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Wer kriegt bei dem Sauwetter denn kein Fernweh?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wir gehen laufen, weil uns das schlechte Gewissen, nur drinnen zu sitzen, immer fester plagt. Meine Lunge keucht den Hügel empor, und oben ist die Sicht, als stünden wir auf dem Grund eines Milchglases. Hat sich das gelohnt? Du streichst mir durch das fransige Haar, das vom Schweiss an meiner Stirn klebt. Ich weiche deiner Zärtlichkeit, weil ich nicht mit dir reden, sondern nur mit dir laufen möchte. Du verstehst die Stille aber als Schweigen und brichst sie andauernd. Warum kannst du nicht, bist du müde, willst du schlafen, nein, hast du nicht genug, ich will nicht, bin ich dir zu. Wütend bleibe ich stehen und mein Atem beschlägt die Luft. Ich will nicht reden, ich will nur gehen. Bis der Regen die Fenster putzt oder die Sonne alles klärt. Doch dieses feuchte Grau kriecht in mich hinein und nicht wieder heraus. Das hockt sich fest, wie Kalk. Auf dem Rückweg bricht das Laub unter unseren Schritten. Und die Blätter fallen.

Doch du kaust laut auf deinem Kaugummi, und darum kann ich schlechter denken, du sagst, du dafür besser, willst mich aufheitern, aber ich lache nicht. Vor der Wohnungstür, die Füsse taub und irgendwie alles andere auch, werde ich aufgehalten.

Die Igel, die noch nicht schlafen, liegen flach auf der Strasse, und ich muss dem Nachbarsbub, der auf dem Trottoir kauert, erklären, warum jeder Igel gegen einen Pneu chancenlos ist. Aber der hat doch Nadeln. Die Tannen doch auch, und auch die brennen wir im Winter ab. Es ist nicht fair. Und in der Wohnung zurück, meint mein Bruder am Telefon, dass ihm die heissen Marroni, das Laufen im Herbstlaub, die Farben, die Stürme, der Wind, ja sogar die Kälte fehlten, und dass er, wer sich über den Regen beklagt, so gar nicht verstehe. Ich schweige. Es knirscht auf der Leitung, zwischen mir und ihm, irgendwo zwischen Freiburg und Marokko. Und meine Launen, die würden ihm natürlich auch fehlen. Ich lache wieder nicht, lege auf und mich ins Bett. Und schlafe, aber nur ein bisschen, vielleicht, bis der Winter kommt oder du mich weckst. Mit Schnee oder Kaffee.

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