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Wie selig machen mich Habseligkeiten?

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.


Eine Schnecke trägt ihr Haus auf dem Rücken. Mehr hat sie nicht, mehr braucht sie nicht – im Gegensatz zum Menschen. Doch auch wir können Hab und Gut zuletzt nicht mitnehmen, und oft müssen wir uns bereits früher von Liebegewonnenem trennen.

Gesundheitsbedingt war ich in den letzten Wochen sehr viel daheim und hatte daher viel Musse, mir über dies und jenes Gedanken zu machen. Ich ging durch die geräumige Wohnung, vertiefte mich in die Betrachtung der Bilder, die die Wände schmücken, blätterte, auf dem Gobelin-Sessel sitzend, den meine Mutter bestickt hatte, durch alte Bücher und Fotoalben.

In unserem Daheim haben sich über die Jahre viele Erinnerungsstücke angesammelt: So werden zum Beispiel meine Kleider in einem massiven, wunderschönen Schrank beherbergt, der vor mehr als hundert Jahren zur Aussteuer meiner Grossmutter gehörte, ein edel gearbeiteter Spieltisch ist seit 150 Jahren im Familienbesitz meines Liebsten.

Da gibt es viele Dinge, die mit Erinnerungen verknüpft sind, viele Dinge, an denen das Herz hängt.

Ich musste an meine Mutter denken, die sich im Laufe der Zeit von Unzähligem trennen musste. Sie tat dies immer – zumindest äusserlich – recht nüchtern und gefasst.

Nach meines Vaters Tod zog sie in eine erheblich kleinere Wohnung und es galt zu entscheiden, was mitkommen durfte. Erst heute kann ich verstehen, wie schmerzhaft dies gewesen sein musste. Zudem ist meine Mutter eine Ästhetin, ein vollgestopfter Raum ist ihr ein Gräuel, das schränkte die Wahl weiter ein. Jahre später zog sie in eine noch kleinere Wohnung in einer Altersresidenz und wieder war sie gezwungen, Besitz loszulassen.

Heute bewohnt sie auf einer Pflegeabteilung ein Zimmer. Einen hellen, geräumigen Raum, an den Wänden ein paar eigene Bilder, auf dem breiten Fenstersims sorgfältig ausgesuchte Erinnerungsstücke und einige Fotos, weiter ein Tisch, zwei Stühle, eine Liege. Nicht einmal im eigenen Bett schläft sie mehr.

Wenn man bewusst Abschied nehmen kann von Gegenständen, die einen jahre- oder gar jahrzehntelang begleitet haben, hilft dies womöglich, Erinnerungen nochmals aufzufrischen, Erlebtes zu verarbeiten. Kann es uns nicht unterstützen, dankbar zu sein für das Erfüllende, das man erfuhr und sich von Schmerzendem und Traurigem endgültig befreien? So kann dies, trotz der Trauer, die Teil des Prozesses ist, helfen zu heilen.

Umgeben von Erinnerungsstücken fühle ich mich wohl in meinen vier Wänden und manchmal ist es, als wären meine Ahnen ein klein wenig mit uns.

Die Auflösung des Haushalts meiner Mutter erfolgte in mehreren Etappen. Sie weiss, dass viele Bilder und Möbel ein neues Zuhause gefunden haben, teilweise bei Kindern und Enkeln. Dieser Gedanke gibt Trost.

Zuletzt, soviel ist sicher, brauchen wir gar nichts mehr und oft passt der eigene Besitz gegen Ende des Lebens in ein paar Schachteln.

Wann aber ist der richtige Moment, wann soll oder muss mit der Reduktion irdischen Besitzes angefangen werden?

Statt lange über diese Frage zu werweissen sagte ich mir: Carpe diem! Alles beginnt mit einem ersten Schritt.

Kleider- und Küchenschränke misten, mit einem anderen Blickwinkel durch die vertrauten Räume gehen und sich fragen, woran das Herz wirklich hängt. Stelle ich mir diese Frage wieder und wieder, bleibt zuletzt nicht viel, das unverzichtbar ist.

Was natürlich mitnichten heissen will, dass ich mich sogleich von allem trennen muss, doch zumindest gedanklich kann ich anfangen, mich damit auseinanderzusetzen.

www.ich-schreibe-fuer-dich.com

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