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Wenn sich der Entenfloh verirrt hat

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Wenn sich der Entenfloh verirrt hat

Zerkarien können nach dem Badeplausch im See einen lästigen Juckreiz verursachen

Bei einigen Menschen folgt nach dem Bad im See jeweils ein heftiges Jucken auf der Haut. Gerade im Hochsommer tritt die so genannte Badedermatitis vermehrt auf.

Von PATRICK HIRSCHI

Für manche Leute gehört die Badedermatitis genauso zum Sommer wie die Mückenstiche. Diese Hautkrankheit tritt häufig auf, nachdem man in einem See ein erfrischendes Bad genommen hat. Schon wenige Minuten nach dem Baden setzt ein Prickeln oder leichtes Jucken ein.

Bei besonders sensiblen Personen steigern sich nach einem halben oder ganzen Tag die Symptome sogar. Der Juckreiz wird heftiger, stärker noch als bei einem Mückenstich, zudem schwillt die Haut örtlich leicht an.

Ein Wurm auf Irrwegen

Hervorgerufen wird diese Hautkrankheit durch Zerkarien. Dabei handelt es sich um Larven eines Saugwurms. Der Volksmund nennt diesen Parasit auch Entenfloh.

Die Zerkarie nistet sich in der Haut von Wasservögeln oder kleinen Säugetieren ein. Im Körper des Vogels wächst sie dann zum Saugwurm an. Dieser legt Eier, die mit den Fäkalien oder dem Nasenschleim des Wirtetiers ins Wasser gelangen. Auf Seegrund nistet sich die Larve vorübergehend in einer Süsswasserschnecke ein, bevor sie erneut ins Wasser ausschwärmt und sich beispielsweise eine Ente als Wirt aussucht.

Die Zerkarienlarven können jedoch die für sie nützlichen Wirte nicht von anderen unterscheiden. Deshalb befallen sie mitunter auch Menschen. Im menschlichen Körper können sie sich allerdings nicht weiterentwickeln und sterben binnen zwei oder drei Tagen, spätestens aber nach zwei Wochen.

Kein Grund zur Panik

Für Manfred Aebischer, Hautarzt aus Muntelier, ist der Entenfloh ein bekanntes Phänomen, das am Murtensee beinahe jeden Sommer anzutreffen sei. «Dieses Jahr sind wegen der Hitze noch einige Fälle mehr aufgetreten», meint er. Vor allem die Wasserschnecken, welche die Parasiten in sich tragen, verbreiten sich bei warmem Wasser vermehrt. «Aber wir sind weit davon entfernt, von einer Epidemie zu sprechen», sagt Aebischer.

Eine Umfrage bei einigen Murtner Ärzten bestätigt dies. Er habe keine Häufung festgestellt, gibt Peter Tettü gegenüber den FN bekannt. Auch Kinderarzt Paul Kehrli ist keine Zunahme dieser Krankheit aufgefallen. Zurzeit behandle er einen einzigen solchen Fall, bei dem es zudem noch fraglich sei, ob es sich wirklich um Badedermatitis handle.
Ähnliches ist vom stellvertretenden Kantonsarzt, Pius Meier, zu vernehmen. Wenn sich in einer Region eine Häufung der Fälle abzeichne, würden normalerweise die behandelnden Ärzte Alarm schlagen. Zuletzt sei dies bei der Masernepidemie im Vivisbachbezirk im Frühling der Fall gewesen.

Gründlich duschen

Manfred Aebischer empfiehlt, sich nach dem Baden im See gründlich abzuduschen. Besonders Sensible sollen seichte Stellen sowie Bereiche, in denen sich Enten aufhalten, meiden. Wenn es trotzdem jucken sollte, könne der Reiz mit einer Cortisonsalbe gestillt werden.

In nächster Zeit werde sich der See wahrscheinlich wieder abkühlen, so dass weniger mit Zerkarien gerechnet werden müsse.

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