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Wertvolle Pfarrarchive vom Zerfall bedroht

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Im Kanton Freiburg droht der Verlust eines historischen Datenschatzes, so die Warnung von Pro Fribourg. In einigen Pfarreien befänden sich die alten Archive und Bibliotheken in einem schlechten Zustand oder seien nicht systematisch organisiert, berichtet der Historiker und Archivar Florian Defferrard im kürzlich erschienen Infomagazin der Vereinigung. Bilder von beschädigten Schriftstücken und wild übereinandergestapelten Büchern begleiten seinen Beitrag.

Die Archive der Kirche seien nicht nur eine wichtige Quelle für Ahnenforscher, die dank der Tauf-, Heirats- und Todesregister einen Familienstammbaum erstellen können. Auch enthalten die alten Bücher der Pfarreien präzise Angaben zur finanziellen und wirtschaftlichen Lage in den jeweiligen Regionen. Die Aufzeichnungen reichen teilweise bis ins Mittelalter zurück. Diese Archivbestände seien deshalb «von grosser Bedeutsamkeit für die Suche nach unserer Herkunft und die Konstruktion unserer Geschichte», schreibt der Historiker.

Kritik an Kirche und Staat

Defferrard kritisiert die kirchlichen Obrigkeiten, die ihre Prioritäten woanders setzten und nur einzelne Vorgaben zur Archivierung machten sowie Ratschläge gäben. Die Pfarreien seien so sich selbst überlassen: Einige haben professionelle Archivare angestellt, andere vertrauen auf das Können von Hobbyarchivaren oder erledigen die Pflege ihrer alten Schriftstücke mit viel gutem Willen selbst, «aber nicht unbedingt fachgemäss», so Defferrard.

Ebenfalls kritisiert der Historiker den Kanton, der die Pfarrarchive nicht in das Archivgesetz aufgenommen hat. Deshalb seien die Pfarreien auch von dieser Seite her sich selbst überlassen. Die Rolle des Staatsarchivs beschränke sich auf Beratung und Aufbewahrung.

Defferrard appelliert, dass die Pfarreien nun handeln sollten, bevor durch Fusionen unterschiedliche Archivbestände vermischt würden. Auch scheint die Zeit zu drängen: «Warten wir nicht, bis unsere Gleichgültigkeit die Pfarrarchive in Staub verwandelt», so der Historiker.

jmw

Das Heft ist für 18 Franken erhältlich bei Pro Fribourg (info@pro-fribourg.ch) oder in den Buchhandlungen in Freiburg.

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