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«Wichtigtuer sind Gold wert»

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«Wichtigtuer sind Gold wert»

Autor: Irmgard Lehmann

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Humor ist die Lust zu lachen, wenn einem zum Heulen ist. So etwa sagt es der Volksmund. Als humorvoll gelten Leute, die andere zum Lachen bringen oder selbst auffällig häufig die lustigen Dinge einer Situation hervorheben. Und zu Humor (lat. [h]umor = Feuchtigkeit, Saft) spickt die Suchmaschine Google sage und schreibe über 143 000 000 Ergebnisse aus.

Doch was sagt der Direktor des Arosa-Humorfestivals, Satiriker und Fernsehproduzent Frank Baumann, noch über Humor?

Humor ist ein kulturspezifisches Phänomen. Einerseits sind Sprüche wie «Den Schweizer Humor erkennt man daran, dass es ihn nicht gibt» weit verbreitet, andererseits sind die Briten zum Beispiel für ihren «schwarzen Humor» bekannt.

Worüber haben Sie am letzten Festival gelacht?

Es gab so viel zu lachen, das ist ja das Schöne am Arosa-Humorfestival. Besonders witzig waren für uns die vielen Spässe, die hinter der Bühne mit den Künstlern und unserem Team getrieben wurden; da ging nicht selten die Post ab. Manchmal war es wie ein eigenes Programm.

Haben Sie auch das Jahr hindurch viel zu lachen?

Und ob. Der ganz normale tägliche Wahnsinn hält meine Lachmuskeln bestens in Form. Unsere Politiker, die Prominenten und die vielen Wichtigtuer sind Gold wert. Der Satiriker in mir hat eigentlich immer etwas zu lachen.

Eine Alltagssituation, die Sie zum Lachen brachte?

Neulich sah ich im Tram einen kleinen Jungen, vielleicht drei, vier Jahre alt, der in seinem Kinderwagen randalierte wie die Sau, und deshalb steckte ihm seine Mutter eine Reiswaffel zu. Nach einer Schrecksekunde brüllte der Hosenscheisser mit hochrotem Kopf: «Nöd scho wieder so’ne Riiswaffle. Duurend die huärä Riiswaffle.»

Satiriker, Komiker, Kabarettisten – viele Worte für das Gleiche?

Politiker haben Sie noch vergessen. Und Priester. Die Schwiegermütter. Und natürlich mein Freund Mike Shiva. Alles das Gleiche.

Wo und wie finden Sie die Künstlerinnen und Künstler?

Einerseits besuche ich alle möglichen Aufführungen in den Schweizer Theatern, und andererseits informiere ich mich etwa an der Künstlerbörse in Freiburg im Breisgau oder dem «Edinburgh Fringe Festival». Darüber hinaus werde ich mit Tipps von Kollegen versorgt und gaffe mir eine Unmenge DVD von Künstlern an, die sich bei uns bewerben. Und exakt 98 Prozent aller Bewerbungen sind relativ sehr schlecht.

Was muss stimmen, damit jemand in die Kränze kommt?

Sie müssen vor allem zuerst sehr gut sein. Unser Festival ist keine Sprungbrettveranstaltung für Nachwuchs-Sauglattisten. Unser Publikum erwartet ein hochstehendes Programm. Breitgefächert muss es sein und alle möglichen Sparten enthalten: «Bündner», «Frauen» «halsbrecherische Komik», «Wort-Artisten», «Musiker» oder «Exorzisten». Aus all diesen Kategorien versuche ich das herauszufinden, was dem Publikum gefallen könnte.

Was bringt den Schweizer am meisten zum Lachen?

Über Deutsche lacht der Schweizer immer gerne. Ich weiss das, denn ich bin ja selber zu drei Vierteln Deutscher. Über sich selber lacht der Schweizer nicht so gerne.

Wie kam es überhaupt zum Festival?

Ursprünglich standen zwei Ideen im Raum: ein Filmfestival und eben eine Humorgeschichte. Ich war damals gegen beide Konzepte und riet vor allem von einem Humorfestival dringend ab, weil «so etwas auf 2000 Meter nie im Leben funktionieren» würde. Meine falsche Prognose streichen mir die Kollegen noch heute hämisch aufs Brot. Aber Irren ist ja bekanntlich männlich.

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