Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wenn Mobiltelefone den wahren Standort von Verdächtigen verraten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: pascal jäggi

Am Mittwoch hat am Strafgericht des Saanebezirks unter dem Vorsitz von Jean-Marc Sallin ein Monsterprogramm begonnen, das sich bis September ziehen wird und mindestens elf Verhandlungstage beinhaltet. Im Zentrum steht O. M., die selbsternannte, ehemalige «rechte Hand» von Fikret Sporel, der in türkischen Kreisen «Hoca» (Onkel, Chef) genannt wurde. O. M. werden ein gutes Dutzend Delikte vorgeworfen, darunter Körperverletzung und Drohung gegen Beamte. Beim ersten Prozess spielte der 31-Jährige noch eine untergeordnete Rolle. Auch wenn wegen ihm, der momentan in der Strafanstalt Thorberg einsitzt, grosse Sicherheitsvorkehrungen am Bezirksgericht getroffen wurden. O. M. tritt bei den Ereignissen vom 29. Juli 2007 nur als Fahrer auf, aktiv sollen andere gewesen sein. Darunter auch sein Cousin, der als einziger von vier beschuldigten Personen zugab, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein.

Es ging um 2000 Franken

Fakt ist, dass ein Mann damals an der Bushaltestelle Rittes in Marly so stark zusammengeschlagen wurde, dass er mit schweren Kopfverletzungen ins Kantonsspital überführt werden musste. Das Opfer will zwei Angreifer erkannt haben, einen davon, H. K., kenne er seit 20 Jahren. Dieser wiederum gab zu Protokoll, das Opfer erst seit 2007 zu kennen. Der zweite angebliche Täter, Ö. K., ist vor einem Jahr verstorben. Nach Angaben der Angeschuldigten sei der Verstorbene die treibende Kraft hinter der Attacke gewesen, schliesslich sei es darum gegangen, vom Opfer 2000 Franken einzutreiben, die dieses Ö. K. schuldete.

Nach den Angaben der Angeschuldigten war H. K., der zuvor das Opfer zweimal angerufen hatte, zur Tatzeit nicht mehr dabei, er sei schon früher nach Freiburg gefahren, was die Auswertung seines Mobiltelefons bestätigte. An der Verhandlung präsentierte H. K. die dritte Version seines Alibis, inklusive dem Auftritt seiner Schwester als Zeugin.

Der Verstorbene und der Cousin von O. M. waren wohl am Raufhandel beteiligt, nur wer der dritte Mann war, blieb offen. O. M. nannte ihn dramatisch den Unbekannten, auch das Opfer kannte ihn nicht. Der Cousin von O. M. hatte ihn jedoch auf Polizeifotos identifiziert. Am Mittwoch sass deshalb auch S. A. vor Gericht, der angab, niemanden zu kennen, ausser dem Verstorbenen. Von diesem hatte S. A. am Tattag zwei Anrufe bekommen, zudem hatte er sich laut Mobiltelefonauswertung ebenfalls zur Tatzeit in Marly aufgehalten. Davon höre er zum ersten Mal, er könne sich nicht mehr genau erinnern, was er an diesem Tag getan habe, halte sich aber öfter in Marly auf, um in Garagen Autos zu begutachten, gab S. A. zu Protokoll.

Das Urteil wird erst Mitte September verkündet, dann, wenn alle Prozesse mit der Beteiligung von O. M. beendet sein werden.

Mehr zum Thema