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Wie eine Karte die Geheimnisse über den Boden im Grossen Moos offenbart

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Seit 2016 läuft das Projekt «Bodenkartierung Grosses Moos». Ziel dieses kantonsübergreifenden Projekts ist es, eine flächendeckende Karte über die Bodenbeschaffenheit des Grossen Mooses zu erstellen.

In Gummistiefeln und warmen Kleidern stand Pedologe Markus Günter letzten Freitag auf einem abgeernteten Gemüsefeld in Fräschels. Neben dem aufgeklappten Doppelmeter lag das Erdmaterial, das der Bodenkundler mithilfe eines Bohrstocks aus der Erde befördert hatte. Auf eine tiefschwarze Erdschicht folgt graubraunes Material, mal feiner, mal in dickeren Klumpen. So sehen die nächsten zwei Meter Boden unter den erdverklebten Stiefeln aus.

900 Bohrungen – 7000 Hektaren

Markus Günter arbeitet an der Bodenkartierung Grosses Moos. Das Projekt befindet sich mittlerweile in der letzten Etappe, in der an genau bestimmten Punkten Bodenproben entnommen und von Bodenkundlern erfasst werden. Das Projekt, das 2016 gestartet ist, und unter der Schirmherrschaft der Pro Agricultura Seeland (PAC) steht, hat zum Ziel, detaillierte Bodeninformationen im Grossen Moos zu erheben. So soll aus den punktuell gemachten Bohrungen schliesslich eine flächige Karte entstehen.

Das Projekt Bodenkartierung Grosses Moos befindet sich derzeit in seiner letzten Etappe.
Charles Ellena

«Dies ist ein Leuchtturmprojekt», meinte Projektleiter Lukas Junker. So habe die Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaft Hafl im Vorfeld mit bereits vorhandenem Datenmaterial geostatistische Analysen durchgeführt und ein Modell mit Bodeninformationen entwickelt. Die Punkte der aktuellen Bodenproben sind von der Hafl genau vorgegeben. So werden nach den Übersichts- und Referenzbohrungen der beiden vorhergehenden Projektphasen nun noch Stechproben entnommen, um das Modell zu verfeinern.

«Im Grossen Moos kann es auf kleinen Flächen grosse Unterschiede der Bodenbeschaffenheit geben», meinte Urs Jenni, Landwirt und Präsident des Projektleitungsausschusses. Aus diesem Grund seien die über 900 Bohrungen nicht gleichmässig über den 7000 Hektaren umfassenden Projektperimeter verteilt. Vielmehr sei das Gelände mit seinen Höhen und Senken beim Bestimmen der Punkte berücksichtigt worden.

Auch tiefere Torfschichten erfassen

Eine der erfassten Informationen ist die pflanzennutzbare Gründigkeit, die ein Mass für das Wasser- und Nährstoffrückhaltevermögen des Bodens ist. «Ich schätze sie hier auf 66 cm», meinte Markus Günter, nachdem er die verschiedenen Bodenhorizonte genau angeschaut und ihre Beschaffenheit mit seinen Fingern erfühlt hatte.

Auf die tieferen Schichten hat er ausserdem etwas Salzsäure geträufelt, der bei der Reaktion entstehende Schaum verrät, dass der Untergrund kalkhaltig ist. «Das ist nicht per se schlecht», hielt der Pedologe und Agronom fest. «Es muss einfach beim Düngen berücksichtigt werden.» Dass man bei den Bodenproben bis zwei Meter in die Tiefe gehe, sei eher ungewöhnlich, entspreche aber dem Konzept. «Man kann auch in tieferen Schichten noch Torf vermuten und will diesen dadurch erfassen.»

Aus den punktuell erhobenen Bodenproben entsteht im Rahmen des Projekts eine flächige Karte über die Bodenbeschaffenheit im Grossen Moos.
Charles Ellena

Für Landwirte, Behörden, Grundeigentümer

Die Probeentnahmen der letzten Projektphase werden voraussichtlich Ende Winter abgeschlossen sein, anschliessend werden die Daten durch die Hafl verarbeitet und die Karte mit Bodeninformationen erstellt. Diese seien nicht nur für die Landwirte, sondern auch für Landeigentümer und Behörden nützlich, zum Beispiel beim Planen von Drainagen, meinte Aurelia Marti, Geschäftsführerin der PAC.

Was das Projekt nicht vorschlägt, sind Massnahmen zur Bodenverbesserung. «Wir arbeiten mit diesem Projekt den Bodenverbesserungsgenossenschaften aber in die Hand», meinte Urs Jenni. «Auch wenn für konkrete Bodenverbesserungsprojekte sicher noch weitere Untersuchungen nötig sind.»

Die Karte mit den Bodenprofilen sowie ein Höhenmodell zur Bodenabsenkung zwischen 1920 und 2015 ist unter der Rubrik Landwirtschaft einsehbar auf der Seite https://seelac.seensemap.ch.

 

Organigramm

Die Pro Agricultura Seeland mit ihrer Geschäftsführerin Aurelia Marti bildet die Trägerschaft des Kartierungsprojekts. Mit der operativen Durchführung wurden die Vermessungs- und Ingenieurbüros Geoplaning aus Murten und Lüscher & Aeschlimann aus Ins betraut. Für die Entnahmen der Bodenproben sind drei schweizweit tätige Bodengutachtungsbüros zuständig. Das Projekt wird von wissenschaftlichen Stellen der Kantone Freiburg und Bern sowie der Hafl (Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) begleitet. Im Projektbeirat sitzen Flurgenossenschaften, die Juragewässerkorrektion und der Biotopverbund Grosses Moos. Dass es ein überkantonales Projekt sei, sei eine Herausforderung, meinte Urs Jenni, Präsident des Leitungsausschusses. Dies schlage sich auch im Organigramm nieder, da immer beide Kantone berücksichtigt worden seien.

 

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