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Wer als Kind mehr spielen kann, bringt langfristig sogar die besseren Leistungen

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Der Bericht einer Unesco-Kommission und der Kinderbetreuung Schweiz bezeichnet das Spiel als ersten Lern- ort und wichtigsten Bildungsweg des Kindes. «Kinder lernen nahezu alles durch das Spiel», heisst es da. Das Spiel führe zu einer gesunden Entwicklung nahezu aller wichtigen Bereiche: kognitiv, emotional, sozial, kreativ und motorisch. Entsprechend alarmierend ist es für die Freiburger Professorin und Bildungsforscherin Margrit Stamm, dass Kindern heute bis zu einem Drittel weniger Zeit für das Spielen zur Verfügung steht als vor 20 Jahren.

Stamm, Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education, hat aus diesem Grund ein rund 40-seitiges «Plädoyer für das Recht der Kinder auf das freie Spiel» publiziert. Das Dossier fasst das Wissen zusammen, das heute zu den Themen «frühe Bildungsförderung» und «Spiel» verfügbar ist, schreibt Stamm. Die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse aus Studien würden für das Verständnis der Thematik herausgefiltert.

 Margrit Stamm sieht zwei Gründe, warum Kinder heute weniger Zeit fürs Spielen erhalten: die Frühförderung und das Sicherheitsdenken.

«In den letzten zehn Jahren hat der Fokus auf Frühförderung und frühe Einschulung dazu geführt, dass viele, vor allem bildungsambitionierte Eltern, glauben, das Spiel sei eine Zeitverschwendung und deshalb durch ‹sinnvollere Beschäftigung› zu ersetzen», schreibt sie. «Unter ‹Lernen› verstehen die meisten das erwachsenengesteuerte Aneignen von Wissen und Können.»

So entstünden mindestens zwei Gruppen von Kindern, die tendenziell als «spieldepriviert» oder gar «spielunfähig» bezeichnet werden müssten: aus gut situierten Familien stammende und in Förderungsprogramme eingebundene Kinder, und benachteiligte Kinder, welche ihre Tage mit Medienkonsum verbringen. Zum Sicherheitsdenken der Eltern hat Stamm eine klare Meinung: «Die Angst um die kindliche Sicherheit ist heute auf einem beispiellosen und fast schon schizophrenen Niveau angelangt.» Ein aufgeschürftes Knie, Stürze vom Velo oder Dreirad gelten gemäss Stamm zunehmend als Gefahren, die unter allen Umständen vermieden werden müssten. Und sie ergänzt: «Das freie Spiel ebenfalls. Denn viele Eltern verbinden es mit Gefahren und Gefährdungen.»

Nach Ansicht von Stamm brauchen aber Kinder das freie Spiel und die Interaktion mit anderen Kindern, damit grundlegendes Lernen erfolge. Die Forschung zeige, dass Kinder, welche früher Lesen und Rechnen lernen, gegenüber Kindern in spielbasierten Programmen kurzfristig bessere Ergebnisse erzielen, längerfristig in der Schule jedoch schlechter sind und fünfmal häufiger sitzenbleiben.

Die Professorin ist sich bewusst, dass man nicht einfach eine Wiederherstellung des freien Spiels wie früher fordern kann, um die heutigen Probleme zu lösen: «Man darf nicht dramatisieren. Kinder brauchen keine grossen Schutzgebiete, aber überall ein bisschen mehr Freiheit zum Spielen.»

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