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Wie aus dem Glücksfall ein Ernstfall wurde

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Wie aus dem Glücksfall ein Ernstfall wurde

Kontroversen rund um das Gutenberg-Museum

Lösungsansätze zur Rettung des Gutenberg-Museums liegen vor: Verhandlungen mit dem Verband der grafischen Industrie, Gespräche mit der Stadt und der Burgergemeinde sind im Gange. Dies alles, um dem Rückkaufsrecht der Stadt Gegensteuer zu geben.

Von IRMGARD LEHMANN

Am vergangenen Mittwoch hat der Stiftungsrat des Gutenberg-Museums unter dem Präsidium von Martine Morard zu einer Krisensitzung eingeladen. Im Zentrum stand die Frage nach dem «Sein oder Nichtsein» des «Museums der grafischen Industrie und der Kommunikation».

Eingeladen waren ebenfalls die Gründungsmitglieder Hugo Baeriswyl und Anton Philipona. Angesichts der misslichen Lage habe er sich anerboten, auf Geldsuche beziehungsweise auf Käufersuche zu gehen, sagt das einstige Stiftungsratsmitglied.

Viscom und Régie de Fribourg

Anton Philipona, ehemaliger Direktor der Schmacher AG, hat inzwischen bezüglich einer Übernahme mit dem schweizerischen Verband der grafischen Industrie (Viscom) Kontakt aufgenommen. Im Visier hat Philipona ebenfalls die Immobilienfirma «Régie de Fribourg AG».

Rund 3,5 Millionen Franken müssten laut Philipona aufgebracht werden. «Nach Abzug der Hypothekarschuld von 2,3 Millionen und des Defizites würde dem Museum noch gut ein Million Franken für den Betrieb in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen.» Eine realistische Vision? Er sei sich bewusst, dass die Aufrechterhaltung des Betriebes Einsatz koste und nie leicht sein werde.

Vier Millionen gefordert

Das einstige Gründungsmitglied zeigt sich denn auch entrüstet über die geäusserten Absichten der Stadt, das Museum für 1,6 Millionen Franken zu kaufen: «Vier Millionen ist ein reeller Preis, und alles andere ist eine Beleidigung für all jene, die sich jahrelang auf die Geldsuche gemacht haben.»

13 Jahre habe er mitgeholfen und zusammen mit dem Stiftungsrat einige Millionen zusammengebracht: «Ich kann nicht verstehen, dass man nicht in der Lage ist, 200 000 Franken (Defizit des vergangenen Jahres) aufzubringen.»

Verkauf an Dritten

Finanzquellen ausgemacht hat auch Hugo Baeriswyl, Gründungsmitglied und ehemaliger Stiftungsratspräsident. Er schlägt vor, das Museum – mit Zustimmung des Gemeinderates – an einen Dritten zu verkaufen: «Wenn man in Betracht zieht, dass der Brandversicherungswert 8,7 Millionen und die äusserst kostbare Bibliothek nochmals 1,5 Millionen Franken beträgt, so wäre für einen Mäzen eine Verhandlungsgrundlage von ca. 5 Millionen eine reelle Kulturinvestition.» Auf einer solchen Grundlage könnte das Museum eine «Miete» beziehungsweise einen Zins von einem Prozent bezahlen.

Und wird es hiefür Interessenten geben? Hugo Baeriswyl ist überzeugt.

«Bei der Burgerverwaltung sind gemäss Kennern noch grosse Finanzquellen vorhanden.» Und: «Die Burgergemeinde konnte in das Restaurant Gotthard auch gute fünf Millionen investieren.»

Das Museum in Freiburg –
Einst ein Glücksfall

Die Stadt – wäre die bei den Visionen aus dem Spiel? «Sollte die Stadt», so der Vater des Gutenberg-Museums, «das mittelalterliche Gebäude zu einem Preis kaufen, der weit unter der 50-Prozent-Grenze des heutigen Wertes zu liegen käme, dann hätte die Stadt ». Eine Institution, die sie doch in den Neunzigerjahren mit viel Engagement von Lausanne nach Freiburg geholt habe. «Das Gutenberg-Museum wäre dann auf der Strasse und die Plünderer aus Irak lassen grüssen.»
Was der Syndic meint …

«Wir sind bestrebt eine vernünftige Lösung zu finden, die für alle Partner – das Museum, die Stadt und die Kantonalbank – akzeptabel ist», sagt Stadtammann Dominque de Buman.

Das Dossier sei sehr komplex und der Gemeinderat wolle unter allen Umständen verhindern, dass «eines Tages ein Privater» das Museum für ein Trinkgeld an sich reissen könne. Ausserdem müsse vermieden werden, dass sich das Szenario in zwei Jahren wiederhole und das Museum wiederum Gefahr laufe in Konkurs zu gehen.

Kaufabsicht und Nutzung

Wie ernst aber sind die geäusserten Kaufabsichten für 1,6 Millionen Franken zu nehmen? Hiezu gab es keine weiteren Erklärungen. Und die allfällige Nutzung der mittelalterlichen Gebäude (Korn- und Zollhaus sind unter Denkmalschutz) durch die Stadt? Das sei nur eines der Elemente im komplexen Dossier.

Sehnlichst erwartet wird nun die Stellungnahme des Gemeinderates bezüglich eines Verzichts auf das städtische Rückkaufrecht, falls die Stiftung mehr als 1,6 Millionen Franken aufzubringen vermag. (Im Schenkungsvertrag – die Stadt gab die baufälligen Gebäude zu einem symbolischen Betrag von einem Franken ab – wurde im Falle einer Auflösung der Stiftung ein Rückkaufrecht der Stadt festgehalten.) il

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