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Wie die Ackerparzelle zum Kostentreiber wird

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Häufig unbemerkt sind die in der Schweiz meist kleinen Landwirtschaftsparzellen der Hauptkostentreiber in der Landwirtschaft. Zur kleinen Parzellierung kommen eine verbesserungsfähige Arrondierung, lange Wegstrecken und teilweise schlechte Strassenverhältnisse dazu. Für Landwirte sind dies gewichtige Faktoren, wenn es um Effizienz und somit um Produktions­kosten geht.

Was ist Feldarbeit?

Feldarbeit wird per Definition nur dann verrichtet, wenn der Landwirt oder Lohnunternehmer mit Traktor und heruntergelassener Maschine auf dem Feld hin und her fährt. Alles was vorher, dazwischen und nachher passiert, ist für den Landwirt zwar Aufwand, jedoch wird in dieser Zeit keine eigentliche Feldarbeit verrichtet. Und das kostet. Bevor ein Landwirt mit einer Maschine auf dem Feld arbeiten kann, muss er diese holen, an den Traktor anhängen, die nötigen Einstellungen durchführen, Samen oder anderes einfüllen, sie strassenkonform einklappen, auf das Feld fahren, sie auf dem Feld wieder ausklappen, nochmals die Einstellungen an die vorherrschenden Feldverhältnisse anpassen und dann endlich arbeiten. Doch kurz nachdem der Bauer mit der Maschine zu arbeiten begonnen hat, muss er die Arbeit schon unterbrechen: Er ist an den Feldrand gelangt, muss die Maschine ausheben, wenden und kann dann wieder arbeiten. Wenn er mit der Feldarbeit fertig ist, beginnt das Spiel von vorne, bis alle Maschinen sauber an ihrem Platz verräumt sind. Dies wiederholt sich bei jeder Feldarbeit und jedem Feld von Neuem. Und hier liegt das Problem.

Verkehrte Welt

Landwirte versuchen heute meist, mit leistungsfähigeren Maschinen auf den bestehenden Parzellen effizienter zu werden. Der Weg müsste jedoch umgekehrt verlaufen. Die Landwirte könnten mit den bestehenden Maschinen auf grösseren und näher gelegenen Parzellen effizienter und damit auch rentabler werden. «Durch grössere und näher beim Hof gelegene Parzellen können Kostentreiber wie Strassenfahrt, Rüstzeit oder Wendezeit massiv reduziert werden», sagt Matthias Schick, ehemaliger Arbeitswissenschafter an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope in Tänikon. Das spare nicht nur Kosten beim Landwirt, sondern ermögliche auch eine effizientere Arbeitserledigung bei den Lohnunternehmern.

Lohnunternehmer verbringen einen wesentlichen Teil ihrer Zeit auf der Strasse. Dies ist unproduktive Zeit. Mit grösseren Parzellen könnten nicht nur die Strassenfahrten reduziert werden, sondern auch der Maschinenpark. Damit würde die Auslastung der Maschinen zunehmen. Aufgrund der höheren Auslastung könnte der Preis für Dienstleistungen sinken.

Matthias Schick verweist auf die fortschrittliche Parzellierung im Waadtland, im Raum Schaffhausen sowie generell entlang den Autobahnen. Katastrophal sieht es hingegen bei kleinen Bergkantonen wie beide Appenzell, Obwalden oder im Wallis aus. Es gibt Ex­tremsituationen, in denen ein Landwirt 350 verschiedene Parzellen bewirtschaftet, die zum Teil nicht einmal über eine Zufahrt verfügen. Der Landwirt muss somit warten, bis der Nachbar gemäht hat, um überhaupt zu seinem Feld zu gelangen.

Autobahn als Treiber

Verschiedene Gemeinden oder Regionen des Kantons Freiburg haben bereits vor Jahren Flurbereinigungen mit den entsprechenden Vorteilen durchgeführt. Vorbildlich ist dabei der französischsprachige Teil des Kantons. Im deutschsprachigen Freiburg wurden im Seeland fast flächendeckend Flurbereinigungen durchgeführt. Im Sensebezirk ist nur aufgrund des Autobahnbaus ein Gürtel entstanden, wo die Flächen entsprechend verbessert wurden. Der Rest des Sensebezirks kennt keine grössere Flurbe­reinigung. Albin Lehmann, ehemaliges Mitglied der Schätzungskommission bei Güterzusammenlegungen in Cordast-Guschelmuth, Courgevaux-Clavaleyres sowie Ulmiz, weist darauf hin, dass im Sensebezirk die Parzellen dazumal etwas grösser waren mit einer etwas besseren Arrondierung. Deshalb sei der Druck weniger gross gewesen, etwas zu unternehmen.

Bis zu 30 Prozent Einsparungen

Heute verbessern die Landwirte im Sensebezirk Parzellierung vor allem auf bilateralem Weg. Ungelöst sind dabei jedoch oft die Feldzufahren, die in häufigen Fällen mit Dienstbarkeiten behaftet sind. Albin Lehmann weist darauf hin, dass zum Beispiel in Courgevaux-Clavaleyres mit der Güterzusammenlegung die Anzahl Parzellen von 460 auf 161 reduziert werden konnte. Vorher betrug die durchschnittliche Parzellengrösse 0,5 Hek­tar, danach 1,4 Hek­taren. Über den Daumen gerechnet, sprach man damals von bis zu 30 Prozent Kosteneinsparungen im Alltag für den Landwirt. Matthias Schick betont, dass durch eine bessere Parzellierung eine berechnete Dieselverbrauchsreduktion von 12 bis 15 Prozent für Landwirte und Lohnunternehmer möglich ist. Dies vor allem aufgrund eingesparter Strassenfahrten sowie durch eine optimalere Arbeitserledigung im Feld. Diese Aussage wird durch eine Masterarbeit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zolli­kofen bestätigt.

In einer Vorher-Nachher-Situationsanalyse einer Betriebsgemeinschaft in der Waadt konnte aufgezeigt werden, dass durch die bessere Parzellierung sowie die Zusammenarbeit der Betriebe die Anzahl Maschinen reduziert, dadurch die Auslastung erhöht und der Dieselverbrauch reduziert werden konnten. Die tiefere Anzahl Maschinen führte zu einer berechneten Reduktion der grauen Energie von 29  Prozent, der Dieselverbrauch konnte um 16  Prozent gesenkt werden.

Benno Jungo ist Landwirt und hat einen BSc in Agronomie. Seit 2019 leitet er den elterlichen Hof in Lanthen bei Schmitten.

Flurbereinigungen

Hindernisse auf dem Weg zur optimalen Parzellierung

Neben der Tatsache, dass eine Flurbereinigung durchaus eine finanzielle und zeitliche Investition ist, gibt es weitere Hindernisse, die neue Projekte schwierig machen.

Die heutigen Direktzahlung orientieren sich stark an der bewirtschafteten Fläche. Verschiedenste Beiträge für Leistungen sind an das Kriterium der Fläche geknüpft. Nun wird in einer Flurbereinigung jedoch die Fläche nicht eins zu eins ausgetauscht, sondern verschiedene agronomische Faktoren wie Hangneigung, Tiefgründigkeit oder Vernässung des Bodens werden berücksichtigt. So kann es passieren, dass ein Landwirt am Schluss einer Flurbereinigung zwar landwirtschaftlich besseren Boden hat, jedoch weniger Fläche. Dies ist beim heutigen Direktzahlungssystem eine uninteressante Situation.

Zudem ist ein grosser Teil der Flächen nicht im Besitz von Landwirten, sondern von Dritten, den Verpächtern. Die Verpächter haben kein wirkliches Interesse an einer Verbesserung der Parzellierung, da sie selbst keinen Nutzen aus dieser Investition schlagen können. Baulandspekulation kommt teilweise dazu. Abhilfe für diese Hindernisse kann die Methode der vereinfachten Güterzusammenlegung oder eine virtuelle Flurbereinigung sein. In der virtuellen Güterzusammenlegung werden die Parzellen für die Landwirte optimal umgestaltet, jedoch nichts an den Eigentumsverhältnissen geändert.

Eine Verbesserung der Parzellierung ist eine Investition, die einen langen Atem voraussetzt. Da Grossprojekte teilweise kaum in Gang kommen, wählen Betroffene den bilateralen Weg von Landwirt zu Landwirt. Langfristig gesehen kommen die Landwirte in Freiburg und in der Schweiz aber nicht um eine weitere Verbesserung der Parzellierung herum. Zu gross sind die finanziellen Nachteile einer kleinen Parzellierung, einer schlechten Arrondierung und langsamer Zufahrten.

bj

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