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Wie alt wird ein Kaugummi?

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Wie alt wird ein Kaugummi? Über das lange Leben von Abfall in der Natur Herumliegender Abfall in der Natur kann das positive Empfinden der Besucher und Bewohner beeinträchtigen. Gerade in den Tourismusorten sind weggeworfene Zigarettenstummel ein Problem. Aus den Augen, aus dem Sinn. Zu oft bewahrheitet sich diese Redensart in Bezug auf den Umgang mit Abfall. Es ist einfach, Aludosen, Papierresten oder Zigarettenstummel liegen zu lassen – möglichst noch versteckt unter Steinen, damit der Abfall wirklich aus den Augen ist. Dabei ist das Zurückgelassene ganz und gar noch nicht aus der Welt. Je nach Abfall überlebt dieser den Verursacher um ein Vielfaches. Die Freiburgische Sektion von Pro Natura hat eine Plakataktion lanciert, um die Bevölkerung und Touristen speziell in den Bergregionen für die Problematik zu sensibilisieren. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass ein Papiertaschentuch drei Monate in der Natur «überlebt» und ein Kaugummi gar fünf Jahre? «Die Leute sollten doch fähig sein, ihren Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen», ist José Collaud von Pro Natura überzeugt. Selbstdisziplin in Schwarzsee Diese Meinung teilt Adolf Käser, Geschäftsführer von Schwarzsee-Tourismus. Es sollen im Ort dort Abfallkübel aufgestellt werden, wo etwas angeboten wird – wie zum Beispiel in der Nähe von einem Kiosk, beim Billettschalter oder beim Marronistand. Auf den Wanderwegen oder auch auf dem Seerundgang möchten die Tourismusverantwortlichen aber das Angebot an Kübeln reduzieren. Die Besucher sollen nicht animiert werden, ihren Abfall in Schwarzsee zurückzulassen. «Wir wollen die Besucher sensibilisieren, ihren Abfall wieder mitzunehmen», so Käser. Gerade was die Zigarettenstummel betrifft, sei das Bewusstsein der Leute über die Verschmutzung kaum vorhanden. Im Winter ist der Abfall weniger ein Problem, weil die Besucher weniger draussen picknicken. Dennoch gibt es im Frühjahr eine Putzaktion, um den Abfall auf dem Sessellifttrassee und auf der Skipiste zu räumen. Jaun stellt Container auf Ein anderer viel besuchter Tourismusort ist Jaun. Laut Jean-Marie Buchs, Tourismus-Verantwortlicher von Jaun, ist das Problem von Abfall nicht akut. «Bei Picknick-Plätzen stellen wir Container auf und entsorgen den Abfall kostenlos.» Die Tagestouristen und die Wanderwege seien aber schwierig zu kontrollieren, denn die 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht. Wie in Schwarzsee wird auch in Jaun in jedem Frühjahr die Skipiste von Abfällen geräumt. «Allgemein gesehen sind die Zigarettenstummel das grösste Problem», so Buchs. Stadt Freiburg hat Abfallkübel entfernt Die Gemeinde Jaun sei sehr streng in der Handhabung mit Abfall. Laut Buchs wurden schon Bussen ausgesprochen gegen Leute, die Abfallholz verbrannt haben. Die Stadt Freiburg sammelt jährlich rund 17 000 Tonnen Abfall, mehr als die Hälfte davon wird wiederverwertet. Das «Littering», die Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum einfach wegzuwerfen, ist gemäss Leopold Inderbitzi, Leiter des städtischen Strasseninspektorats, kein dringendes Problem. Vielmehr seien Abfallkübel nicht mehr sinngemäss genutzt und auch Haushaltabfälle deponiert worden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Stadt Freiburg jene Abfallkübel entfernt, die mit dem Auto erreicht werden konnten. «Die Menschen sind eben faul», so Inderbitzi. Alteisen, Holz, Medikamente 25 Mitarbeiter sind um die Abfallbewirtschaftung in der Stadt Freiburg besorgt. Emsiger Betrieb herrscht auf der Sammelstelle der Stadt Freiburg in den Neiglen. Hier werden nicht nur Glas, Altöl, Pet, Autoreifen, Haushaltgeräte und Alteisen gesammelt. Seit Mai dieses Jahres bringen die Stadtfreiburger auch ihr Sperrgut hierher. «Weil das Sperrgut jetzt nicht mehr in den Quartieren herumliegt, ist eine grössere Zufriedenheit festzustellen», so Inderbitzi. Seit neustem wird in den Neiglen auch Holz entgegengenommen. Wenn der Bevölkerung die Möglichkeit nicht geboten wird, diese Sachen abzugeben, würden sie sonstwo entsorgt, ist Inderbitzi überzeugt. Das Recycling ist auch für die Stadt Freiburg ein Geschäft. Eine Tonne Metall bringt heute 100 Franken. Die Nachfrage sei gross, weil die Bautätigkeiten in China Unmengen Metall verschlingen. Gesammelt werden auch Sonderabfälle wie Medikamente, Salben, Farbresten und Lösungsmittel. In eineinhalb Monaten kommen rund 4 Kubikmeter Sonderabfälle zusammen. Diese werden separat in einem abgeschlossenen Raum aufbewahrt und später von einer dafür spezialisierten Firma entsorgt. Abfallmenge unverändert Die Gemeinde Freiburg hat 1998 die Sackgebühr eingeführt. Die Menge Abfall hat sich seither kaum verändert. Es kam aber zu einer Verlagerung in der Art des Abfalls. Wurden vor 1998 nur 2000 Tonnen Papier und Karton getrennt, so sind es heute fast 5000 Tonnen. Trotzdem sieht Inderbitzi hier immer noch ein grosses Potenzial. Noch zu viel davon lande bei den gewöhnlichen Haushaltabfällen. Umgekehrt verhält es sich mit dem Kehricht. Dort ist seit 1998 eine Abnahme um 4000 Tonnen auf heute rund 10 000 Tonnen sichtbar. Dass die Stadt Freiburg die Abfallproblematik im Griff hat, kann auch damit zu tun haben, dass sie den Abfallführer mit dem Titel «Wohin mit den Abfällen?» in acht Sprachen herausgegeben hat. Ob Türkisch oder Englisch, ob Serbisch oder Spanisch: In jeder Sprache steht detailliert, wie und wo der Abfall entsorgt werden muss. jlb

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