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«Wer das Wasser hat, hat die Macht»

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«Wer das Wasser hat, hat die Macht»

Kantonschemiker Hans-Sepp Walker über die Qualität und den Wert des Trinkwassers

«Was tropft aus unserem Wasserhahn?», so lautet das Thema des nächsten Wissenschafts-Cafés. Mit dabei ist auch Kantonschemiker Hans-Sepp Walker. Mit den FN hat er sich im Vorfeld über unser Trinkwasser unterhalten.

Mit HANS-SEPP WALKER*
sprach CAROLE SCHNEUWLY

Wann spricht der Kantonschemiker von «einwandfreiem Trinkwasser»?

Dazu muss man zunächst die massgebenden Qualitätsnormen für Trinkwasser kennen. Dann müssen wir die Qualität unseres Trinkwassers aber auch im Vergleich zu den Verhältnissen in Ländern mit akutem Wassermangel und grossen hygienischen Problemen sehen. Aus dieser Perspektive sind unsere Probleme eigentlich keine Probleme.

An welche Art von Problemen denken Sie dabei speziell für den Kanton Freiburg?

Das häufigste Problem sind bei uns fäkale Verunreinigungen durch landwirtschaftliche Nutzung in Voralpen- und Bergregionen sowie bei schwierigen Fassungsverhältnissen in geologisch ungünstigen Gebieten. Diese Art von Verunreinigungen tritt sporadisch auf. Mit technischen Mitteln wie Trübungsmessgeräten kann man sie heute gut in den Griff bekommen. Zu Problemen kann es auch bei 50- oder 100-jährigen Installationen kommen, die den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entsprechen. Allgemein lässt sich feststellen, dass wir in den vergangenen 20 Jahren grosse Qualitätsverbesserungen erreicht haben, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden.

Spätestens der Jahrhundertsommer 2003 liess Zweifel aufkommen: Ist unsere Trinkwasser-Versorgung überhaupt noch gesichert?

Für die nächsten 100 Jahre auf jeden Fall. Vielleicht kann man danach irgendwann nicht mehr einen täglichen Pro-Kopf-Verbrauch von 200 Litern garantieren, aber auch das wäre verschmerzbar. Für die Schweiz könnte sogar die Situation entstehen, dass sie Wasser exportieren könnte. Dann wird sich die Frage stellen, wem das Wasser eigentlich gehört. Das ist derzeit völlig ungeklärt. Oder nehmen Sie den Nahen Osten: Die Vorsichtsmassnahmen, die dort zum Schutz der Wasserleitungen getroffen werden, sind enorm. Wer das Wasser hat, hat die Macht.

Ist es angesichts unserer reichen Wasser-Ressourcen sinnvoll, Wasser sparen zu wollen?

Alles Wasser, das wir brauchen, muss später wieder aufbereitet werden. So gesehen ist es sicher verantwortungs- und sinnvoll, Wasser zu sparen. Wasser sparen heisst weniger Wasser verschmutzen.

Was unterscheidet das Trinkwasser aus dem Wasserhahn vom Mineralwasser aus der Flasche?

Vom Mineralstoffgehalt her könnte man jedes Gewässer in unserem Kanton als Mineralwasser bezeichnen. Um differenziertere Aussagen zu machen, müsste man die einzelnen Bestandteile vergleichen. Dabei gibt es solche, die unser Körper braucht (etwa Kalzium und Magnesium), solche, die er nicht braucht (zum Beispiel Sulfat), solche, die gar unerwünscht sind (wie Nitrat, Natrium und Fremdstoffe) und schliesslich Spurenstoffe. Ein weiterer Vergleichspunkt müsste die mikrobiologische Qualität sein. Wenn die gängigen Vorsichtsmassnahmen beachtet werden (siehe oben stehenden Artikel, Anm. d. Red.), sind Hahnenwasser und Mineralwasser durchaus äquivalent.

* Hans-Sepp Walker ist seit 1982 Kantonschemiker im Kanton Freiburg. Seit 2000 steht er der Arbeitsgruppe Trinkwasser des Verbandes der Schweizer Kantonschemiker vor und vertritt deren Interessen beim Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW.

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