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Wie Hiram Brülhart den Sensebezirk sah

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Er war ein Schüler von Ferdinand Hodler, ein anerkannter Landschafts- und Porträtmaler, hatte Ausstellungen in der ganzen Schweiz und engagierte sich in Verbänden und Vereinen: der Freiburger Maler Hiram Brülhart (1878–1947), der trotz alldem etwas in Vergessenheit geraten ist. «In öffentlichen und privaten Sammlungen sind viele Bilder von ihm erhalten, doch es hat noch niemand sein Leben und Werk aufgearbeitet, und es hat nie eine Publikation über ihn gegeben», sagt der Kunsthistoriker Philippe Clerc. Der 38-jährige Freiburger will das nun ändern: Er ist daran, eine Publikation über Hiram Brülhart fertigzustellen, die im Dezember im Rahmen der Schriftenreihe von Pro Fribourg erscheint.

Publikation im Hodler-Jahr

2016 hatte Pro Fribourg ein Heft über Oswald Pilloud (1873–1946), einen anderen Freiburger Hodler-Schüler, herausgegeben, ebenfalls verfasst von Philippe Clerc. «Ich fing damals an, mich für die Schüler von Ferdinand Hodler zu interessieren», sagt Clerc. «Hiram Brülhart gehörte zu seiner Zeit zu den bekanntesten Malern Freiburgs, doch ich stellte fest, dass heute nicht mehr viel über ihn bekannt ist.» Darum habe er angefangen, zu recherchieren: «Es war höchste Zeit, denn die Informationen verschwinden mit den Menschen, die ihn kannten.» Zudem passe das Jahr 2018 – das Jahr des 100. Todestages von Ferdinand Hodler – gut für eine Publikation über den Hodler-Schüler Brülhart. «So wird es auch in Freiburg eine kleine Spur des Hodler-Jahres geben.»

Philippe Clerc hat inzwischen zahlreiche Informationen über Hiram Brülhart zusammengetragen, über sein Wirken in Freiburg, seine Tätigkeit als Porträtmaler oder seine vielen Reisen. Etwa 450 Werke des Malers seien bis heute bekannt, sagt der Kunsthistoriker, doch er schätze, dass es insgesamt 2500 bis 3000 Werke geben könnte, viele in Privatbesitz.

Sensler Motive

Eine Lücke macht Philippe Clerc im Sensebezirk aus: Hiram Brülhart wuchs in der Stadt Freiburg auf, als Sohn einer französischsprachigen Freiburgerin und eines Sensler Vaters. Die Familie väterlicherseits stammte aus Alterswil. Auf seinen Streifzügen sei der zweisprachige Hiram Brülhart oft im Sensebezirk unterwegs gewesen, so Clerc. Er geht davon aus, dass es noch viele unbekannte Gemälde mit Sensler Motiven gibt, und ruft all jene, die solche Bilder besitzen oder kennen, auf, sich bei ihm zu melden.

Die Biografie Brülharts sei in vielerlei Hinsicht interessant, sagt Philippe Clerc. Hiram Brülhart lernte mit anderen namhaften Künstlern wie Oswald Pilloud oder Raymond Buchs bei Ferdinand Hodler, als dieser an der Gewerbeschule Freiburg unterrichtete. Danach zog es ihn nach Paris, wo er seine Ausbildung fortsetzte. Er reiste viel, etwa nach Belgien, Deutschland, Norwegen, Spanien oder in die Niederlande. «Brülhart gehörte zu den wenigen Künstlern seiner Generation, die von der Kunst lebten», so Clerc. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete sein Freund und Mäzen, der Botschafter René de Weck.

Einflüsse aus vielen Ländern

Drei Themen rund um Hiram Brülhart interessieren Philippe Clerc besonders: seine Reisen, seine Porträtmalerei und seine Rolle als Familienvater. Was seine persönliche Situation angehe, sei Brülhart schwer zu verstehen, sagt Clerc: «Er hatte zwei Frauen und einen Sohn, um den er sich nicht kümmerte, weil er meinte, er könne sich neben seiner Kunst auf nichts anderes konzentrieren.» Die Reisen seien darum interessant, weil Brülhart viele Einflüsse aus den verschiedenen Ländern mitgenommen habe, die kaum untersucht seien. «Zudem habe ich den Eindruck, dass er im Ausland freier und zwangloser gemalt hat als in seiner Heimat.»

Weilte er in Freiburg, widmete sich der Maler nebst den Landschaften vor allem den Porträts. «Wer in Freiburg Rang und Namen hatte, liess sich von Hiram Brülhart porträtieren», sagt Philippe Clerc. Zudem habe Brülhart auch viele Selbstporträts gemalt – etwa zwanzig seien bekannt, aber wahrscheinlich gebe es noch einige mehr.

Wer Informationen über Gemälde von Hiram Brülhart hat, kann sich bis Ende Oktober bei Philippe Clerc melden: Telefon 079 365 65 54 oder Mail an ph_clerc@hotmail.com.

Zahlen und Fakten

In öffentlichem und privatem Besitz

Von den bis zu 3000 Werken, die Hiram Brülhart nach der Schätzung des Kunsthistorikers Philippe Clerc hinterlassen haben könnte, sind heute etwa 450 bekannt. Namhafte Sammlungen besitzen das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg und die Freiburger Kantonalbank. Im Greyerzer Museum in Bulle gibt es einen Fonds mit Papierwerken aus Brülharts Pariser Zeit. Zahlreiche Gemälde befinden sich in Privatbesitz.

cs

 

 

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