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Wie der Nebel die Gefühle beeinflusst

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Seit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. September wurden die Tage spürbar kürzer und die Nächte länger. Die Sonne zieht sich im Winterhalbjahr mehr und mehr auf die südliche Halbkugel der Erde zurück. Auf der Nordhalbkugel fallen die Sonnenstrahlen immer flacher ein, und deshalb nimmt die Lichtintensität nimmt ab. Da wir Menschen keine nachtaktiven Lebewesen sind, ist unser Organismus gezwungen, sich den veränderten Lichtverhältnissen anzupassen. Die Situation kann durch entsprechende Wetterlagen noch verschärft werden.

Unten grau, oben blau

In der Übergangszeit vom Herbst zum Winter entstehen häufig Nebellagen. Wie im Oktoberbeitrag «Hallo Wetterfrosch» beschrieben (FN vom 26. Oktober), kann sich in bodennahen Luftschichten die (Rest-)Feuchtigkeit der Luft in dicke Nebelschwaden verwandeln. Für die Stabilität dieser Wetterlage ist dazu oft ein kontinentales Kaltluft-Hoch verantwortlich. Dieses Hoch kommt von der russischen Tiefebene und breitet sich bis nach Mittel- und Westeuropa aus. Es dauert manchmal mehrere Wochen an. In den Wetterprognosen heisst es dann kurz und bündig: «Unten grau und oben blau!»

Das Licht fehlt

Bei diesen stabilen Hochdrucklagen fehlen meistens auch die Winde, die den Nebel oder Hochnebel ausräumen und einen Luftmassenwechsel einleiten könnten. Das hat zur Folge, dass in verkehrsreichen Gebieten die Luft mit Schadstoffen durchsetzt wird, was sich negativ auf die Atem-wege auswirkt. Grippeerkrankungen, Husten und Katarre sind an der Tagesordnung. Man fühlt sich schlecht, weil auch der Lichteinfluss reduziert ist.

Die Nebel- und Hochnebelschichten absorbieren beträchtliche Anteile des Sonnenlichtes, so dass die Sonnenstrahlen die Schichten nur spärlich durchdringen. Häufig wirkt sich diese Situation auf die Gemütsverfassung von empfindlichen Menschen aus. Medizinmeteorologen und Ärzte an der Universität München haben gemeinsam solche Einflüsse der reduzierten Sonneneinstrahlung auf unsere Stimmungslage untersucht und dabei Folgendes festgestellt: Normalerweise wird die Lichtintensität bei Tag und Nacht über die Netzhaut der Augen ins Gehirn geleitet. Im Kleinhirn sitzt die Zirbeldrüse oder Epiphyse. Sie ist für die Produktion zweier wichtiger Hormone verantwortlich, die den Schlaf-Wach-Rhythmus regulieren: Tagsüber wird das Serotonin (im Volksmund das «Glückshormon») produziert und bei Lichtmangel am Abend und in der Nacht das Schlafhormon Melatonin.

Mit dem Melatonin wird der Körper am Abend müder und müder. Wir schlafen bei Dunkelheit normalerweise ein, und der Körper erholt sich in dieser Ruhephase. Sobald der Tag anbricht und das Licht wieder intensiver wird, veranlasst die Epiphyse, dass die Produktion des Melatonins gedrosselt und heruntergefahren wird. Das Tageslicht baut das restliche Melatonin im Organismus ab. Jetzt sorgt im Tagesverlauf wieder das Serotonin für ein Gefühl der Gelassenheit und Zufriedenheit.

Im Ungleichgewicht

Das Gleichgewicht von Serotonin und Melatonin kann bei empfindlichen Menschen im Winterhalbjahr gestört sein oder sogar aus dem Ruder laufen. Das spärliche Licht unter einer grauen Nebeldecke verhindert den totalen Abbau des nächtlichen Melatonins. Es bleibt also auch tags­über ein lästiges Restpolster an Melatonin bestehen.

Man fühlt sich allgemein müde, lustlos und schlecht gelaunt. Die Stimmung ist grau und trübe, wie das Wetter. Wenn so eine Phase über mehrere Tage anhält, summieren sich die Melatoninreste, und es kann zu einer depressiven Störung kommen. Die Fachleute sprechen von einer «Winterdepression», die zum Beispiel mit einer Lichttherapie behoben wird.

Licht wirken lassen

Wer solchen Gemütsschwan­kungen unterworfen ist, dem raten die Spezialisten, eine kurze Auszeit zu nehmen, über die Nebelgrenze zu gehen und ein paar Stunden im hellen Sonnenlicht zu wandern und die Natur zu geniessen. So bauen sich die Restbestände an Melatonin schnell ab.

Wer das nicht kann, der hat vielleicht die Möglichkeit, während dem Frühstück eine helle Lampe aufzustellen und das Licht auf sich einwirken zu lassen. Die Lichtstärke der Lampe sollte eine Intensität von mindestens 5000 Lux aufweisen. Ein Lux ist die Lichtstärke einer Kerze, gemessen im Abstand von einem Meter. Zum Vergleich: Ein heller, wolkenloser Sonnentag im Sommer hat eine Lichtstärke von ca. 100 000 Lux. Ein mit Wolken bedeckter Tag im Sommer um die Mittagszeit ergibt immer noch 20 000 Lux. In Fachgeschäften sind solche Lampen für eine private Lichttherapie erhältlich. Das starke Licht der Lampe hilft ebenfalls, in relativ kurzer Zeit den Melatonin-Spiegel abzubauen und damit die Glücksgefühle zurückzubringen.

Wenn alle Stricke reissen, dann habe ich noch einen Tipp: Schokolade essen. «Schokolade macht glücklich» heisst es in einer Werbung. Die Schokolade enthält tatsächlich das Glückshormon Serotonin. Aber Achtung: nicht zu viel Schokolade, sonst gibt es am Ende der Winterzeit eine Depression wegen «zu vielen Pfunden» – und die lassen sich nicht mit einer Lichttherapie behandeln …!

Mario Slongo ist ehemaliger DRS-Wetterfrosch. Einmal im Monat erklärt er in den FN spannende Naturphänomene. Beiträge unter: www.freiburger-nachrichten.ch, Dossier «Wetterfrosch».

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