Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wichtiges Anliegen war ihm die Jugendarbeit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wichtiges Anliegen war ihm die Jugendarbeit

Paul Tschümperlin berichtet über seine Amtszeit als Pfarreipräsident von Gurmels

Fast zwölf Jahre lang präsidierte er den Pfarreirat von Gurmels. Er hat dieses Amt als spannend empfunden. Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen, wo sich auch mal andere engagieren sollen, sagt Paul Tschümperlin.

Von ANGELICA TSCHACHTLI

Kritisch ist er geblieben. Auch nach zwölf Jahren in einem kleinen Gremium hat er es nicht verlernt, hin und wieder mit etwas Abstand über den eigenen Gartenzaun zu schauen und die Situation zu hinterfragen. Paul Tschümperlin aus Gurmels gibt bereitwillig Auskunft über seine langjährige Arbeit im Pfarreirat.

Dabei zeigt er sich auch kritisch, was die Bürokratie anbelangt. So sieht er zum Beispiel keinen Sinn darin, dass man mit dem neuen Kirchenstatut die regionale Ebene ganz ausgeklammert und alle regionalen Aufgaben auf die kantonale Ebene übertragen hat, obschon das Gesetz über die Beziehungen zwischen den Kirchen und dem Staat ausdrücklich vorschreibe, dass sich die Staatskirche, so weit notwendig, auf regionaler Ebene organisiere. Die Amtskirche sei mit den Dekanaten ebenfalls regional organisiert. «Die kirchlichen Strukturen sind ineffizient», davon ist Tschümperlin überzeugt.

Wichtige Zusammenarbeit

Die regionale Zusammenarbeit, zum Beispiel auch mit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Cordast, war ihm wichtig. Rund ein Drittel der Gemeinde Gurmels ist reformiert und gehört zur Kirchgemeinde Cordast.

Ein gemeinsames Begegnungszentrum konnte zwar nicht realisiert werden, weil die beiden Kirchgemeinden mit Cordast und Gurmels den Sitz nicht am gleichen Ort haben. Ebenso scheiterte ein gemeinsames Begegnungszentrum mit den Gemeinden der Pfarrei Gurmels. «Damit wurde die Chance vertan, gemeinsam etwas Grösseres zu schaffen, das dem Sport und der Kultur gleichzeitig gedient hätte», sagt Paul Tschümperlin.

Bei einer entsprechenden Abstimmung der Gemeinderäte der damals betroffenen sechs Gemeinden haben sich nur drei für ein solches Begegnungszentrum ausgesprochen. Jetzt müsse die Pfarrei Gurmels allein ein Minizentrum erstellen – was letztlich nicht befriedigend sei.

«Eigentlich bräuchte Gurmels zwei Seelsorger», ist Tschümperlin überzeugt. Die derzeitigen anderthalb Stellen reichten nicht. «Der Pfarrer hat einen Terminkalender wie ein Manager und ist überlastet. Das wahre Problem aber, dass es zu wenig Pfarrer gibt, können wir nicht im Pfarreirat lösen», erklärt Tschümperlin. Das sei Aufgabe der Bischöfe. Zur Lösung dieses Problems nichts beitragen zu können bezeichnet er auch als die unbefriedigende Seite des Amtes.
Verschiedene Pfarreien werden sich aufgrund des Pfarrermangels die Pfarrer teilen müssen, gibt er zu bedenken. Dass sich Gurmels bald mit den Katholiken in Murten zusammenschliesse, glaubt er aber nicht. Murten sei ganz anders organisiert und viel städtischer.
Kirchenaustritte sind in Gurmels kein Problem. Die Kirche ist am Sonntag zwar gut halbvoll, aber es sei eine Überalterung festzustellen. Was macht die Pfarrei, damit auch Jüngere wieder den Weg in die Kirche finden? Es werden Familiengottesdienste mit Schulklassen organisiert; Pfarrer und Pfarreirat bemühen sich um Nachwuchs bei den Katechetinnen. Durch den Rückzug der Gesellschaft ins Private sei es heute schwieriger, an die Leute heranzukommen, sagt Tschümperlin in Bezug auf die Pfarreiarbeit. Die Frage, ob deshalb vielleicht die Bedeutung der Pfarreien abgenommen habe, verneint er. Die kirchliche Basisarbeit sei viel wichtiger geworden als früher, aber eben auch viel schwieriger.

Akzent auf der Jugendarbeit

Während seiner Amtsperiode hat Paul Tschümperlin mitgeholfen, mehrere Vorhaben im Bereich der Jugendarbeit zu realisieren. Die Verwirklichung von Projekten gehörte für ihn zum schönsten Teil der Arbeit, antwortet er auf die Frage, was denn das Erfreulichste in seiner 12-jährigen Amtszeit gewesen sei. Als erstes Projekt nennt er das Jugendhaus, das in der alten Kaplanei eingerichtet und umgebaut wurde. Dort ist später auch der Jugendtreff untergebracht worden.

Auch in der Jugendarbeit wird mit den Gemeinden und den Reformierten zusammengearbeitet. Die Initiative mündete schliesslich in der Anstellung eines Jugendarbeiters unter Federführung der Gemeinde Gurmels. Dieser hat sein Büro im alten Pfrundhaus mitten im Dorf, wo sich die Jugendlichen täglich treffen.

1997 wurde der Friedhof der Pfarrei erweitert und parkähnlich umgestaltet. Zuvor musste jedoch die Rechtsgrundlage erneuert werden.

Kulturgüter restauriert

Ein weiteres Projekt war die Restaurierung der Christusfigur, die um 1330 datiert wird und heute in der Muttergotteskirche auf dem Dürenberg hängt. Für die Kapellen der Gemeinden wurde eine Lösung in Form einer Stiftung gefunden, an welcher die Pfarrei beteiligt ist. Ein weiteres grosses Projekt war zudem die neue Kirchenorgel. Das sei gar nicht so eine einfache Sache. Zuerst müsse man sich auf einen Stil für die neue Orgel einigen, dann beanspruche der Bau viel Zeit. Im Dezember 1998 war es so weit und die Orgel konnte eingeweiht werden. Mit einer Orgel werde das kulturelle Leben bereichert; pro Jahr fänden ein bis zwei Orgelkonzerte statt.

Der Pfarreipräsident müsse eine ausgleichende Funktion haben, er sollte diplomatisch sein und vermitteln, so sieht Paul Tschümperlin das Amt, das er zwölf Jahre lang ausgeübt hat. Als er sich beruflich noch zusätzlich engagierte, wurde es mit den nebenamtlichen 15 Prozent als Pfarreipräsident zu viel und er hat das Amt weitergegeben. Auf Beginn der neuen Amtsperiode hat Guido Egger das Ruder übernommen.

Mehr zum Thema