Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Wer die Erde ausraubt …»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Wer die Erde ausraubt, nimmt das Sakrament von Brot und Wein nicht ernst», sagt Gaby Zimmermann, die bis Ende August als Gemeindeleiterin der katholischen Pfarrei Romanshorn im Kanton Thurgau tätig war. Hintergrund ist die Schöpfungszeit, die im Monat September gefeiert wird. Zimmermann stellt sich in diesem Kontext auch Fragen dazu, welche Rolle dem Essen in der Bibel, in der Liturgie und in den Pfarreien zukommt und wie es denn eigentlich Jesus damit hielt.

Auf dem Friedhof

Zum Gespräch kommt Gaby Zimmermann gerade von einer Beerdigung, die sie gestaltet hat. Sie wirkt nachdenklich. Heute gebe ist nicht mehr bei jeder Beerdigung hinterher ein gemeinsames Essen. «Viele treffen sich heute nur noch auf dem Friedhof», so Zimmermann. Das hänge damit zusammen, dass das Essen heute bei vielen einen ganz anderen Stellenwert habe als früher. «Da wandelt sich gerade viel», sagt Gaby Zimmermann, die 23 Jahre in der katholischen Pfarrei in Romanshorn als Gemeindeleiterin tätig war. In der heutigen Zeit mit ihren verschiedenen Arbeitszeitmodellen und individuellem Freizeitverhalten sei es schwer, gemeinsame Essenszeiten zu pflegen.

Gemeinschaft pflegen

Umso wichtiger sei es, dass Einrichtungen wie die Kirchen diese Zusammenkünfte aufrechterhalten würden. Die gebürtige Kölnerin zählt Angebote wie die Fastensuppe und die Treffen in einer kleinen Beiz auf, die gepflegt würden.

«Nach jedem Gottesdienst treffen sich Gemeindeglieder dort», sagt sie. Einmal im Monat gebe es im Pfarreisaal einen Apéro. «Das sind alles Angebote, die die Gemeinschaft stärken», sagt Gaby Zimmermann.

Schon in der Bibel sind Essen und Trinken zentrale Themen. Die 61-Jährige nennt Geschichten wie die wundersame Brotvermehrung, die Umwandlung von Wasser in Wein an der Hochzeit zu Kana oder die Fischernetze von Petrus, die plötzlich voller Fische sind.

Beim Abendmahl

Für die ersten Christen, so die Bibelkundige, sei das gemeinsame Essen von zentraler Bedeutung gewesen: «Sie pflegten ihre Gemeinschaft und feierten dabei ihren Glauben.» Die spirituelle Bedeutung des gemeinsamen Essens zeige sich in der Bibel am eindrücklichsten beim letzten Abendmahl: «Als Jesus wusste, dass er sterben würde, hielt er vor den Jüngern keine grosse Rede, sondern nahm mit ihnen gemeinsam eine Mahlzeit ein, um so sein Gedächtnis zu ­feiern.»

Im Zentrum des christlichen Gottesdienstes stehe seitdem die symbolische Mahlgemeinschaft in Erinnerung an Jesu Wirken. Die Austeilung einer Hostie sieht sie als schönes Ritual, in dem Botschaften von Gerechtigkeit, Teilhabe und Gemeinschaft enthalten seien: «Jeder Gottesdienstbesucher bekommt gleich viel. Keine Hostie ist grösser als die andere, und jeder ist eingeladen.»

Jesus habe überhaupt gerne gegessen und das Himmelreich mit einem Fest verglichen. «Jesus wurde sogar vorgeworfen, er sei ein Fresser und Säufer.» Dabei sei es ihm stets darum gegangen, Gemeinschaft zu feiern und alle daran teilhaben zu lassen. Gerade die Geschichte von der wundersamen Brotvermehrung am See Genezareth zeige dies beispielhaft.

Die katholische Kirche kennt viele Symbole, die Speisen, Gemeinschaft und Schöpfung zum Thema haben. Deshalb feiert Gaby Zimmermann einmal im Jahr mit ihrer Pfarrei einen Gottesdienst für Mensch und Tier, «in dem wir das Leben würdigen».

Das Leben achten

Im Gabengebet in der Liturgie werde, so Gaby Zimmerman, von der «Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit» gesprochen. Diese Frucht der Erde sei vom Schöpfer als Geschenk an die Menschen gedacht, betont die Gemeindeleiterin.

Wenn die Kirche jedoch Brot und Wein liturgisch in einem Sakrament feiere, müsse der einzelne Christ heute sein Konsumverhalten kritisch betrachten und sich fragen: Was wäre eigentlich im Sinne Jesu?

Die Kirche benütze Symbole wie Wasser zum Taufen und Brot für die Kommunion. Die engagierte Umweltschützerin betont: «Wer jedoch die Erde ausraubt, vergiftet und das Leben generell nicht achtet, nimmt als Christ das Sakrament von Brot und Wein nicht wirklich ernst.»

«Jeder bekommt gleich viel. Keine Hostie ist grösser als die anderen, und jeder ist eingeladen.»

Gaby Zimmermann

Ehemalige Gemeindeleiterin

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema