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Wenns läuft, dann läufts

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Achtmal in Folge musste Gottéron in den letzten zwei Jahren Genf jeweils als Verlierer verlassen. Dass diese Negativserie am Samstag in der warmen Halle Les Vernets (unter dem Dach gab es satte 20 Grad) ein Ende hatte, war hauptsächlich zwei Gründen zu verdanken: Auf der einen Seite stellte der Gast in der Person des Kanadiers Barry Brust den besseren Goalie (er hielt 41 von 43 Schüssen), andererseits klappte das neue Defensivkonzept von Coach Mark French ein weiteres Mal fast optimal. Dazu kam an diesem Wochenende mit dem Punktemaximum auch die Prise Glück des Leaders dazu: Gegen Kloten am Freitag annullierten die Schiedsrichter nach Videokonsultation fälschlicherweise das 2:0 der Zürcher, in Genf am Samstag ging dem Shorthander von Jim Slater in der 19. Minute möglicherweise ein Offside voraus, das die beiden Linienrichter auch anhand der TV-Bilder nicht erkennen konnten. Aber allein mit Glück kann man solch enge Spiele nicht gewinnen: Im Moment arbeitet Gottéron unglaublich solidarisch und nützt in der Offensive seine wenigen Chancen. Das war in den letzten Jahren kaum einmal so. Neuzuzug Matthias Rossi, der Schütze des wichtigen 2:1, führt diesen Wandel auf die gute Kameradschaft zurück. Für das ambitionierte Servette war es nach der Niederlage am Vorabend in Langnau der zweite Krebsgang des Wochenendes.

Servette spielt, Gottéron trifft

Auf den ersten Blick täuscht das Resultat etwas über den wahren Spielverlauf hinweg. Die Einheimischen hatten in den 60 Minuten klar mehr Schüsse auf ihrem Konto und auch die grösseren Spielanteile. Zudem musste Freiburg, auch wegen dem frühen Ausschluss von Chris Rivera, der Richard Tanner einen unnötigen Stockstich versetzt hatte und gegen den ein Verfahren eröffnet wurde, lange Zeit Boxplay spielen, was bekanntlich viel Kraft kostet. Aber als diese 5-Minuten-Strafe gegen Rivera zu Ende ging, lag man dank einem Shorthander von Jim Slater, der gegen seine ehemaligen Genfer Kollegen natürlich besonders motiviert auftrat, sogar 1:0 in Führung. Dieser Treffer war ein Rückschritt für die Genfer, die eigentlich die beiden ersten Drittel mehrheitlich dominierten, aber ausser dem Ausgleichstor von Will Petschenig nichts Zählbares zustande brachten. Unglaublich, welche Ruhe Barry Brust in diesen heiklen Moment ausstrahlte und mit einigen Paraden Schlimmeres verhinderte. Klar, bei zwei Stangenschüssen hatte er auch Glück. Die entscheidenden zwei Tore schossen die Gäste dann zu Beginn des letzten Drittels innerhalb von 34 Sekunden. Zuerst knallte Captain Julien Sprunger aus seitlicher Position in bekannter Manier im Powerplay den Puck in die hohe Ecke. Und kurz darauf lenkte Tristan Vauclair einen Weitschuss von der blauen Linie von Lorenz Kienzle ins Tor ab. So was nennt man Effizienz. Damit war dieses Romand-Derby vorentschieden, auch weil der Sieger danach ruhig weiterspielte und kaum mehr gross in Gefahr geriet. Das zweite Tor des Heimklubs durch Goran Bezina kurz vor Schluss war nur noch Torkosmetik. Beim Team von Trainer Craig Woodcroft, der nur wenig an der körperlich betonten Spielart seines Vorgängers Chris McSorley geändert hat, stimmte in diesem Match Aufwand und Ertrag in keiner Weise überein.

Eine Team, ein Plan

Fragt man Trainer Mark French oder Matthias Rossi nach den Gründen für die unglaublich starke Bilanz der Freiburger, dann fallen immer wieder die gleichen Worte. Man halte sich von Beginn bis zum Schluss an das neue Spielsystem, das vorsieht, dass jeder für jeden kämpft und dass man weder nach eigenen noch nach Toren des Gegners gross etwas daran ändert. Beste Beispiele dafür: Weder das frühe Gegentor gegen Kloten am Freitag noch der Ausgleich Servettes am Samstag brachte grosse Unruhe ins Team. «Wir wissen, was wir können und was nicht», sagt der Ex-Bieler Rossi. Jeder Spieler setze seine Stärken für das Team ein. Er selbst zum Beispiel versuche seine physischen Stärken einzubringen, und wenn er dann zwischendurch noch ein Tor erziele, dann sei das für ihn wie ein Dessert. French hob nach dem erfolgreichen Weekend die Leistung seines neuen Keepers hervor – ohne ihn könne man dieses eher defensive System nicht erfolgreich spielen. Rossi seinerseits sieht einen weiteren Grund für den Erfolg in der harten Vorbereitung, die eben jetzt erste Früchte tragen würden. Fürs Auge spielt Gottéron natürlich kein Offensivspiel à la Bykow/Chomutow, dazu fehlen der Mannschaft auch die nötigen Spieler. Dass man aber auch mit einer nüchternen Art Spiele gewinnen kann, haben Lausanne und Langnau in den letzten Jahren gezeigt. Für Bezina lag der Unterschied in der Disziplin der beiden Teams: «Freiburg hat seine Linie nie verloren, wir hingegen schon. Das müssen wir möglichst schnell umstellen.»

Natürlich weiss man im Lager des Leaders, dass vieles schnell ändern kann. Am Wochenende trifft Gottéron zu Hause auf Vizemeister Zug und auswärts auf Rekordmeister Davos. Slater, der im Moment die Rolle des verletzten Roman Cervenka bestens ausfüllt, wie auch Rossi wissen genau, wie man gegen solch starke Mannschaften spielen muss. Zu Hause könne man sicher auch gegen Zug mithalten, der Start ins Spiel sei immer enorm wichtig. Zudem müsse man wie bisher in solchen heissen Partien kompakt bleiben. French sieht einen kleinen Vorteil in der Tatsache, dass der Druck nach dem guten Saisonstart nicht mehr gleich gross wie vorher sei. Zudem hat man auch auf der anderen Seite der Saane inzwischen mitbekommen, dass mit Gottéron wieder zu rechnen ist.

Telegramm

Servette – Gottéron 2:4 (0:1, 1:1, 1:2)

5823 Zuschauer. – SR Mollard/Vinnerborg, Kaderli/Wüst. Tore: 19. Slater (Birner/Ausschluss Rivera!) 0:1. 25. Petschenig (Richard) 1:1. 37. Rossi (Bykow/Strafe angezeigt) 1:2. 43. (42:28) Sprunger (Holos/Ausschluss Fransson) 1:3. 43. (42:52) Vauclair (Kienzle, Fritsche) 1:4. 59. Bezina (Mercier) 2:4. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Servette, 5-mal 2 plus 5 Minuten (Rivera) plus Spieldauer (Rivera) gegen Gottéron.

Servette: Descloux; Fransson, Bezina; Loeffel, Mercier; Jacquemet, Tömmernes; Petschenig; Wick, Romy, Simek; Gerbe, Almond, Spaling; Schweri, Richard, Riat; Traber, Hasani, Maillard; Holdener.

Gottéron: Brust; Holos, Chavaillaz; Stalder, Kienzle; Rathgeb, Schilt; Glauser; Sprunger, Slater, Birner; Neuenschwander, Meunier, Schmutz; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Rivera, Vauclair; Marchon.

Bemerkungen: Servette ohne Mayer, Rubin, Impose (alle verletzt) und Rod (NHL-Camp), Gottéron ohne Cervenka (verletzt). – Pfostenschuss Fransson (20.).

Die FN-Besten: Petschenig, Brust.

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