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Wenn Reden zur Tortur wird

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Anton Thalmann aus Plaffeien spricht ruhig und deutlich. Muss er überlegen, gerät er manchmal kurz ins Stocken, spricht jedoch dann flüssig und mit fester Stimme weiter. Dies war nicht immer so: «Hätte ich vor zwölf Jahren ein solches Gespräch führen müssen, wäre es voller ‹ähms› und ‹öhms› gewesen, oft hätte ich einen Satz auch nicht beenden können», sagt er.

Langsam angefangen

Bereits als Kind hat Anton Thalmann ab und zu gestottert, gross gestört habe ihn dies aber nicht. «Die Sprachstörungen haben nach der Primarschulzeit abgenommen», sagt er. Erst vor etwa 15 Jahren habe sich das Stottern wieder verstärkt. Warum, kann der 59-jährige Forstingenieur nicht genau sagen. «Es hat langsam angefangen», erinnert er sich. Besonders in Stresssituationen habe er oft nicht das ausdrücken können, was er gewollt habe. «Es war alles in meinem Kopf, aber es kam einfach nicht raus.»

«Es war ein Teufelskreis»

 Je häufiger es solche Momente gegeben habe, desto grösser sei die Verunsicherung geworden, die Angst vor dem Sprechen. «Es war ein Teufelskreis, aus dem ich alleine nicht herauskam. Und am Ende habe ich lieber nichts gesagt, als zu stottern», sagt Thalmann. So habe er sich nicht nur bei der Arbeit so oft wie möglich vor Reden oder Gesprächen mit mehreren Personen gedrückt, sondern sich auch im privaten Umfeld isoliert. «Wenn ich mit einer Gruppe von Kollegen zusammen war, habe ich sie reden lassen und mich kaum mehr geäussert», erzählt Thalmann. Während rund drei Jahren habe sich die Situation stetig verschlimmert. «Eines Tages hat meine Frau gesagt: So geht es nicht weiter, du musst professionelle Hilfe suchen.»

Nicht dagegen ankämpfen

Mit solchen Problemen ist Anton Thalmann in der Schweiz nicht alleine. Rund zwei Prozent der Erwachsenen seien Stotterer, sagt Beat Meichtry. Er ist Geschäftsführer der Vereinigung für Stotternde und Angehörige (Versta), welche am Donnerstag in Zusammenarbeit mit den Schulbehörden und dem kantonalen Logopädenverein FLV einen öffentlichen Informationsabend zum Thema «Stottern, was nun …?» organisiert. In einem ersten Teil erhalten die Anwesenden allgemeine Informationen. Danach können sie sich in kleinen Themengruppen austauschen und Fragen stellen.

«Es gibt keine Erfolgsgarantie, aber jeder hat grosse Chancen, dass er sein Stottern in den Griff bekommt», ist Meichtry überzeugt. Denn: «Fast jeder Stotterer kann fliessend sprechen, wenn er alleine im Raum ist.» In einer Therapie gelte es daher, nicht gegen das Stottern anzukämpfen, sondern die fliessenden Phasen zu vermehren.

Dass dies funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Anton Thalmann: Er hat drei Wochenendseminare besucht, an denen viel an der Atemtechnik, dem Stimmeinsatz oder der Gestik gearbeitet wurde. Ebenfalls lernten die Teilnehmenden Vorträge zu halten und dabei ihre Sprechsicherheit wiederzufinden. In diesen Kursen hat Anton Thalmann gemerkt: «Das Stottern ist immer in mir drin, aber auch das flüssige Sprechen. Jetzt habe ich wieder Freude am Reden.»

Heilpädagogisches Institut der Universität Freiburg,Petrus-Kanisius-Gasse 11, Freiburg. Do., 28. November, 19.30 bis 21.15 Uhr. Weitere Informationen: www.versta.ch.

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