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«Wer Freiwilligenarbeit leisten will, soll dies respektvoll tun»

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Nach ihrem Praktikum in einem Spital in Malawi musste Sophie Lustenberger für die Organisation «gruhu», welche Einsätze von Medizinstudenten in Entwicklungsländern organisiert, einen Bericht verfassen. Doch beim Schreiben wurde ihr bewusst, dass sie sich nicht sicher war, ob sie auch wirklich wollte, dass andere Schweizer dort Freiwilligenarbeit leisten. Denn bei ihren Einsätzen in einem Waisenhaus in Südafrika und einem Spital in Malawi hatte sie erlebt, dass manch freiwilliger Helfer mit mehr Vorurteilen zurückreist, als er gekommen war. «Man sollte sich gut auf den Einsatz vorbereiten; sich einlesen und vor Ort versuchen, sich in die Menschen und ihre Lebenssituation hineinzufühlen. Sonst kann vieles falsch verstanden werden»,sagt die 28-Jährige. Ungewohn tes Verhalten einfach mitder «anderen Mentalität» abzutun, reiche nicht aus. «Man muss viel beobachten, seine eigenen Einstellungen und Lebensweise hinterfragen und sich für die Menschen vor Ort interessieren.»

Andere Sitten

So ist es auch bei ihrem ersten Einsatz in Südafrika, unmittelbar nach der Matura, zuMissverständnissen gekommen. «Ich wunderte mich über die gefühlsarmen Abschiede und war einige Male fast ein wenig beleidigt. Bis ich realisierte, dass die Menschen dort Abschiede, wie auch Begrüssungen, einfach ganz anders handhaben.» Auch als sie einerFrau eine Todesnachricht überbringen musste und dieseein Lächeln auf den Lippen hatte, fühlte sie sich vor den Kopf gestossen. Später lernte sie dann, dass es in der KulturMalawis üblich ist, negativeGefühle zurückzuhalten.

Ihr Buch soll sensibilisieren und anderen Studentinnen und Studenten sowie Freiwilligen in Entwicklungsländern helfen, sich auf gewisse Situationen vorzubereiten und sich mit der Lebensweise im südlichen Afrika vertraut zu machen. «Wer Freiwilligenarbeit leisten will, soll dies respektvoll tun», betont Sophie Lustenberger.

Der Einzelne ist wichtig

 So tue es ihr im Herzenweh, wenn sie sehe, dass freiwillige Helfer die Menschen vor Ort abschätzig behandeln. «Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir überlegen sind, nur weil wir die Möglichkeit haben, andere Menschen zu unterstützen und in einem ökonomisch privilegierten Land geboren wurden.»

 Doch auch ein ganz anderer Aspekt ist Sophie Lustenberger wichtig: «Die freiwilligen Helfer müssen sich bewusst sein, dass sie nicht ein ganzes Land verändern können. Es geht um den Einzelnen.» Denn auch sie fühlte sich überrumpelt, als sie sah, was es alles zu tun gäbe und wie viele Kinder Hunger leiden müssen. «Wenn man das Leben einer Person positiv beeinflussen kann, ist das schon viel.»

Vorbild Beat Richner

Die Freiburgerin freut sich über die positiven Rückmeldungen, die sie für ihr Buch erhalten hat. So schrieb eine junge Frau: «Ich bin selber als Medizinstudentin in Malawi gewesen und wäre froh gewesen, dieses Buch schon davor gehabt zu haben.»

Nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums im September wird Sophie Lustenberger im Kantonsspital in Freiburg arbeiten und dann zu einem späteren Zeitpunkt ihren Lebensmittelpunkt nach Johannesburg verlagern. Dort möchte sie sich zur Kinderchirurgin ausbilden lassen. Irgendwann ein eigenes Hilfsprojekt aufzubauen–so, wie es Beat Richner in Kambodscha tut–, das wäre ihr Traum. «Er verkörpert für mich das Ideal eines Arztes, ich bewundere ihn und seine Arbeit», sagt die Freiburgerin.

Sophie Lustenberger: «I need Africa more than Africa needs me». Erhältlich über Amazon, Thalia oder Ex-Libris.

 

«Ungewohntes Verhalten einfach mit der anderen Mentalität abzutun, reicht nicht aus.»

Sophie Lustenberger

Buchautorin

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