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Wie der Klezmer, so die Hochzeit

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Wie der Klezmer, so die Hochzeit

Joël Rubins jüdisches Musikensemble

Am Rande des 10. Festivals geistlicher Musik fand am Sonntagnachmittag in der Aula der Universität ein Konzert mit jüdischer Klezmermusik statt. Das Konzert verdiente einige Aufmerksamkeit und wurde von den zahlreichen Besuchern mit Begeisterung aufgenommen.

Von Hugo Schaller

Der amerikanische Klarinettist Joël Rubin gilt als einer der kompetentesten Kenner und Könner der osteuropäischen Klezmermusik. Zusammen mit dem italienischen Akkordeonisten Claudio Jacomucci und dem Cymbalisten Kalman Balogh bilden sie den harten Kern des Ensembles. Dazu gesellen sich zwei Geiger (Laszlo Major und Sandor Budai), ein Trompeter (Ferenc Kovacs) und ein Bassist (Csaba Novak).

Wissenschaftlichkeit und
Improvisation

Die rituelle Hochzeitsmusik, mit ihrer langen Tradition seit dem 16. Jahrhundert, hatte ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert. Ursprünglich spielten die Klezmer nach Gehör, doch wurde das Spiel «mit Bicher», das heisst nach Noten spielen, im Verlauf des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck der modernen Zeit und zum Statussymbol. Und nach und nach begannen alle Klezmer nach Noten zu spielen. So erstaunt es nicht weiter, dass das Joël Rubin’s Ensemble, welches die Exaktheit musikwissenschaftlicher Nachforschungen mit dem Sinn für Improvisation verbindet, das ganze Konzert mit Notenvorlagen bestritt.

Zwischen Archiv
und Spontaneität

Das Ensemble stützt sich auf die intensiven Forschungsarbeiten des 1961 verstorbenen sowjetisch-jüdischen Musikethnologen Beregowski, der eine umfassende Sammlung der Klezmer-Musik in Form von Tonaufnahmen, Noten und wissenschaftlichem Material aufbaute. Es war ein grandioser Versuch, diese wunderbare Kultur vor dem Untergang zu retten.

Die Musik des Ensembles schwebt zwischen lebendigem Ausdruck und Wissenschaftlichkeit. Die jüdische Volksseele klingt in diesen modalen tieftraurigen Tonarten, einer Mischung aus Pentatonik und den alten Kirchentonarten, hindurch. Ein permanentes Wechselspiel aus Zweier- und Dreierrhythmen, virtuosen Soloeinlagen, ein Spiel mit Verzierungen und ausdrucksvollen «verzogenen» Glissandotönen der Klarinette prägt diese Musik.

Eine beredte Musik

Erstaunlich ist das manchmal end-
los lange Verharren auf der gleichen Grundtonart, das Tremolospiel mit Quinten und die typischen harmo-
nischen Modulationen. Es ist eine
beredte Musik, man hört die un-
terschiedlichsten tiefmenschlichen Gemütsregungen heraus, eine wahrhaft grosse und tiefberührende Welt öffnet sich in dieser Musik, eine Musik zwischen Andacht und Geselligkeit. Das Problem, welches sich durch die Transposition vom echten Leben in den Konzertsaal ergibt, ist der zwangsläufige Verlust von urwüchsiger Originalität und Spontaneität.
10. Festival
Geistlicher Musik

Alle aufgeführten Konzerte finden in der Kollegiumskirche St. Michael in Freiburg statt.
l Discantus & Alla Francesca/ Geistliche und weltliche Vokal- und Instrumentalmusik des Mittelalters: Mittwoch, 14. Juli, 20.30 Uhr.
l Concerto soave/Italienische Motetten des 17. Jahrhunderts: Donnerstag, 15. Juli, 20.30 Uhr.
l Le poème harmonique/Vokalmusik mit historischen Instrumenten: Freitag, 16. Juli, 20.30 Uhr.
lMichel Chapuis, Orgel: Samstag, 17. Juli, 17.00 Uhr.
l Odhecaton/Motetten von Josquin Desprez: Samstag, 17. Juli, 20.30 Uhr.
l «Belshazzar»-Oratorium von Georg-Friedrich Händel/Das Neue Orchester & Chorus Musicus Köln: Sonntag, 18. Juli, 17.00 Uhr. hs

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