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Wenn sturmfrei kein Highlight mehr ist

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Für dicherlebt

Die Eltern sind verreist, die Schwester lebt nicht mehr zu Hause, und ich bin alleine daheim. In dieser Situation habe ich kürzlich realisiert, dass ein sturmfreies Haus nicht mehr so witzig ist wie früher … Wieso eigentlich?

 

Alles begann zum Zeitpunkt, als die Eltern kurz vor der Abreise standen: Keine wohlwollenden Kritikpunkte und Erinnerungen, kein Hin und Her, stattdessen pure Freude, dass sie alleine in die Ferien gehen. «Du kommst schon klar», anstatt «Der Kühlschrank ist voll und Haushaltsgeld liegt auf dem Tisch». Die Nüchternheit dieser Verabschiedung ist das Äquivalent zum Moment, wenn man das erste Mal auf dem Sofa einschläft und dort auch wieder aufwacht, weil man mittlerweile zu schwer ist, um ins Bett getragen zu werden. So schlimm ist es aber auch wieder nicht. Man kann ja tagelang von Müesli leben.

 

Wäre ich fünf Jahre jünger, wäre ich nun Vollzeit beschäftigt mit Partyplanen. Doch irgendetwas ist anders. Statt im Bademantel gekleidet im Stil von «Kevin allein zu Haus» im Exzess zu leben, regiert die Vernunft. Ständig abwaschen, sich um die Pflanzen kümmern – was nicht einfach ist, wenn die ganze Familie dem Trend der Minigärten folgt – und die Stille geniessen gehören zu den Highlights des Alltags. Die Nachbarin kommt auch nicht mehr vorbei, um zu schauen, ob es mir gut geht, was mich zur Erkenntnis bringt, dass ihre Fürsorge dazumal bloss vorgetäuscht und von Mama in die Wege geleitet war … Wer hätte das gedacht?

 

Das «Müssen», irgendetwas Abgefahrenes zu machen, ist einem langweiligen Geniessen gewichen. Man ist froh, wenn die Freunde einem absagen und man das Wohnzimmer nicht putzen muss, was im anderen Falle ja unbedingt nötig wäre, um Mamas Reputation auch ja nicht zu schädigen. Grüsse gehen raus an meine Eltern.

 

Sturmfrei bedeutet mittlerweile nicht mehr, als im Wohnzimmer anstatt im eigenen Zimmer zu chillen. All dies liegt sehr wahrscheinlich auch daran, dass viele Gleichaltrige bereits alleine wohnen und dementsprechend eine gewisse permanente Freiheit geniessen. Es hat seinen Reiz verloren, «sturmfrei» auszunutzen. Also liebe Teenager: Geniesst es, solange ihr könnt. Denn bald sind eure Eltern kein Hindernis mehr, sondern bloss Mitbewohner, die man halt sehr gut kennt. Nun bleibt bloss noch die Flagge der Freiheit am Fenster zu hissen, meine Unterhose.

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