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Wie ein Schweizer Uhrwerk

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: frank stettler

Im Juni entschied David Girardet (CA Belfaux) den 100-km-Lauf von Biel bei seiner zweiten Teilnahme in der Zeit von 7:31 Stunden erstmals zu seinen Gunsten. Am vergangenen Wochenende nun verbesserte der 31-Jährige diese Zeit an der Weltmeisterschaft in Gibraltar – es war erst sein dritter Lauf über diese Distanz – um nicht weniger als 23 Minuten. Anders als in Biel wurde an der WM eine 5-Kilometer-Schlaufe gelaufen. Die Teilabschnitte lief Girardet konstant in einer Zeit zwischen 21 und 22 Minuten und konnte so insbesondere in der zweiten Streckenhälfte viele seiner Konkurrenten überholen. Den Sieg trug übrigens ein Japaner namens Shinji Nakadai in der Zeit von 6:44 Stunden davon.

David Girardet, Sie waren in Gibraltar über sieben Stunden unterwegs. Was geht einem da so durch den Kopf?

Eine ganze Menge. Wichtig ist primär, dass man versucht konzentriert zu bleiben. Sonst verliert man den Rhythmus ganz schnell. Sicher gehen einem im Verlauf des Rennens immer wieder negative Gedanken durch den Kopf. Deshalb ist es unabdingbar, stets positiv zu bleiben. Ich denke oft an meine Familie. Und ich bin ein gläubiger Mensch. Mir persönlich hilft das.

Gab es schwierige Momente in Gibraltar?

Sicher gab es Phasen, in welchen es ganz hart wurde. Anders als in Biel sind an der WM etwa keine Begleiter auf dem Rad erlaubt. So habe ich meine Betreuer, darunter Francis Schwartz (Anm. d. Red.: er hielt mit 7:17 Stunden zuvor den Freiburger Rekord über die 100 km), jeweils nur alle fünf Kilometer gesehen. Schon dies aber war eine Motivation.

Wie teilt man einen 100-km-Lauf ein?

Ein Ausdauerrennen besteht grob skizziert aus drei Teilen. In einem ersten Abschnitt geht es darum, eine gute Basis zu schaffen, den Lauf nicht zu schnell anzugehen und den Rhythmus zu finden.

Im zweiten Teil leistet man eine Art Aufbauarbeit. Ziel ist es, sich gut im Feld zu positionieren. Im dritten Abschnitt unternimmt man schliesslich alles, um die gesamte Vorarbeit nicht wieder kaputt zu machen. Das ist mir an der WM besonders gut gelungen. So lief ich die zweite Streckenhälfte nur um wenige Minuten langsamer als die erste.

Was ist die Faszination eines solchen Ausdauerlaufes wie in Gibraltar?

Das Spannende ist, dass viele Parameter zum Tragen kommen. Das Wetter spielt eine Rolle, die Verpflegung und vieles mehr. Jedes Detail ist wichtig. Zudem ist nicht nur die Physis entscheidend, sondern zu einem grossen Teil auch die Psyche.

Wie haben Sie sich auf diesen Saisonhöhepunkt vorbereitet?

Im Durchschnitt laufe ich in der Woche 150 Kilometer. Im Frühling gab es aber Phasen, in welchen es 200 oder gar 300 Kilometer waren. Ab September habe ich sechs Wochen lang 200 Kilometer pro Woche, verteilt auf 13 Trainings, absolviert. Im Oktober lief ich dann distanzmässig etwas weniger, dafür aber mit einer hohen Intensität. Eine Woche vor Gibraltar habe ich in meinem letzten Test den Geländelauf von Rechthalten für mich entschieden. Der Motor lief also, und ich hatte ein gutes Gefühl für die WM. Das Rennen lief denn auch perfekt für mich, trotz der 25 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Wie lange dauert die Erholungszeit nach einem solchen Effort?

Nach einem 100-km-Lauf muss man schon aufpassen, was man tut. Vor einem Jahr habe ich nach Biel nur eine Woche pausiert und konnte dann prompt den Murtenlauf nicht bestreiten. Ich habe insgesamt dreimal beim Ironman mitgemacht. Man sagt gemeinhin, dass nach einem Ironman ein Monat Pause die Regel ist. Nach einem 100-km-Lauf sind zwei Monate empfehlenswert.

Sie haben es erwähnt, früher waren Sie ein erfolgreicher Triathlet. Haben Sie mit dieser Sportart abgeschlossen?

Nicht wirklich. Aber momentan habe ich einfach keine Zeit mehr dafür. Ich möchte mich jetzt die nächsten Jahre auf 100-km-Läufe konzentrieren. Grundsätzlich ist man über diese Distanz mit 40 Jahren und mehr am leistungsfähigsten. Ich kann also noch Fortschritte machen. Mit meinen 31 Jahren bin ich momentan ein «junger Alter». Wenn es der Körper zulässt, werde ich später sicher wieder Triathlons bestreiten.

Es gibt diverse verrückte Ausdauerrennen wie jenes, bei welchem man durch die Wüste Sahara rennt. Reizen Sie solche Events ebenfalls?

Im Augenblick nicht. Ich laufe, um eine gewisse Zeit zu erreichen. Bei solchen Wüstenrennen geht es eigentlich nur noch darum, im Ziel anzukommen. Ich renne aber lieber durch, ohne Pause.

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