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Wenn Trinkwasser krank macht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Trinkwasserversorgung unterliegt in der Schweiz sehr hohen Qualitätsanforderungen. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist das Wasser hierzulande in der Regel per se bereits so gut, dass es bei der Aufbereitung wenig bis gar behandelt werden muss. Doch aus diesem guten Trinkwasser kann unter bestimmten Umständen in einem Haushalt ein Krankheitsherd werden.

Eigentümer sind haftbar

Die Region Sense widmet dem Thema «Trinkwasser in Gebäuden – Biologische Stabilität, Hygiene und Grundregeln im Unterhalt» einen Informationsabend (siehe Kasten). Dies einerseits, weil sich Meldungen über Legionellen und ihre Auswirkungen häufen, aber auch, weil sich vor einem Jahr das Lebensmittelgesetz geändert hat. Neu müssen Immobilienbesitzer gegenüber ihren Mietern oder Hotelgästen die Verantwortung übernehmen: Sollten diese krank werden, weil die Besitzer zu wenig auf die Wasserqualität geachtet haben, können sie in die Pflicht genommen werden. Jeder Liegenschaftsbesitzer ist gegenüber seinem Mieter als «Wasserversorger» verantwortlich.

Keine Panik, aber Aufklärung

«Es geht nicht darum, Panik zu machen», sagt Beat Waeber, Präsident des Fachbereichs ­Sanitär beim Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband (suissetec) und einer der Referenten am Info-Abend vom kommenden Mittwoch. «Es geht vielmehr um Aufklärung, denn wir sind überzeugt, dass diese Information noch viel zu wenig bekannt ist.» Er nimmt aber schon an, dass mit der neuen Gesetzgebung die Zahl der Fälle, die vor Gericht mit einem Schuldspruch für Liegenschaftsbesitzer enden, zunehmen wird, so wie es zum Beispiel in Deutschland der Fall ist.

Grosse Dunkelziffer

Die Zahl der gemeldeten Legionellose-Fälle hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. 2017 registrierte das Bundesamt für Gesundheit 491 Fälle, rund 35 Prozent mehr als 2016. «Das sind aber nur die gemeldeten Fälle», sagt Beat Waeber. «Man nimmt an, dass diese nur die Spitze des Eisberges sind und dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, da viele Infektionen einen milden Verlauf nehmen und nicht als solche erkannt werden.» Eine Legionellen-Infektion (Legionellose) kann zum sogenannten Pontiac-Fieber oder einer Pneumonie (Legionärskrankheit) führen, wobei Letztere in 10 bis 15 Prozent der Fälle tödlich endet. In beiden Fällen geschieht die Infektion durch das Einatmen von lungengängigen Wasserdampfpartikel (Aero­solen), die Legionellen enthalten. Eine solche Aerosolbildung entsteht zum Beispiel durch Rückkühlwerke, Whirlpools oder Duschen. Die Legionärskrankheit kann bei gesunden Personen in jedem Alter auftreten, 90 Prozent der Betroffenen sind jedoch über 40-jährig. Personen mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Erkrankungsrisiko.

Viel mehr Apparaturen

Dass Bakterien in Wasserleitungen zu einem Problem werden können, sei teilweise ein Luxusproblem. «Unser Lebensstandard ist in den letzten Jahren gestiegen. In vielen Häusern gibt es – im Gegensatz zu früher – zwei bis drei WC, mehrere Duschen, Badewannen und Lavabos. Wir haben oft eine riesige Infrastruktur für wenig Bewohner», erklärt der Fachmann. Das Wasser für diese Apparaturen müsse stets bereitstehen. «Werden sie aber nicht regelmässig benützt, kann es sein, dass das Wasser eine Weile in den Leitungen bleibt.» Das kann in normalen Haushalten vorkommen, aber beispielsweise auch in Ferienwohnungen oder in Mietwohnungen, die eine Weile leer stehen.

Als Folge davon können sich die natürlich im Wasser vorkommenden Bakterien, die im Normalfall kein Problem für den Menschen darstellen, vermehren. «Das kann je nach Installation und Situationsbedingungen nach unterschiedlicher Dauer der Fall sein.»

Energiesparen kontra Hygiene

Verschärft werde das Risiko eines Legionellenbefalls durch unsere intensiver gewordenen Anstrengungen, Strom und Wasser zu sparen, erklärt er weiter. Das führe dazu, dass das Wasser teilweise nicht auf mehr als auf 38 Grad – der durchschnittlichen Duschtemperatur – erhitzt werde. «Doch ist dieses warme Wasser eine wahre Brutstätte für Keime und Bakterien. Sie fühlen sich ab 25 bis 45 Grad am wohlsten. Erst ab 50 Grad sterben sie ab.» Um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, bedarf es nur einiger leicht einzuhaltender Grundregeln.»

Es sei doch schade, wenn die hohe Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser, die von der Fassung über die Aufbereitung bis zur Lieferung an die Gebäude gelten, danach vernachlässigt würden, so Beat Waeber. Ziel des Informationsabends sei es unter anderem, Immobilienbesitzer, -verwalter und Architekten zu sensibilisieren, die Wartung der Gebäudetechnik wie Enthärtungsanlagen, Filter und Boiler nicht zu vernachlässigen. «Damit sie beispielsweise darauf achten, dass die Installationen korrekt eingebaut und dass bei der Bauübergabe In­struk­­­­tionsprotokolle übergeben werden.»

Ein Kontrollblick auf die Temperaturanzeige des Wassers bringe bereits viel: Es sollte gemäss Richtlinien des Bundes 60 Grad am Boilerausgang und 55 Grad im Leitungssystem haben. Ausserdem sollte das kalte Wasser stets unter 25  Grad bleiben. Dieses Ziel könne man auch als energiebewusster Mensch erreichen, so Beat Waeber.

Vorschau

«Trinkwasser in Gebäuden»

Der Gemeindeverband Region Sense lädt am kommenden Mittwochabend zu einer öffentlichen Informations­veranstaltung zum Thema «Trinkwasser in Gebäuden – Biologische Stabilität, Hygiene und Grundregeln im Unterhalt» nach Tentlingen ein. Der Anlass richtet sich an Verwalter, Betreiber und Besitzer von Immobilien sowie alle anderen Interessierten. Als Referenten sprechen Beat Waeber, Düdingen, Präsident des Fachbereichs Sanitär beim Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband (suissetec), sowie Stefan Kötsch, Senior wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Luzern. Anschliessend an ihre Vorträge sind eine Fragerunde und eine Diskussion vorgesehen.

im

 

Restaurant Sternen, Tentlingen. Mi., 2. Mai, 19 Uhr.

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