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Wie der Tilsiter in die Schweiz kam

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Wenn Freiburg die Universität nicht hätte, wäre Freiburg Frauenfeld.» Thurgauer hören das nicht so gern. Die Aussage trifft aber ins Schwarze. Freiburg und Thurgau haben vieles gemeinsam, ausser eben die Uni. Beides sind Agrarkantone mit einer ländlichen Gegend und einer ähnlichen Bevölkerungsstruktur. In beiden Kantonen nimmt die Einwohnerzahl zu: Mittlerweile zählt der Kanton Thurgau rund 250 000 Einwohner, mit einer Zunahme von 1,4 Prozent im Jahr 2011; im Kanton Freiburg sind es 285 000 Einwohner und ein Wachstum von 2,2 Prozent. Die Gründe sind unter anderem günstiges Bauland und eine intakte Landschaft.

Freiburg ist stolz auf sein Voralpengebiet und die verkehrstechnisch gute Lage. Der Thurgau wiederum hat mit dem Bodensee eine traumhafte Region. Und in beiden Kantonen wird Käse produziert. In Freiburg Greyerzer und in der Ostschweiz Tilsiter. Im Thurgau hat der Käse einer Gemeinde gar den Namen gegeben: Seit fünf Jahren heisst die Gemeinde Amlikon-Bissegg bei Weinfelden Tilsit, zumindest inoffiziell.

Älteste Tilsiter-Käserei

In Amlikon, dem Ursprungsort des Schweizer Tilsiters, steht der Holzhof der Familie Wartmann. Besitzer Otto Wartmann ist ein Nachkomme des ersten Tilsiter-Käsers. In dieser kleinen Gemeinde mit 1300 Einwohnern beginnt im späten 19. Jahrhundert die Geschichte des Schweizer Tilsiters. Bauer Otto Wartmann hat seine Gesellenjahre in Ostpreussen verbracht, in einer Kleinstadt mit Namen Tilsit, in der Nähe von Litauen und der Ostsee. Heute ist der Ort russisch, heisst Sovetsk und ist laut Nachkomme Wartmann total verwahrlost. Von dort brachte der Bauer 1893 das Käserezept in die Schweiz zurück und eröffnete in Amlikon ein Käseexportgeschäft.

Heute führt Otto Wartmann, direkter Nachkomme in fünfter Generation, die älteste Tilsiter-Käserei der Schweiz und bietet Führungen an. Täglich verarbeitet Wartmann 6000 Liter Milch, was rund 600 Kilogramm Käse ergibt.

Das «neue Tilsit»

2007 haben einige Bewohner von Amlikon das alte Ortsschild entfernt und durch das Schild «Tilsit» ersetzt. «Wir haben ein neues Tilsit gegründet, weil es kein anderes mehr gibt auf dieser Welt», sagt Landwirt und Käser Wartmann. Eine Aktion, die nicht so glatt über die Bühne ging und offiziell noch nicht bestätigt ist. Wartmann schmunzelt: «Bis jetzt hat uns noch niemand das Ortsschild runtergenommen.»

In Freiburg der Greyerzer

In Freiburg hat mit Greyerz ein Ort dem Käse den Namen gegeben. So wird im Kanton Freiburg vorab Gruyère AOC hergestellt. Die Käsereigenossenschaft Düdingen zum Beispiel verarbeitet ab Januar nur noch Greyerzer. Täglich 5000 Liter Milch, was rund 450 Kilo Greyerzer ergibt. Freiburg kennt aber auch den Vacherin AOC. Serge Bongard stellt ihn in der Käserei Schweni noch her. Er sei der Einzige im Kanton, der nebst diversen Spezialitäten ausschliesslich diese Käsesorte produziere, sagt er selbst.

 Schweizer Mostereisterben

Der Thurgau hat den Spitznamen Mostindien, den er den Apfelplantagen und seiner dreieckigen Form verdankt. In Arbon steht denn auch die Mosterei Möhl, die mit der Mosterei Ramseier mit Sitz in Sursee zu den zwei grössten schweizerischen Obstsaftproduzenten gehört, wie Inhaber Markus Möhl sagt.

Thurella hat die Produktion von Obi-Apfelsäften vor zwei Jahren eingestellt. Andere bereits früher. In Düdingen etwa hat die Sibra Holding 1972 die Mosterei übernommen und einige Jahre später die Produktion von Apfelsaft eingestellt.

Mosterei und Museum

Die Mosterei Möhl in Arbon, 1895 gegründet, wird heute von den Brüdern Markus und Ernst Möhl in vierter Generation geführt. Im Brennerei- und Saftmuseum kann der Besucher die Geschichte nachvollziehen. Und wenn man Glück hat, führt der Chef die Gäste gleich selber durch den Betrieb: «Die Schweiz produziert zu viele Äpfel. Es müssen weniger werden», fordert Markus Möhl. «Oder aber die Leute essen wieder mehr Äpfel.» Möhl weist auch auf die deutsche Konkurrenz hin. «Wir zahlen für ein Kilo Mostäpfel 33 Rappen, in Deutschland bekommt der Bauer aber nur 10 Rappen, was sich auf den Preis auswirkt.»

 Das Unternehmen setzt auf Qualität und füllt vorab in Flaschen ab: «In der Petflasche geht mit der Zeit der Konservierungsstoff Kohlensäure verloren», erklärt Möhl. Er hält denn auch nichts vom stillen Wasser: «Wasser ist keine tote Materie und kann sich ohne Konservierungsstoff mikrobiologisch verändern.»

Die Mosterei Möhl verarbeitet in durchschnittlichen Erntejahren bis zu 16 000 Tonnen Mostobst. Ramseier circa 50 000 Tonnen. Möhl liefert in die Westschweiz vorab den Shorley, ansonsten dominieren in der Westschweiz die Obstsäfte von Ramseier den Markt.

Infos:www.thurgau-tourismus.ch; www.holzhof.ch; www.moehl.ch; www.feierlenhof.ch; www.gottlieber.ch; www.broger-weinbau.ch.

 Hotel- und Restaurant-Tipps: Landgasthof Seelust, Egnach; Hotel Ermatingerhof, Ermatingen; Restaurant Seegarten, Ermatingen; Gasthof Hotel Adler, Mammern; Restaurant Weinberg, Ottoberg.

Obstlehrpfad: 100 Bäume haben einen Paten

I m ländlichen Thurgau trifft man immer wieder auf Betriebe, die sich kreativ den wirtschaftlichen Veränderungen anpassen. So betreut die Familie Barth vom Feierlenhof in Altnau direkt am Bodensee einen Obstlehrpfad. 16 Stationen säumen den neun Kilometer langen Weg, der auch mit Velo oder Kutsche befahren werden kann. Auf dem Bauernhof bietet die Familie über 20 Betten für Gäste an. Auch können die Besucher einen Baum pflanzen oder für einen Baum eine Patenschaft übernehmen. «In unserer Plantage stehen 50 000 Bäume. Rund 100 davon haben einen Paten», so Bäuerin Rita Barth. il (Text und Bild)

Weinland: Der Siegeszug des Müller-Thurgau

A uch der Weinbau ist im Thurgau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Sogar eine weltweit verbreitete Rebsorte ist nach dem Kanton benannt: Der Thurgauer Rebforscher Hermann Müller kreuzte 1882 aus Riesling und Madeleine Royale die Sorte Müller-Thurgau. Am Ottenberg im Thurtal arbeitet eine junge Generation von Winzern erfolgreich damit. Auch der 40-jährige Michael Broger (Bild) hat sich seinen Traum vom eigenen Weingut erfüllt. Er bewirtschaftet die steilen Lagen nach ganzheitlichen Methoden. Seine vierbeinigen Mitarbeiter, Wollschweine und Schafe, produzieren Dünger; die Schafe fressen nach der Weinernte das Laub. il (Text und Bild)

Hüppen: Das Gebäck, das der Kaiser liebte

I m malerischen Gottlieben direkt am Bodensee werden seit dem 18. Jahrhundert die Gottlieber Hüppen hergestellt. Ein zartes Waffelgebäck, das bereits Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III., liebte. Er ist im Thurgauer Schloss Arenenberg nahe bei Gottlieben aufgewachsen. Als Elisabeth Wegeli 1928 auf die Idee kam, die ursprünglich hohlen Waffelröllchen mit Schokoladencreme zu füllen, begann der Siegeszug der Hüppen. Mittlerweile bietet der kleine Inhaberbetrieb 18 Aromen an. Täglich werden 140 000 Stück hergestellt. Das Gebäck mit dem hauchdünnen Teig gehört zum kulinarischen Erbe der Schweiz. il (Text und Bild)

Kulinarik: Wandern und schlemmen

D ie Thurgauer Gourmet-Wanderung führt jedes Jahr durch eine andere Gegend. Mitte September war Romanshorn der Ausgangspunkt. Bei schönstem Herbstwetter legten rund 600 Wanderer auf einer abwechslungsreichen Rundtour rund 13 Kilometer zurück. An fünf Stationen gab es etwas zu schlemmen: im Schlossrestaurant Romanshorn den Bodenseefisch, im Zelt von Uttwil die Thurgauer Mostsuppe, im Forsthaus das Poulet, in der Käserei Studer Hatswil den Käse und auf dem Bauernhof die Öpfelchüchli. Am Samstag, dem 21. September 2013, findet die neunte Thurgauer Gourmet-Wanderung in der Region Bischofszell statt. il (Text und Bild)

 

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