll zurechnungsfähig sein soll. Er hat ausschliesslich für eine medizinische Behandlung plädiert und sich im Sinne einer letzten Chance für eine bedingte Strafe ausgesprochen.

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