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«Wichtig ist, dass man Ende Saison spielt»

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 Melvin Nyffeler, Sie waren zuletzt mehrheitlich Ersatz. Wie wichtig war es für Sie, am letzten Wochenende mit einem Teileinsatz gegen die ZSC Lions (im Schlussdrittel ohne Gegentor) und in Biel (Fangquote von 97,4 Prozent) wieder zeigen zu können, was in Ihnen steckt?

Seit Gerd Zenhäusern da ist, konnte ich im Grunde immer gute Spiele zeigen. Benji (Red.: Benjamin Conz) hat halt in den letzten Wochen super gespielt und deshalb den Vorrang erhalten. Der Trainer hat das so entschieden und ich habe das akzeptiert. Ich unterstütze Benji, wenn er spielt. Aber klar, als Sportler willst du immer auf dem Eis stehen. Deshalb war es wichtig für mich, dass ich gegen Biel von Beginn an auflaufen konnte. Ich konnte Gerd mit einer guten Leistung für das Vertrauen danken, das er mir geschenkt hat.

 

 Hat sich für die Torhüter etwas geändert, seit nicht mehr Hans Kossmann, sondern Zenhäusern an der Bande steht?

 Klar, es sind zwei verschiedene Trainer. Gerd geht super mit der Situation um. Er übt überhaupt keinen Druck auf die Torhüter aus. Für uns ist das eine gute Ausgangslage. Wir können beide frei aufspielen. So können wir auch mit einem ganz anderen Selbstvertrauen ins Spiel gehen und man muss nicht Angst haben, dass man wegen eines Fehlers gleich ausgewechselt wird, wie es vorher der Fall gewesen war.

 

 Sie haben in dieser Saison bisher sieben Partien von Beginn weg bestritten und wurden zweimal eingewechselt. Haben Sie sich mehr erhofft?

Es stehen noch viele Spiele vor der Tür. Wichtig ist, dass man Ende Saison spielt. Ich bin Ende Saison ohne Vertrag. Deshalb versuche ich nun, so viel und so gut wie möglich zu spielen, um mich im besten Licht zeigen zu können.

 

 Inwiefern beschäftigt Sie die Tatsache, dass Ihre Zukunft noch offen ist?

Zunächst muss ich gute Leistungen bringen, um überhaupt an nächstes Jahr denken zu können. Aber klar macht man sich gewisse Überlegungen. Schon in fünf Monaten läuft mein Vertrag aus.

 

 Gibt es schon Pläne?

Klar, ich stehe in Kontakt mit Klubs. Konkretes gibt es aber nicht zu sagen.

 

 In der Statistik konnten Sie ihre Fangquote zuletzt auf über 90 Prozent steigern.

Zu Beginn der Saison war es sicher schwierig. Wir haben viele Tore kassiert, ohne dass wir Torhüter immer schuld daran gewesen sind. Es gab Spiele, da fielen die Pucks einfach rein aufgrund von Mannschaftsleistungen, die damals inakzeptabel waren. Dann kam Gerd und es gab einen gewissen Umschwung. Wenn die Stürmer und Verteidiger besser spielen, spielt auch der Torhüter besser. Ich persönlich hatte vergangene Saison (Red.: mit den ZSC Lions) mit einer Fangquote von 96 Prozent alle überrascht. Das zweite Jahr ist bekanntlich immer das schwierigste, weil man sich beweisen muss. Ich arbeite nun daran, dass ich meine Statistiken verbessern kann. Letztlich zählt für mich aber, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind und die Playoffs erreichen. Dann ist es mir auch egal, wenn ich nur 85 Prozent der Schüsse halte.

 

 Sie haben es angesprochen, in Zürich hatten Sie eine Fangquote von 96 Prozent. Ist es einfacher, hinter einer Verteidigung wie bei den ZSC Lions zu spielen als hinter jener von Freiburg?

Es ist sicher anders. Manchmal ist es aber fast schwieriger, in einer starken Mannschaft zu spielen als in einer etwas schwächeren. Klar, sowohl Zürich als auch Gottéron sind gute Teams, aber wir haben Anfang Saison einfach den Start verpasst. Jetzt sind wir wieder dran. Es ist hier anders, das System ist anders, aber letztlich bleibt es Eishockey. Einen grossen Unterschied gibt es deshalb nicht.

 

 Sie sind einer von zahlreichen Torhütern wie Reto Berra, Leonardo Genoni oder Lukas Flüeler, welche die Organisation der ZSC Lions hervorgebracht hat. Was machen die Zürcher besser als alle anderen?

Das liegt am guten System. Für jeden Goalie gibt es die passende Liga und das passende Team, wo er spielen kann. Ich selber habe mal in Urdorf gespielt, dann in Zürich, anschliessend bei den GCK Lions. Es wurde immer der geeignete Platz gefunden, um Spielpraxis sammeln zu können. Hinzu kommt, dass die Position des Goalie-Trainers sehr gut besetzt ist. Von den Novizen bis zur NLB hat Markus Peter alle Torhüter unter seiner Obhut. Er schaut zu den Goalies, wie wenn es seine Kinder wären. Er lässt hart trainieren, ist in Sachen Goalie-Technik sehr weit und ist auch menschlich ein super Typ. Er gibt wirklich alles für seine Schützlinge. Das sieht man dann auch anhand dessen, wie viele Torhüter er schon in die NLA oder gar die NHL geführt hat. Auch für mich persönlich war dieser Weg der beste, um als Sportler wachsen zu können.

 Sie sind nun seit einigen Monaten in Freiburg. Welchen Stand hat man als Zürcher in einer doch mehrheitlich von der frankofonen Mentalität geprägten Mannschaft?

Gegenüber Zürchern herrschen viele Vorurteile, das ist klar. Zürich und die Romandie, das sind Welten, nicht zuletzt in Sachen Mentalität. Am Anfang war es sicher nicht einfach für mich. Im Vergleich zu den Lions war es eine 180-Grad-Drehung. Aber das Mannschaftsleben ist intakt, ich fühle mich gut aufgehoben. Ich wurde schnell aufgenommen–obwohl ich Zürcher bin. Es ist halt anders in Freiburg. Ich will aber nicht sagen, dass das eine besser ist als das andere. Unabhängig davon tut es immer gut, Neues zu sehen und zu entdecken.

 

 Am Donnerstag geht es nach Ambri. Wissen Sie schon, ob Sie spielen werden?

Nein. Natürlich möchte ich immer im Tor stehen. Ich bin aber froh, liegt die Entscheidung nicht bei mir, sondern beim Trainer. Klar würde ich mich freuen, wenn ich zum Einsatz käme. Schlussendlich ist aber wichtig, dass wir gewinnen, egal ob mit mir oder mit Benji im Tor.

 

 Falls Sie spielen, stünden Sie mit Dennis Saikkonen, den Ambri unlängst als Temporär-Ersatz engagiert hat, einem alten Bekannten gegenüber.

 Ja, als ich vor zwei Jahren in die NLB zu den GCK Lions kam, waren ich und Dennis ein Goalie-Duo. Damals konnte ich mich gegen ihn durchsetzen. Nach dieser Saison ging er dann nach Finnland. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Er ist ein guter Typ. Ich würde mich freuen, wenn wir uns auf dem Eis wiedersehen würden.

 

 Mit welchen Erwartungen und Hoffnungen reist Gottéron ins Tessin?

Wie jedes verbleibende Spiel ist auch dieses für uns wie ein Playoff-Spiel. Jeder Punkt kann entscheiden, ob wir in der Tabelle unter oder über dem Strich stehen. Da gibt es nichts anderes, als zu versuchen, so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Wir werden in Ambri mit einer guten Teamleistung drei Zähler einfahren.

 

 

Vorschau: Wieder mit Dubé und Plüss

V ier Spiele stehen für Gottéron bis Ende Jahr noch auf dem Programm. Den Auftakt macht heute die Auswärtspartie in Ambri (19.45 Uhr), wo es einmal mehr gegen einen direkten Konkurrenten im Strichkampf geht – genau gleich wie morgen im Heimspiel gegen Lausanne auch. «Wir haben uns auf den Match in Ambri vorbereitet, weiter schauen wir noch nicht», sagt Gerd Zenhäusern. Der Gottéron-Trainer will selbstredend 2014 noch so viele Partien wie möglich gewinnen. Die Rechnung sei schliesslich einfach. «Wenn wir uns für die Playoffs qualifizieren wollen, müssen wir bis Ende Saison ganz einfach mehr Siege feiern als Spiele verlieren.»

Im Tessin kann Zenhäusern wieder auf die Dienste von Christian Dubé und Benjamin Plüss, der sich schneller als erwartet von seinem Innenbandriss im Knie erholt hat, zählen. Derweil Tristan Vauclair immerhin wieder zurück im Mannschaftstraining ist, fallen Andrei Bykow, Thibaut Monnet sowie Martin Ness weiterhin aus. Die Rückkehr von Dubé und Plüss ist mehr als Willkommen, zumal die Schlüsselspieler zuletzt arg forciert werden mussten. «Ein paar Spieler sind schon am Limit. Die Leader tragen momentan viel Verantwortung und werden dieser mit grosser Leidenschaft gerecht», so Zenhäusern. Dieser Einsatz gehe indes auf Kosten der Kraft. Zur Unterstützung läuft heute erstmals Codey Bürki für die Freiburger auf. Der Center des EHC Olten ist ein weiterer aus einer ganzen Reihe von Spielern, die mit B-Lizenzen ausgestattet wurden, um die vielen Ausfälle im Angriff von Gottéron zu kompensieren.

Gegen Ambri erwartet Zenhäusern wie bereits in den ersten beiden Saisonbegegnungen, in welchen sich jeweils das Heimteam im Penaltyschiessen durchgesetzt hat, eine enge Kiste. «Es wird erneut mit Emotionen gespielt werden und über den Kampf gehen. Letztlich wird die Tagesform entscheiden – und die Leidenschaft.» fs

Der heutige Gegner

Fakten zu Ambri

• Spiele in der Valascia sind in dieser Saison fast immer eng. In 14 Heimspielen ging Ambri in dieser Saison nicht weniger als neunmal in die Overtime.

• Weil Ambris Torhüter Sandro Zurkirchen und Michael Flückiger verletzt sind, haben die Tessiner den finnisch-schweizerischen Doppelbürger Dennis Saikkonen verpflichtet. Der 22-Jährige spielte zuletzt in der zweiten finnischen Liga.

• Adrien Lauper hat bereits 5 Tore geschossen und mit +3 die viertbeste Plus-Minus-Bilanz im Team.fm

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