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Wie aus dem Teufelskreis ausbrechen?

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Personen über 50 haben es schwer, eine neue Stelle zu finden: Für Charles de Reyff, Direktor des kantonalen Amts für den Arbeitsmarkt (AMA), ist dies eine Tatsache. «Sie werden zu Unrecht als zu alt und zu teuer für das Unternehmen bezeichnet und aus dem Erwerbsleben verdrängt, obwohl es sich in den meisten Fällen um qualifizierte Arbeitskräfte handelt», so de Reyff. «Es kommt nicht selten vor, dass sie am Arbeitsplatz diskriminiert werden.»

Für die Gruppe der über 50 Jahre alten Stellensuchenden haben das AMA und Pro Senectute Freiburg zu Jahresbeginn das Integrationsprojekt Pro 50+ gestartet. Betroffene Stellensuchende werden vom AMA kontaktiert und auf freiwilliger Basis Mentoren zugewiesen (siehe Kasten). Arbeitslose und Mentoren bestreiten die Stellensuche gemeinsam. «Die Idee ist ein reines Freiburger Produkt», so de Reyff gestern an einer Medienkonferenz.

Die Bilanz nach fünf Monaten Pro 50+ einer Pilotphase im letzten Jahr liest sich bescheiden. Das Amt hat 79 Stellensuchende dem Programm zugewiesen, 43 haben effektiv daran teilgenommen, fünf von ihnen haben eine neue Stelle gefunden und weitere fünf haben die Massnahme verlängert. Dies bei 2048 Stellensuchenden über 50 Jahre im Kanton.

Dennoch spricht de Reyff von einer positiven Bilanz: «Mathematisch scheint die Erfolgsquote sehr gering, aber wir sind immer noch in einer Regulierungsphase.» Vielmehr betont er, wie viele Personen dank den Massnahmen wieder Halt gefunden und Hoffnung geschöpft haben. «Oft ist es der motivierende Faktor, der wertvoll ist», sagte Jean-Marc Groppo, Direktor von Pro Senectute Freiburg.

Wie Groppo sagte, gehe es auch darum, das Bild der Senioren in der Öffentlichkeit und insbesondere in der Arbeitswelt zu korrigieren. «Man spricht oft von Krankheit, Autonomieverlust, Abhängigkeit und Kosten, vergisst jedoch, dass die Mehrheit der Seniorinnen und Senioren der Gesellschaft grosse Dienste leisten. Das Projekt stellt Eigenschaften wie Kompetenz, Erfahrung, Geduld und Einfühlungsvermögen in den Vordergrund.»

Vorteile hervorheben

Für einen Arbeitgeber könne ein älterer Angestellter viele Vorteile haben, ergänzte Charles de Reyff. Er erwähnte die langjährige Berufserfahrung und das Know-how, die dem Unternehmen einen grossen Nutzen bringen können.

Wenn das Projekt einmal Fuss fasst, so erhoffen sich die Partner davon beispielsweise eine weniger lange Arbeitslosigkeit von Betroffenen. Die Über-50-Jährigen sind nicht stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Jüngere. Gemäss de Reyff sind sie allgemein gut im Arbeitsmarkt integriert: «Die Arbeitgeber spielen in der Regel mit und behalten ihre erfahrenen Arbeitskräfte im Unternehmen.»

Schwierig wird es aber, wenn Arbeitslosigkeit eintritt. So ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen bei den älteren Betroffenen deutlich höher. Über 50 Jahre alte Stellensuchende sind im Durchschnitt 245 Tage ohne Arbeit, fast 100 Tage mehr als die 25- bis 49-Jährigen und 150 Tage mehr als die 15- bis 24-Jährigen, so de Reyff. «Dieses Phänomen ist nicht neu, aber es verstärkt sich.»

Pro 50+: Mit einem Privatcoach wieder fit für den Arbeitsmarkt

D as Integrationsprogramm Pro 50+ für Stellensuchende ab 50 basiert auf einem Tandem-System: Das Amt für den Arbeitsmarkt bietet zusätzlich zu den üblichen Massnahmen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als freiwillige Massnahme den Kontakt mit Mentoren an, die Pro Senectute aus Pensionierten im Kanton rekrutiert.

Die Mentoren machen ihre Arbeit als Freiwilligendienst, verfügen aber aus ihrem eigenen Berufsleben über Fachkenntnisse, Erfahrung und Beziehungsnetze. Idealerweise ist der Mentor ein ehemaliger Personalverantwortlicher eines Unternehmens.

Der ältere Stellensuchende und der Mentor treffen sich bei Zustandekommen eines Tandems über drei Monate hinweg etwa alle zwei Wochen zu einer rund einstündigen Sitzung. Die Treffen finden in den Räumlichkeiten von Pro Senectute in Freiburg, Bulle und Murten statt, um von der RAV-Umgebung wegzukommen.

Dabei hilft der Mentor beispielsweise bei der Erstellung eines Lebenslaufs oder dem Verfassen einer Bewerbung. Auch können der Mentor und der Stellensuchende ein Bewerbungsgespräch simulieren. uh

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