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Wie der Glaube in die Medien kommt

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Die Religion ist einer der intimsten Lebensbereiche eines Menschen. Religionsgemeinschaften sind zwar sehr aktiv, kommen mit ihren Inhalten aber nicht so einfach an die Medien heran. Und dennoch muss Religion in Medien thematisiert werden können. Insbesondere, wenn es um Werte geht. Dies war das Ausgangsproblem einer Tagung der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA). Die Tagung zeigte auf, wie Religion und Glauben unter säkularen Bedingungen zur Sprache kommen können und was Vertreter von Religionsgemeinschaften in ihrer Medien-arbeit wissen sollten.

«Papa Superstar»

Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss schilderte den Umgang von Medienhäusern und Journalisten mit Religion. Diese wird vor allem dann thematisiert, wenn sich ihre Logik an jener anderer Lebensbereiche reibt und ein politischer Aufhänger vorliegt. «Religiösen Themen wird aus sich heraus kaum Nachrichtenwert zugeschrieben», sagte Wyss. Als relevant würden sie erst verstanden, wenn sie an Themen aus Politik oder Wirtschaft gekoppelt werden könnten. «Es ist schwierig, das Spirituelle in die Medien zu bringen. Transzendenzfragen sind in der Öffentlichkeit nicht anschlussfähig.» Wyss stellte zudem fest, dass ein Drittel der Schweizer Journalisten sich als konfessionslos bezeichneten.

Mit starken Akteuren, vielen Widersprüchen und internen Konflikten hat die römisch-katholische Kirche laut Wyss alles, wonach Medien fragen. So sei die kürzliche Papstwahl ein Medienthema par excellence gewesen. Allerdings habe sie während einer gewissen Zeit viele andere religiöse Themen, zum Beispiel auf lokaler Ebene, überdeckt.

Journalisten versuchten, Geschichten mit identifizierbaren Rollen zu erzählen. Wyss regte an, sich auf diese Geschichten einzulassen und mitzuwirken. Nur so könne man sie beeinflussen. In Gerechtigkeits- und anderen Wertedebatten sollten sich Religionsvertreter einmischen, sagte Wyss. Dies auch mit dem Risiko, «dass man in eine grosse Geschichte hineinkommt, die nicht mehr die eigene ist». Nichts sagen und abwehren sei häufig die schlechtere Variante. Medien hätten eine eigene Logik. Das sei auch gut so, und das müsse man im Umgang mit Medien wissen, so Wyss.

Interessierte Radiohörer

Religion wird–insbesondere wegen der Islamdebatte–in den Medien immer häufiger thematisiert. Auch die Leser, Hörerinnen und Zuschauer interessieren sich dafür. Das zeigen verschiedene Untersuchungen. Laut Judith Wipfler, Religionsredaktorin von SRF 2, schätzen Journalisten kompetente Gesprächspartner, die ihnen Information bieten, ohne die Verwendung bestimmen zu wollen. Denn sie wollten selbst «den letzten Pinselstrich» setzen. Das Interesse von Radiohörern an Themen aus dem Bereich der Religion sei gross. Zugleich stelle sie fest: «Der christliche Kuchen spricht eine eigene Sprache und hat eigene Logik.» Er müsse sich aber in der Medienarbeit nach den Bedürfnissen der Medien richten.

Jürgen Single, Leiter des christlich geprägten «Fensters zum Sonntag», legte dar, wie seine evangelischen Fernsehmacher den christlichen Glauben dem «Normalzuschauer» verständlich zu machen versuchen. Man bilde gelebten Glauben im Kontext gesellschaftlich relevanter Themen journalistisch ab. kipa/fca

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