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Wie aus anfänglich guten Absichten Falschinformationen entstehen

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Um sich ein Bild über die Welt zu machen, verlassen sich Menschen auf vertrauenswürdige Quellen. Allerdings: Je komplexer die Welt, desto fragiler ist diese Art der Meinungsbildung. Denn vermeintlich vertrauenswürdige Quellen können in die Irre leiten.

Die Welt erscheint komplex wie nie zuvor. Die Technik, die Wissenschaft, politische Debatten – sich umfassend mit einzelnen Themen wie der Klimaerwärmung, Pandemien oder Gentechnik zu befassen, ist aufwendig, oftmals fehlt die Zeit dazu. Um sich eine Meinung zu bilden, stützt man sich daher oftmals auf Quellen, die einem vertrauenswürdig erscheinen.

Nur: Wie zuverlässig ist diese Art der Meinungsbildung? Ein Team um den Physiker Matúš Medo von der Universität Freiburg hat die Dynamik dieser Art der Meinungsbildung in einem physikalischen Modell simuliert. Über die Ergebnisse berichten die Forschenden im Fachmagazin «Nature Communications Physics».

Meinungsbildung simulieren

Die Forschenden entwickelten ein vereinfachtes Modell, in dem zwei Lager – beispielsweise demokratische und autokratische Länder oder Wissenschaftsbefürworter und -leugner – unterschiedliche Standpunkte vertreten. Je nach Thema vertraut oder misstraut jeder Akteur in diesem System einem anderen. So besteht beispielsweise ein Misstrauen zwischen einer Ärztin und einem «Wunderheiler», und ein Vertrauensverhältnis zwischen der Ärztin und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dadurch bildet sich ein komplexes Netzwerk aus Vertrauens- und Misstrauensbeziehungen.

Anhand dessen sollte man sich nun eine solide Meinung über die Welt bilden können – beruhend auf dem anfänglichen Entscheid, welcher Quelle man vertrauen schenkt. Doch das System ist äussert fragil, wie die Forschenden zeigen konnten. Bereits ein winziges «Rauschen» kann in die Irre führen – und trotz anfänglich guten Absichten vertraut man am Ende trügerischen Informationsquellen.

Vertrauenswürdige Quellen mit abstrusen Ansichten

Mit Rauschen meinen die Forschenden, dass sich Vertrauensbeziehungen zwischen Individuen der unterschiedlichen Lager einschleichen.

Ein Beispiel: Ein Nobelpreisträger befürwortet unwissenschaftliche Theorien. Der US-amerikanische Biochemiker Karry Mullis, der 1993 den Nobelpreis für Chemie erhielt, leugnete zum Beispiel die Tatsache, dass das HI-Virus Aids verursacht. Er selbst forschte nie zu diesem Thema. Andrew Wakefield wiederum, ein ehemaliger Gastroenterologe, schürte Ängste, dass der Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) Autismus verursacht.

Solche vermeintlich vertrauenswürdigen Wissenschaftler verleihen Verschwörungstheorien «wissenschaftliche» Glaubwürdigkeit – und bilden eine Brücke zwischen Wissenschafts- und Verschwörungslagern.

Nährboden für Falschinformationen

Demnach sei es äusserst wichtig, dass sich keine Vertrauensbeziehung zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Quellen einschleiche, sagte Medo im Gespräch mit Keystone-SDA. Andernfalls entstehe ein Nährboden für Falschinformationen, die sich insbesondere im Internetzeitalter rasend schnell – schneller als wahre Informationen – verbreiteten.

Erstaunlicherweise sind es denn auch nicht Social Bots, die Falschnachrichten stärker pushen als die Wahrheit. Vielmehr seien es Menschen, die Fake News mehr verbreiten als wahre Nachrichten. Darüber berichteten US-amerikanische Forscher in einer Studie aus dem Jahr 2018 im Fachmagazin «Science».

Wie kann man demnach verhindern, selbst ein Treiber von Falschinformation zu werden? «Je klarer und umfassender man sich ein Bild über die einzelnen Quellen macht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, irreführenden Ansichten zu vertrauen», so Medo. Damit meint er, Experten (oder Pseudoexperten) auf deren Expertise zu prüfen und sich seine Meinung beruhend auf einem möglichst umfassenden und dichten Netzwerk zu bilden. Allerdings, räumt Medo ein, sei dies insbesondere in einer komplexen Welt mit hohem Aufwand verbunden.

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