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Wer schaufelt wessen Grab?

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Leserbrief

Wer schaufelt wessen Grab?

Autor: «So ein Käse» – Leserbrief vom 16. November 2011

So ein Käse sei es und unbegreiflich, dass die Käsereigenossenschaft Wengliswil vom Emmentaler auf Gruyère wechseln will. Herr Riedo hat gut reden, er kann ja seine Milchmenge seit Jahren zum guten Gruyèremilchpreis verkaufen.

Dass die produzierte Menge dem Absatz angepasst wird, ist auch für uns verständlich und begrüssenswert. Doch Fakt ist, dass die Sortenorganisation Gruyère im Jahre 2011 Mehrmengen von zwei Prozent an die bestehenden Gruyèremilchproduzenten gewährt hat, ohne neue Lieferanten aufzunehmen, trotz einer seit zehn Jahren bestehenden Warteliste! Unsere Milchmenge würde nur ca. 0,8 Prozent der gesamten Gruyèremilchmenge ausmachen, also deutlich weniger, als im Jahre 2011 an Mehrmengen verteilt wurden. Und die Sortenorganisation selbst gibt sogar zu, dass sie die Menge weiter ausdehnen will.

Dass die KG Wengliswil nicht bereits vor 20 Jahren auf Gruyère umgestellt hat, lag am damaligen Käser, der dies partout nicht wollte. Hätte die Genossenschaft schon damals gewusst, dass genau dieser Käser sie ein paar Jahre später im Stich lässt, hätte man wahrscheinlich auch schon damals versucht umzustellen. Unsere Milch wird nach gleichen Qualitätskriterien hergestellt wie die Milch der Gruyèrelieferanten. Weshalb sollten wir also nicht gleich viel erhalten für das qualitativ gleiche Rohprodukt? Zudem befinden wir uns in der seit 2001 gültigen, von der Sortenorganisation festgelegten AOC-Gruyère-Produktionszone. Der Emmentalermilchpreis ist seit Jahren schlechter als der Gruyèremilchpreis (momentan 33 Rp./Kilo Milch). Bisher haben wir dies in Kauf genommen; wir wurden von der Sortenorganisation Gruyère immer wieder vertröstet und haben weiter gewartet und gewartet – bis heute umsonst.

Die rechtlichen Schritte haben wir bereits eingeleitet. Nach zehn Jahren auf der Warteliste scheint es uns schlicht noch die einzige Möglichkeit, unsere Milch als Gruyère verwerten zu dürfen. Es ist und war nie in unserem Sinne, den rechtlichen Weg zu wählen, doch bleibt uns keine Wahl, wollen wir unsere Betriebe erhalten. Gemäss Leserbrief-Autor Riedo aber sollen wir weiterhin Emmentaler produzieren – bis zum bitteren Ende. Da fragt man sich, wer nun wessen Grab schaufelt.

Autor: Marcel Bapst, Präsident der Käserei-genossenschaft Wengliswil, Alterswil

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